Rückblick 2017

2017 wahl leichtathletin des Jahres Glasfluegel

Ivona Dadic wir Leichtathletin des Jahres 2017. Ich belege hinter Verena Preiner und Andrea Mayr Platz 4.

 

Das Jahr 2017 endet für mich äußerst erfreulich mit einem 4. Platz bei der Wahl des OELV zur Leichtathletin des Jahres 2017 hinter den beiden Mehrkämpferinnen Ivona Dadic und Verena Preiner sowie auf Platz 3 der u.a. 6-fachen Berglauf-Weltmeisterin Andrea Mayr. Ich bedanke mich herzlich für eure Stimmen!

Zur Wahl nominiert war ich aufgrund meiner Leistung bei der WM Berglauf Langdistanz in Premana/Italien. –

Anlass genug, um über dieses Rennen doch noch ein paar Zeilen zu schreiben.

 

Neben dem Vienna City Marathon und dem Florenz Marathon (Für die jeweilige Berichte einfach auf den Link klicken.) war dieses Rennen eines der drei Highlights meines Sportjahres. (Detail am Rande: Wetterbedingungen 3mal ausbaufähig *gg*)

 

WM Berglauf Langdistanz, Premana/Italien 2017

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WM Berglauf Langdistanz – 25. Ausgabe des Giir di Mont

4:17:00 war ich am 6. August 2017 unterwegs, drei Berge galt es zu überwinden, gesamt 32 km und 2900 Hm standen bergauf und bergab am Programm. Der 12. WM-Platz war für mich ein schöner Erfolg.

Strecke WM Berglauf Langdistanz 2017

Strecke – WM Berglauf Langdistanz Premana/Italien

 

Auf der Grafik sieht die Strecke ganz lieblich aus, alles grün, besonders hoch geht es nicht hinauf. Wir bewegen uns zwischen 900 und 2100 m ü.M. Doch der Schein trügt …

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… und ich bin froh, dass ich mit Helmut Schmuck die Woche zwischen WM Berglauf Up&Down und WM Langdistanz vorort verbringen darf und so die Strecke abschnittsweise besichtigen kann. Nicht umsonst wird der Giir di Mont, in dessen Rahmen die WM Berglauf Langdistanz stattfindet, auch als Sky Race ausgetragen.

 

 

Strecke WM Berglauf Langdistanz 2017

Start ist in Premana – Das ist das kleine Bergdorf links im Bild. Von dort führt die Strecke gegen den Uhrzeigersinn erst steil abwärts in eine Senke und dann wie ersichtlich über drei Bergrücken auf einem Rundkurs wieder nach Premana.

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Unser erkämpftes Essen in der Vorbereitungswoche

 

Die technisch äußerst anspruchsvollen Steigerl und extremen Anstiege lassen die die WM-Strecke spätestens, als kurz nach dem Start (bei warmen Temperaturen) Regen einsetzt – wir befinden uns gerade im ersten Anstieg – zu einer echten Herausforderung werden.

 

 

 

 

 

 

Hier Gas zu geben, d.h. im Downhill über nasse Felsen zu springen, erweist sich als echte Mutprobe. Chiarino, Bocchetta Larec und Deleguaggio sind die drei „Bergankünfte“.

Zwischenzeiten WM Berglauf Langdistanz Premana

Rennverlauf (links Abschnitte mit Platzierung, rechts Position an der jeweiligen Zwischenzeit)

Mit viel Distanz betrachtet, bin ich das Rennen geschickt verhalten angegangen:

davPosition 18 nach der ersten kurzen Abwärtspassage – dort verständlicherweise ein wildes Gerangel im WM-Feld (Männer und Frauen starten gemeinsam), aus dem ich mich möglichst raushalten möchte – und dem ersten Anstieg nach Chiarino. Im ersten Downhill wechseln sich noch die Positionen: Ich werde überholt und überhole. Im Downhill bin ich noch recht zurückhaltend, doch ich stelle fest, dass ich mich, wenn ich nicht, was ich mir aufwärts mühsam erkämpfe, abwärts verlieren möchte, mehr Risiko gehen muss. 19. Zwischenzeit in diesem Sektor. – Das muss besser werden.

