Komperdell Carbon Ultralite Vario 4 Compact – ein Stock nach meinem Geschmack

unterwegs im Kühtai26.07.2014
Im Frühjahr entscheide ich mich, bei den Salomon 4 Trails an den Start zu gehen.
Ich weiß, dass die meisten Läufer dort Stöcke benutzen. Sie benutzen Stöcke, weil diese die Gelenke abwärts entlasten und beim Aufstieg nützlich sind. Ich selbst bin bis vor ein paar Monaten nie mit Stöcken gelaufen.
Da ich aber Erfahrung im Umgang mit Stöcken vom Skifahren, Skibergsteigen und Langlaufen habe und auch, weil mir die Vorteile des Laufens mit Stöcken einleuchten, möchte ich es mit Stöcken versuchen. Ich recherchiere im Internet, frage in meinem Bekanntenkreis … und entscheide mich schließlich für Komperdell-Stöcke, ein österreichisches Produkt. Komperdell stellt mir dankenswerterweise ein Paar zu Verfügung: Ich wähle den Komperdell Carbon Ultralite Vario 4 Compact.
Wie es mir mit diesem Stock ergangen ist und warum dieser bei mir zu Hause nicht Staub fangen wird, lest ihr hier:

komperdell carbon ultralite vario 4_1Zu den Maßen (laut Komperdell):
Abmessungen: Packmaß: 39 cm, max. Länge: 125 cm
verstellbar von: 105 – 125 cm

Mit 39 cm hat der Stock ein sehr kleines, angenehmes Packmaß, kann am Rucksack fixiert und herumgetragen werden und stört nicht.
Ausziehbar ist der Stock bis 125 cm. Damit ist er ideal für kleine bis mittelgroße Läufer. komperdell carbon ultralite vario 4_2Ich selbst bin 1,68 m groß und laufe den Stock mit 110 cm.komperdell carbon ultralite vario 4_3 Mit welcher exakten Länge man den Stock am besten läuft, ist aber wohl eine schwierige Frage, die jeder für sich selbst individuell entscheiden muss. Die ideale Länge hängt möglicherweise auch vom Gelände, der Steigung etc. ab. Meine ,Wohlfühleinstellung‘ entspricht jedenfalls der Formel Körpergröße mal 0,65, von der ich mal wo gelesen habe. Das ist aber Zufall. Zwischen 105 und 125 cm kann der Stock jedenfalls individuell nach Belieben verstellt werden.

Gewicht: 165 Gramm/Stock
Mit 165 Gramm zählt der Stock zu den absoluten ,Fliegengewichten‘.

Der Stock im Einsatz
unterwegs zum AchselkopfAls ich den Stock das erste Mal im Training einsetze, bin ich superüberrascht, wie schnell ich mich an die Stöcke gewöhne. Ein paar Minuten ,eiere‘ ich damit eher herum, sobald es steil und geländegängig wird, ist aber alles klar. Nach ein paar Laufminuten habe ich die 110 cm Stocklänge für mich als ideal erkannt und fixiere diese mit ,Powerlock‘ (Einmal zudrücken und schon ist die Länge fixiert). Die Handschlaufen stelle ich eng – aber doch mit Spiel – ein. In extremen Steilpassagen hänge ich mich manchmal ein bisschen rein; dafür braucht es das ,Spiel‘ und auch um rasch aus den Schlaufen zu kommen, wenn ich die Stöcke z.B. auf Forststraßen nicht aktiv verwende, mich umziehen möchte o.ä. Die Schlaufen sind einfach zu verstellen und geben, hat man sie einmal fixiert, nicht von alleine nach. Der Griff ist angenehm und zwar auch dann, wenn die Hände nass sind.

Noch was zum Packmaß aus der Praxis: Wegpacken?
Ursprünglich hatte ich gedacht, ich würde die Stöcke wegpacken, wenn ich sie im Rennen nicht benötige. Das habe ich bei den 4-Trails nicht getan. Ich hatte die Stöcke in den fixierten 110 cm jeweils vom Start bis zum Ziel in den Händen. Entweder waren die Stöcke im Einsatz und wenn nicht, habe ich die Stöcke in einer oder beiden Händen getragen – sie dabei etwa 30/40 cm unter dem Griff gehalten. Das ging problemlos und war beim Laufen überhaupt nicht störend. Ob ich bei längeren Rennen die Stöcke wegpacken würde, kann ich so nicht sagen. Ich werde es sehen und euch im Fall berichten.
Grundsätzlich werden die Stockteile zusammengesteckt und festgeschraubt. Letzteres sollte man nicht zu schlampig machen, sonst muss man nachschrauben. Umgekehrt muss man die Stöcke erst aufschrauben und kann sie erst dann zusammenklappen. Das geht einfach. Die Stöcke lassen sich aber wohl nicht ganz so rasch umbauen wie Stöcke mit Faltsystemen. Das ist sicher ein kleiner Nachteil. Allerdings habe ich keine Praxiserfahrung mit solchen Stöcken und kann dazu nichts sagen.
komperdell carbon ultralite vario 4_4Der Komperdell Carbon Ultralite Vario 4 Compact jedenfalls macht einen sehr robusten Eindruck; das ist mir neben geringem Gewicht wichtig – Ich würde nur ungern in einer Downhillpassage einen Stockbruch erleben – und hat mich überzeugt. Ich freu mich, damit laufen zu dürfen. Es macht Spass, die Stöcke einzusetzen, aufwärts kann ich so auch die Kraft meiner Arme einsetzen, abwärts gibt der Stock Sicherheit, Stabilität, entlastet die Oberschenkel und lässt mich v.a. in schwierigen Downhillpassagen flotter laufen.