Helmut Schmuck steht in der ersten Senke und ruft mir die Position zu. Ich ärgere mich über meine Downhill-Performance, doch andererseits muss ich einfach erkennen: Das ist WM, da rennen manche abwärts als gäbe es kein Morgen. Andere sind eben besser, viel besser. Villumsen zum Beispiel: Sie fällt mir besonders auf, als sie an mir abwärts im ersten Downhill regelrecht vorbeifliegt … (So ganz am höchsten Punkt dürften die Matten nicht gelegen haben, denn ich bin mir sehr sicher, einen dänischen Pfitschipfeil mit offenem Mund wahrgenommen zu haben …)

Im direkten Vergleich – siehe Grafik – wird deutlich, dass sie abwärts einfach top performt, hinauf vergleichsweise mehr Mühe hat.Zwischenzeiten WM Berglauf Langdistanz Premana Villumsen

Im zweiten Anstieg mache ich Plätze gut. 11. Aufstiegszeit. Am höchsten Punkt des Rennens liege ich auf Position 14. 18. Downhillzeit am zweiten Abstieg und ich schwöre, ich hab die Handbremse längst nicht mehr angezogen!!! Position 17. im Tal, aber ich spüre da geht jetzt noch was.

 

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Helmut Schmuck erwartet mich vor dem dritten Anstieg und beobachtet die unmittelbare Konkurrenz, die ich kurz darauf überholen werde

Ich fühle mich voller Energie! Jetzt heißt es Krokodil spielen. Tatsächlich gelingt mir am langen letzten Anstieg die 10. schnellste Aufstiegszeit, auf den letzten Metern muss ich mich nicht quälen, sondern grinse: Ich hab mir das Rennen für meine Verhältnisse richtig gut eingeteilt. Es macht Spaß! Natürlich motiviert es, wenn man gegen Ende des Rennens sich deutlich nach vorne kämpfen kann. Ich weiß, ich liege bei der Bergankunft auf Position 12 und verdammt noch mal – Ich schenk jetzt nichts mehr her!

 

Hinunter über Felsen und steinige Wege gehe ich ein ziemliches Risiko. Da ich aber körperlich nicht allzu erschöpft bin – unter anderen Umständen wäre das koordinativ und von der Konzentration her für mich vermutlich nicht machbar gewesen -, ist das in Ordnung.

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km-Markierungen

Ich halte meine Position im Damenrennen, kann sogar noch ein paar Männer einholen. Verschont bleibt mein Körper aber auf diesem Downhill nicht. Irgendwann als ich gerade einen Mann überholt habe, komme ich frontal zum Sturz und schlage mir Knie und Knöchel ein wenig auf. (Gut, dass ich 1a Kompressionsstrümpfe trage. Die erfahren hier ein alternatives Einsatzgebiet.) Bei diesem Rennen und dazu den rutschigen Bedingungen steht ein kleiner Sturz in praktisch jedermanns Rennprotokol.

Nach 4:17 im Ziel bin ich überglücklich. Team Österreich mit Lukas Gärtner (Platz 28, 3:43:28) und Daniel Jochum (Platz 55, 4:14:00) hat allen Grund zum Feiern! Und überhaupt sind After-Race Partys und das abendliche Zusammensitzen der Nationen wohl so ziemlich das schönste an diesem tollen Sport!

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Von den USA bekomme ich ein Singlet, von GB ein altes Longsleeve und eine Jacke. Die schönsten Souveniers der Welt! So cool!

 

 

 

 

 

 

Der WM-Bericht des OELV, verfasst von Helmut Schmuck:

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WM Berglauf mal 2 – Scharren in den Startlöchern

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Die letzte lange Trainingseinheit ist Geschichte, die letzten umfangreicheren Intervalleinheiten ebenso.

Der Silvrettarun 3000 war eine ideale letzte längere Belastungseinheit und ein super Testlauf unter Wettkampfbedingungen. Die letzte harte Intervalleinheit mit 12mal 2min vergangenen Mittwoch verlief gut und um ehrlich zu sein, habe ich mir sogar ein paar Sekunden gespart … – Ich konnte gleichbleibend unter den 2min auf meiner dafür ausgewählten Strecke bleiben. Freitag dann der letzte lange Lauf: eine Kombination aus kupiert und 4 km Berglauf aufwärts, abwärts und retour.

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Copyright: TVB Paznaun Ischgl/Galtür

Die Vorbereitungen verliefen – wie bei mir üblich – turbulent, aber nun bin ich guter Dinge. Sauber dürfte ich auch sein, so oft wie in den letzten drei Wochen kam ich selten zu einem gratis Vollwaschdurchgang …

Ich freu mich sehr auf meinen Start bei der WM Berglauf up&down World Mountain Running Championships am 30. Juli sowie auf meinen Start auf der WM Berglauf Langstrecke eine Woche am 6. August später World Mountain Running Long Distance Championships.

Am 30. Juli bei der WM Berglauf up&down starten für Österreich:

Athleten:
Hans-Peter Innerhofer
Manuel Innerhofer
Simon Lechleitner

Stefan Mayerhofer Junioren (U20)
Simon Rabl Junioren (U20)

Athletinnen:
Karin Freitag
Andrea Mayr
Katharina Zipser

Helena Dutka Juniorinnen (U20)
Katharina Erlacher Juniorinnen (U20)
Hannah Moser Juniorinnen (U20)

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Training am Silvrettastausee

 

Ich freu mich schon sehr! … und langsam werde ich nervös *lol*

Vielleicht drückt ihr uns die Daumen??

6. Silvrettarun 3000

Wenn Frau morgens aus der Zeitung läuft …

2017 Silvrettarun 3000 - Tiroler Tageszeitung

Tiroler Tageszeitung, 16.07.2017

SILVRETTARUN 3000 – das Sommerhighlight für mich als Tiroler Bergläuferin: eine Veranstaltung, die ihres gleichen sucht: bis ins Detail organisierte Veranstaltung, heißer Tee auch auf 3000m, die Bergrettung, unzählige freiwillige Helfer mit Engagement im Einsatz, super Moderation durch Othmar Peer, Schwimmbad zum sofortigen Aquajogging danach …

 

Das Rennen führt mich heuer in der Vorbereitung auf die Berglauf up&down bzw. Langdistanz Weltmeisterschaft über das Rietzenjoch, die Medium Distanz mit 30 km und 1500 hm. Die Bedingungen gut, ein klein wenig flockiger Niederschlag, abwärts hätte ich gerne mehr Schnee gesehen. Ich freue mich über lockere 2:51:30 als letzte Formprobe.
Schön, so viele bekannte Gesichter zu sehen –
Vereinskollegen und Freunde

Hier ein Video als Vorgeschmack für eine eventuelle Teilnahme 2018

 

 

2017 Rückblick Teil 1: bisher und weiter Verrückt nach Laufen

2017 bis jetzt

Es ist Zeit, ein bisschen zu schreiben. Für euch, aber v.a. für mich. Erinnerungen verblassen und beim Lesen alter Posts erlebe ich Erinnerungen wieder. Kennt ihr das?

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Quelle (Spruch): unknown

Ich schreibe eigentlich sehr gerne. Leider aber lässt die Zeit es selten zu. Ich gehe einem Vollzeitberuf nach, der mich sehr fordert, trainiere mit Spaß und Engagement; ja und dann möchte ich auch noch etwas entspannen, soziale Kontakte pflegen, essen und schlafen. Kann mir mal wer sagen, warum dieser Tag nicht 36 Stunden hat??? 

Meine Wintersaison beende ich heuer sehr früh. Ich verzichte auf einen Start bei der Sellaronda zugunsten eines frühen Straßenmarathons und bereue es nicht 🙂

 

Vorbereitung Vienna City Marathon (VCM)

2016/17 glaube ich, den Winter durchlaufen zu können. Bis Jänner sieht es gut aus. Ich laufe also auch im November und Dezember. Der Winter ist mild und etwas Schnee stört mich beim Laufen nicht.

Etwa 3 Mal pro Woche  laufe ich und peppe mein Training mit Skibergsteigen und etwas Langlaufen auf. Die Abwechslung ist schön. Ich genieße das. Aufgrund einer Achillessehnenentzündung muss ich im Jänner dann aber doch eine kleine Laufpause einlegen. Auf Ski starte ich bei der Mountain Attack Marathon 2017 (3100 Hm) und werde in 3:14:07 beste Österreicherin. Das Stockerl verpasse ich bei sehr starker Skibergsteigerkonkurrenz als vierte knapp.

Als harte Einheiten dienen bis in den Frühling ein paar weitere Rennen auf Ski. Ich starte beim Marmot Evolution Race (930 Hm, 3,5 km) und hole mit einem dritten Tagessieg den Wanderpokal zu mir nach Hause. Hecher Speed Up (850 Hm: erst 300 Hm rauf, dann 300 Hm Abfahrt, dann 550 Hm rauf) macht mir aufgrund der kurzen Zwischenabfahrt auch recht viel Spaß und so bin ich auch heuer dabei.