Für die etwas größeren unter uns gibt es den CARBON ULTRALITE VARIO 4. Das ist grundsätzlich der gleiche Stock. Allerdings ist er von 120 – 145 cm verstellbar. Er wiegt entsprechend ein bisschen mehr: 172 Gramm/Stock. Aber wer größer ist, kann auch 7 Gramm mehr tragen *gg*

Running Happy

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Österreichische Meisterin im Bergmarathon (Veitsch, 29.06.2013; 54km, 2065HM)

Österreichische Meisterin im Bergmarathon (Veitsch, 29.06.2013; 54km, 2065HM)

992802_624340250910378_1691477392_nAm 29. Juni fanden in Veitsch in der Steiermark die Österreichischen Meisterschaften im Bergmarathon (inklusive Tiroler Meisterschaften) statt. 54km und 2065 Höhenmeter v.a. über Forststraßen, Wald- & Almwege sowie ein bisschen Straße galt es zu bewältigen. Eine ordentliche Herausforderung, wie ich fand, denn ich war zuvor im Rennen nie über 28km gelaufen und auch im Training nicht über 33km.

Aufgeregt war ich auch so schon genug, aber wie das Leben so spielt kam noch etwas dazu: Ich lief mit einem nagelneuen Schuh, dem Pure Grit 2. Um genau zu sein, hatte der Schuh gerade mal 10km Testlauf hinter sich gebracht. Aber dieser Schuh schien mir für das Streckenprofil am geeignetsten: Das Rennen führte nach dem Start und vor dem Ziel jeweils 1,5km über Asphalt. Das restliche Rennen liefen wir über Schotterstraßen, Wald- und Almwege.

Angereist sind wir am Vortag des Rennens: 2 Männer: Hannes Prem, Chef d’Equipe, Christian Bair, 3 Frauen: Angelika Winkler, Kathrin Sojer und ich, 2 Hunde: Sportskanone und Zwack, ein Kombi und ein Camper. Zwar hatte der Veranstalter eine Wiese direkt im Start- und Zielbereich für Camper zu Verfügung gestellt, aber weil wir uns für Wasser und Strom entschieden, übernachteten wir auf einem nahegelegenen Campingplatz. Das Wetter war herrlich und so erfreuten wir uns eines herrlichen Frühstücks in der Sonne 🙂

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Der Startschuss fiel um 9Uhr. Ich reihte mich im zweiten Drittel des Startblocks ein und ging locker ins Rennen. Als äußerst angenehm empfand ich dann das Anfangstempo, das natürlich deutlich langsamer war, als ich es von kürzeren Rennen her gewohnt war. Ich achtete darauf meinen Puls „nieder“ zu halten, konnte aber dennoch schon vor der ersten Labe (km 5) die Führung im Damenfeld übernehmen und diese wurde mir dann auch nicht mehr streitig gemacht. Nach der ersten Labe und damit der ersten Steigung liefen wir gemächlich mal auf, mal ab. Ich hatte mein Tempo gefunden. Knackig wurde es dann bei km 23/24. Der Teufelssteig erwartete uns. Steil? – Ja, aber nicht so wie sein Ruf. Anstrengender, insbesondere für die Augen, empfand ich persönlich fast die schmalen Wegerl, die kilometerweise abwärts zu absolvieren waren. Und zuweilen freute ich mich, wenn es wieder mal auf die Forststraße ging. Nicht weil ich es schöner fände, dort zu laufen: Aber zwischendurch war das erholsam 🙂 Den 54. Kilometer galt es durch Veitsch zu laufen. Dort waren zu meiner Verwunderung praktisch keine Zuschauer. (An der Strecke standen deutlich mehr.) Und fast hätte ich mich am letzten Kilometer noch verlaufen. Der Zieleinlauf (Foto siehe oben) war herrlich.

Streckenprofil

In 4:54:15 konnte ich den Lauf für mich entscheiden: ÖSTERRREICHISCHE MEISTERIN IM BERGMARATHON 🙂 mit Streckenrekord.

Meine zwei Teamkolleginnen Angelika Winkler und Kathrin Sojer und ich wurden außerdem gemeinsam ÖSTERREICHISCHE VIZE-MEISTER IN DER MANNSCHAFT. Daneben wurden wir natürlich auch Tiroler Mannschaftsmeister, ich Tiroler Meisterin, Angelika Vizetiroler Meisterin und Kathrin 3. Christian hätte auch eine Sekunde flotter laufen können. Aber gut! Er wurde Tiroler Vize-Meister.

Der Lauf an sich war wunderschön und nun bin auch ich einen ULTRA, wenn auch vielleicht einen Bambini-Ultra, gelaufen.

… RUN HAPPY …