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Hecher Speed Up, Foto: Veranstalter

Ab Februar trainiere ich allerdings praktisch nicht mehr auf Ski. Die ein oder andere coole Tour mit meinem Bergbuddy Wolfi mach ich, aber das Training findet wieder fokussiert in Laufschuhen statt. Das letzte Rennen auf Ski und auch mein letzter Ausflug in den Schnee ist dann das Harschbichl-Rennen (950 Hm, 4,2 km) am 3. März. Bei einem geplanten Marathon am 23. April wird es jetzt Zeit, die Ski zu verstauen.

 

Im März laufe ich 630 km. In diesem Monat absolviere ich auch das erste Trainingslage meines Lebens: eine Woche Zypern, vgl. Bericht Trainingslager Zypern 2017.

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Foto: Hubert Morawetz

Insbesondere der März und der April sind auf Marathonvorbereitung ausgelegt.

Konkret sieht mein Marathontraining für den VCM mehrere längere Einheiten die Woche zwischen 90 min und 2:15/2:30 h vor. Schnelle Einheiten reduzieren sich weitgehend auf x-mal 1 km oder 2 km Marathontempo mit Ein- und Auslaufen. Mit diesem Grundkonzept fahre ich gut. Von entsprechenden Einheiten erhole ich mich schnell. Lange Tempoläufe kommen in meinem Training hingegen praktisch nicht vor. Vor dem Frankfurt-Marathon 2016 habe ich zudem noch einige morgendliche „Koalaläufe“ die Woche absolviert: Ich bezeichne mit diesem Terminus Joggingrunden, die der reinen Bewegung dienen und nicht länger als 30 min dauern. „Tempo“: maximal langsam. Für diese Einheiten habe ich in der VCM-Vorbereitung, die beruflich einfach auch sehr stressig ist, praktisch keine Zeit. Für meinen Herbstmarathon möchte ich diese Einheiten wieder einbauen, denn sie haben mir bisher sehr gut getan und waren eine ideale Vorbereitung auf das eigentliche Training nach der Arbeit.

 

Vienna City Marathon (VCM) oder Marathon, schöner geht nicht

Die letzten Kilometer des Vienna City Marathon waren emotional die bewegendsten meines Läuferlebens. Dieses Strahlen im Gesicht – das eigene – auf meinen letzten Metern Richtung Ziel: Ich selbst werde es nicht vergessen.

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Kronenzeitung, 24.04.2017

Ich entscheide mich recht kurzfristig für einen Marathonstart in Wien und sollte es nicht bereuen. Übernachtet habe unmittelbar in der Nähe des Starts. Vorab bin ich recht nervös. Der Vortag ist mit Technicalmeeting und Co dann doch auch ziemlich hektisch und so entscheide ich mich, am Vorabend allein in Ruhe eine Kleinigkeit zu essen. Sicherlich hätte ich gerne Freunde und Bekannte gesehen, aber ich halte es für klüger, mir Ruhe zu gönnen und mich zu fokussieren.

Sonntag, Renntag: Ich jogge mit meinem Kleiderbeutel einen km bis zum Startareal. Es ist frisch, v.a. bläst – wie vorhergesagt – ein starker Wind, der uns auch im Rennen zu schaffen machen würde. Die BetreuerInnen der kenianischen TopläuferInnen versorgen ihre Athletinnen mit einer extrem fetten Creme. Damit sollen sie sich diese Bauch und Beine, insbesondere Oberschenkel eincremen. Sie bieten mir etwas davon an. – Muss ich mir merken. Ich glaube, die Creme hilft tatsächlich etwas gegen Kälte und Wind . Ich laufe kaum ein, lediglich ein bisschen hin und her, auf und ab.

Dann geht es an den Start. Meine anvisierte Zeit ist 2:43 hoch bis 2:44:59; das bedeutet eine Pace von 3:52-54 min/km. Auch Karin Freitag ist am Start und hat mit Alexander Weiß einen Tempomacher dabei. Sie erklärt, 3:50 min/km oder knapp darunter anlaufen zu wollen. Zu schnell für mich: Ich plane alleine zu laufen.

Kurz vor dem Start meint Karin, sie würden den ersten km locker angehen. Der Wind erscheint mir stark – Windschatten ein absoluter Vorteil. Ich laufe also mit der entstehenden Gruppe mit. Mit 18:59 gehen wir bei 5000 m durch. Reinhard Kessler, mein Trainer, erstarrt vor seinem PC. Das entspricht einer Pace von 3:48 min/km und ist für einen Marathon etwas schnell für das „Fräulein Zipser“. Auch das „Fräulein Zipser“ erkennt das und lässt die Gruppe laufen.

Allerdings merke ich bald, dass der Gegenwind insbesondere in diesem Abschnitt recht stark ist und laufe das Loch wieder zu. Sicher eine Risikoentscheidung. Irgendwann ca. bei km 8 kommt Karin zu Sturz. Ich bin damit führende Österreicherin, der BMW fährt neben mir … Es ist ein grausiges Gefühl, denn ich weiß zu diesem Zeitpunkt nicht, ob Karin sich ernster verletzt hat. Hinter mir die Marathonmeute, ich seh nichts … Ich laufe weiter: Von da an aber gegen den Wind und nicht so flott. Bei km 10 höre ich Alexanders Stimme von hinten, der Karin die Zwischenzeiten durchsagt. Ich bin erleichtert und erkundige mich bei Karin nach ihrem Befinden. Soweit scheint alles ok. Die beiden laufen an mir vorbei. Ich habe zwischenzeitlich meine eigene Pace gefunden und lasse sie ziehen. Die beiden fortan immer in Sichtweite.

Insbesondere zwischen km 15 und 20 verliere ich etwas Zeit (5 km: 19:51 min). Es ist windig; damit muss ich mich abfinden und mein Tempo meine Ressourcen anpassen. Bei der Halbmarathonmarke gehe ich mit 1:22:02 durch. Insbesondere in Hinblick auf die Verhältnisse – der Wind ist im Alleingang kein angenehmer Zeitgenosse – bin ich zufrieden und versuche das Tempo konstant zu halten. Meine 5km-Zeiten entwickeln sich wie folgt: 00:18:59, 00:19:13, 00:19:19, 00:20:12, 00:19:51, 00:20:03, 00:20:26, 00:20:22 und die 2,195km 00:09:03. Die Verpflegung an den Laben funktioniert 1a. Für jede Labestelle habe ich eine Flasche angerührt mit Power Plex Energy Transmitter und etwas Iso Fit Sport Mango für den Geschmack vorbereitet. Zwischen km 32 und 35 komme ich Karin merklich näher und ich überhole sie etwa an der 35km-Marke. BMW, Motorrad, ORF, Rad etc. der VCM-Organisation begleiten mich. Für mich ein unglaubliches Gefühl.

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Foto: Wilhelm Lilge

Ich merke, dass ich gefilmt werde und genieße es. Die Leute am Straßenrand feuern mich an.

Auf der langen Zielgeraden aber schon vorher kann ich meine Freude nicht mehr unterdrücken. Muss ich auch nicht – Ich DARF genießen! Ich reiße die Arme in die Höhe, winke, freue mich!

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Eine Bestzeit geht sich heute nicht aus. Aber ich weiß, ich zeige ein für mein Vermögen gutes Rennen. Diese letzten Meter werde ich sicherlich nie vergessen.

Danke, VCM 🙂

VCM Ziel.pngIm Ziel genieße ich und bleibe bis auch die letzte Läuferin die Ziellinie überquert. Die große Sushiplatte abends habe ich mir redlich verdient.

 

Erholung und Landes- und Staatsmeisterschaft Berglauf

Die nächsten anstehenden Wettkämpfe sind vier Wochen bzw. sechs Wochen später die Landesmeisterschaften Berglauf, auf die Hohe Salve/Rigi (21. Mai) sowie die Staatsmeisterschaften Berglauf am 4. Juni im Zuge des 33. Internationalen Muttersberglaufes (8,46 km, 1180 hm).

Auf alles kann man sich – oder zumindest ich mich nicht – mit gleich viel Fokus vorbereiten. Mein nächstes großes Ziel ist die Weltmeisterschaft im Ultra-Trail am 10. Juni über 49 km und 2900 Hm up & 2900 Hm down. Ich regeneriere also nach dem Marathon und bereite mich dann darauf vor.

Ein spezifisches Training für reinen Berglauf und eine entsprechend kurze Distanz ist nicht möglich. Mit meinen Ergebnissen bei der Landes- und Staatsmeisterschaft bin ich zufrieden.

Bei der Landesmeisterschaft werde ich hinter einen starken Karin Freitag (54:10.0) und Susanne Mair (55:39.5) in 56:07.7 dritte Dame. Gemeinsam mit meiner Vereinskollegin Elisabeth Harrie freue ich mich über den Landesmeistertitel Mannschaft.

Für die Staatsmeisterschaft über 8,46 km mit 1180 hm zeige ich als 5. Dame aus dem Training heraus eine solide Leistung und bin im Hinblick auf die WM eine Woche später zuversichtlich. Gerade gegen Ende des Rennens merke ich, dass ich noch Körner habe und kann meinen Abstand verringern. Die Ausdauer scheint zu passen.

  1. Mayr Andrea, SVS-Leichtathletik 54:07,1
  2. Hauser Alexandra Kolland Topsport Gaal 1:00:11,1
  3. Freitag Karin LG-Decker Itter 1:00:29,4
  4. Mair Susanne Union Raika Lienz 1:00:54,0
  5. Zipser Katharina SK Rueckenwind 1:01:32.2

Für Elisabeth Harrie und mich gibt’s den Vizestaatsmeistertitel in der Mannschaft.

Vereinskollege Thomas Roach wird Vize-Staatsmeister. Grande!

  1. Innerhofer Manuel, LC Oberpinzgau 47:38,3
  2. Roach Thomas, SK Rueckenwind 49:24,6
  3. Seibald Manuel, LTV Köflach 49:29,3
  4. Schumi Bruno, LAC Klagenfurt 50:01,1
  5. Lechleitner Simon, LLZ Tirol 50:18,6

 

WM Ultra-Trail – Trail World Championships, Badia Prataglia, Italien

49 km, 2900 Hm up & 2900 Hm down heißt die Devise bei der Weltmeisterschaft im Ultra-Trail.
 5:41:06 nach dem Start erreiche ich das Ziel und werde 27. Dame bei dieser WM. In der Mannschaft erreichen wir Platz 5 (mit Sandra Koblmüller Platz 9 und Sibylle Schild Platz 46)

Jipiiiiii!!! 7. Platz WM Berglauf Langdistanz

7. Platz WM Berglauf Langdistanz
Ich bin zurück aus Slowenien und freu mich riesig über dieses Ergebnis!

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Copyright: Tad Davis

Die WM Berglauf Langdistanz fand heuer in Podbrdo/Slowenien statt.

 

Seit dem Winter war dieses Rennen und eine gute Performance dort mein Ziel. 42 km und 2800 Hm im Aufstieg, ebenso viele Höhenmeter abwärts auf teilweise sehr schwierigem, technischen Downhill galt es zu bezwingen.

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Team AUSTRIA

 

Erst eine Woche vor dem Rennen war es offiziell: Für Österreich gehen drei Frauen und vier Männer an den Start.

Ich bin gut vorbereitet und so gibt es während des Rennens keine großen Überraschungen, ich finde schnell in mein Tempo und kann das Rennen genießen.

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Copyright: Tad Davis. Bei km 28, nach dem ersten langen Downhill und vor dem zweiten langen, steilen Anstieg – nutsaboutrunning!!!

 

Knapp unter Porezen, als ich 2800 Hm im Aufstieg in den Beinen hatte, entstand folgendes Foto:

 

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Copyright: Karmen Klancnik. Nach knapp 2800 Hm im Aufstieg freue ich mich von Karmen Klancnik angefeuert zu werden. Herzlichen Dank für das Bild!

Ich denke, das Foto sagt mehr als tausend Worte. Freilich war es anstrengend, aber ich war tief im Herzen so glücklich, mich in MEINEM NATIONALDRESS für ÖSTERREICH auf dem WM-Kurs zu befinden und dieses Rennen absolvieren zu dürfen.

Zu diesem Zeitpunkt liege ich sogar vor der später 4.platzierten Italienerin Francesca Iachemet (links mit blauen Shirt im Bild). Im zweiten Anstieg geht es mir richtig gut. Ich merke, das ausdauerorientierte Training der letzten Zeit hat sich ausgezahlt. Das stimmt mich positiv für meine weiteren Unternehmungen.

In diesem Sinne: Ein HERZLICHES DANKESCHÖN an den FÜR MICH BESTEN Trainer der Welt Reinhard Kessler. Ich freue mich schon auf die Straßenmarathonvorbereitung und hoffe, heuer auch eine schöne Zeit auf den Asphalt zu bringen.

Im zweiten Downhill überknöchle ich leider. Ich stürze zwar nicht, aber verletze mich doch am Sprunggelenk – Bändereinriss.

Irgendwie schalte ich das aber aus und laufe noch knappe 1000 Hm abwärts Richtung Ziel.

Generell sind die 2800 Hm (nach meiner Uhr sogar 2900 hm) im Downhill stellenweise sehr anspruchsvoll und bei entsprechendem Tempo und unter Anstrengung einfach auch risikoreich. Im ersten Downhill z.B. hat man im oberen Bereich auf 3 km ein Gefälle von ca. 30 %.

Insbesondere die Italiener sind offenbar Downhill-Spezialisten. Hier (wie anderswo) habe ich noch Luft nach oben *lol*.

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Copyright: Tad Davis. Zieleinlauf 😉

Als 7. der Weltmeisterschaft überquere ich jedenfalls einfach nur überglücklich nach 4:40:09 die Ziellinie.

 

 

Ich bin überglücklich, dass ich dabei sein durfte und auch ein wenig stolz. Ich denke, das darf ich auch sein. Es ist gut so und es gibt mir Kraft und Zuversicht.

 

Ich danke dem OELV, allen voran Helmut Schmuck, für diese Chance und das Vertrauen in mich, meinen Freunden und Bekannten, insbesondere Laufkollegen fürs Daumendrücken, meinen treuen Sponsoren für die immerwährende Unterstützung und wie gesagt, allen voran meinem Trainer, für den es selbstverständlich ist, mir am Vorabend noch Mut zuzusprechen und mir zu sagen, dass er an mich glaubt. DANKE

 

Weltmeister Berglauf Langdistanz werden mit gewaltigen Leistungen Alessandro RAMBALDINI (ITA) in 3:44:52 und Annie CONWAY (GBR) in 4:29:01.

1. Annie CONWAY Annie (GBR) 4:29:01
2. Antonella CONFORTOLA (ITA) 4:29:58
3. Lucija KRKOČ Lucija (SLO) 4:30:43
4. Francesca IACHEMET (ITA) 4:37:37
5. Nicolette GRIFFIONEN (RSA) 4:39:16
6. Karin FREITAG (AUT) 4:39:54
7. Katharina ZIPSER (AUT) 4:40:09
8. Megan KIMMEL (USA) 4:40:28
9. Debora CARDONE (ITA) 4:40:43
10. Jana BRATINA (SLO) 4:40:47

1. Alessandro RAMBALDINI (ITA) 3:44:52
2. Marco DE GASPERI (ITA) 3:46:12
3. Mitja KOSOVELJ (SLO) 3:46:33
4. Tom OWENS (GBR) 3:49:34
5. Benedikt HOFFMANN (GER) 3:50:42
6. Ricky LIGHTFOOT (GBR) 3:53:30
7. Marcin SWIERC (POL) 3:53:32
8. Lukas NAEGELE (GER) 3:53:48
9. Andrew DAVIES (GBR) 3:54:39
10. Milan JANATA (CZE) 3:54:43

 

Das Abschneiden der Österreicherinnen:
6. Karin FREITAG 4:39:54
7. Katharina ZIPSER 4:40:09
33. Anita WEISS 5:29:55

17. Robert GRUBER 4:05:12
23. Andreas TOCKNER 4:13:04
50. Andreas ROIS 4:38:53
52. Daniel JOCHUM 4:42:29

Tapern für die Berglauf-Weltmeisterschaften Langdistanz ;-)

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Copyright: Slimane Ghodbane

Gestern eine nach der Österreichischen Staatsmeisterschaft im Berglauf durchaus anspruchsvolle Trainingswoche mit 129 km inkl. zwei Intervalltrainingseinheiten (Mittwoch Berg-AB-Intervalle und Freitag Berg-AUF-Intervalle) abgeschlossen und heute beginnt das Tapern!

 

Ich freue mich sehr, kommenden Samstag in Slowenien am Start stehen zu dürfen. Und , juhu, wir haben auch jeweils ein Team.

Es starten:
Karin FREITAG
Anita WAISS
Katharina ZIPSER

Robert GRUBER
Daniel JOCHUM
Andreas ROIS
Andreas TOCKNER

42,195 km gilt es unter die Füße zu bringen, inklusive 2800 Höhenmeter im Aufstieg und ebenso viele im Abstieg.

Eine Rennbeschreibung findet ihr hier

… und wir freuen uns übers Daumendrücken 😉

Ein gelungenes, fröhliches Berglaufwochenende – Österreichische Staatsmeisterschaft Berglauf 2016

05. Juni 2016

 

Gestern fand in Schladming die Österreichische Staatsmeisterschaft im Berglauf statt und am Abend ging wohl eines der schönsten Wettkampfwochenenden zu Ende, das ich bis jetzt erleben durfte.

Die Atmosphäre war einfach gewaltig. Die Organisation großartig: Von A bis Z top! Ein großes Kompliment an die Veranstalter und den ÖLV! Ich denke, so fühlt sich jede(r) BergläuferIn wohl. Zudem waren so viele Freunde und bekannte Gesichter vor Ort und es ergaben sich viele, nette, wenn auch oft viel zu kurze Ratscher. Nicht zuletzt war ich mit einer tollen Truppe unterwegs: Vom SK Rueckenwind standen drei Damen (Liudmila Uzick, Elisabeth Harrie und ich) sowie ein Herr (Franz Reiter) an der Startlinie. Zudem hatten wir mit Erich Rettenegger einen wunderbaren Betreuer dabei. Herzlichen Dank auch dafür! Fürs Anmelden, Startnummern abholen, Zimmer reservieren, Rucksack schleppen und, und, und …

Wir trafen uns Samstag Mitte bei Rueckenwind – Tirols Erste Laufsportadresse. Reinhard Kessler bot mir noch einen Kaffee an. Und während ich sonst versuche, auf Kaffee weitgehend zu verzichten, trinke ich ihn dort einfach gern. In der Fantasse schmeckt er am besten; und schon ging es zu viert los. Erich fuhr und wir ratschten und ratschten, sodass die Fahrzeit (gut 2,5 h) wie im Flug verging. Die von Erich ausgewählte Unterkunft (JUFA) war tadellos und auch mein Zimmerchen fein. Nach einem kleinen Lauf verschwand ich für ein paar Minütchen in der Infrarotkabine bzw. im Kräuterdampfbad und dann trafen wir uns auch schon zum Abendessen: Forelle mit Kartoffeln – mein Lieblingsgericht. Es müssen nicht immer Nudeln sein. – Die mag ich auch eigentlich nicht. Der LSV 1990 Kitzbühel speiste vollzählig am Nebentisch und so erfuhren wir auch da das Neueste.

Schlafenszeit. Start: Sonntag, 10:30 Uhr. Das fand ich ganz wunderbar. Wir mussten nicht extra früh aufstehen, um noch rechtzeitig zu essen, sondern konnten ganz gemütlich in den Tag starten. Und während wir uns einliefen, hatte Andreas Ringhofer als exzellenter Streckenchef alle Hände voll zu tun. Pünktlich um 10:30 Uhr fiel der Startschuss. Wie es bei uns so zugeht und wie herzhaft die spätere Vizestaatsmeisterin am Start lachen kann, seht ihr oben.

Nach 300-400m flach, klatschten wir regelrecht gegen die Wand. Die steilste Passage gleich zu Beginn. Das ist natürlich krass, aber steil ist einfach geil.

 

Die Strecke war extrem abwechslungsreich und auch anspruchsvoll, technisch aber nicht schwierig. So konnte gut und gerne in Straßenschuhen, in meinem Fall dem ASICS Gel Hyper Tri, gelaufen werden. Die Positionen bei den Frauen vorne waren gleich „aufgeräumt“. Am linken Bild in rot vor mir seht ihr Karin Freitag. Teresa Stadlober am Bild noch hinter uns, aber wie gesagt, wir befinden uns gerade auf den ersten 10 Höhenmetern, 20 sec später überholt sie uns beide und lag von da an an dritter Position. Rechts seht ihr meine liebe Vereinskollegin Elisabeth Harrie und Michaela Zwerger vom LC Villach beim Start in den Anstieg.

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Copyright: Stefan Mayer

Ich fühle mich im Rennen wohl, mir tut nichts weh, alles wunderbar und ich freue mich. Über Forststraßen, aber v.a. wunderschöne Waldwege und Steigerl geht es hinauf auf die Planai.

 

Auf der letzten Kehre lassen mich Erichs Zurufe ein letztes Mal beschleunigen und schon bin ich im Ziel. Einen Becher Cola, den Siegerinnen gratulieren und schon laufe ich zurück zur letzten Kurve, um meine Vereinskolleginnen auf den letzten Metern anzufeuern. Wir freuen uns gemeinsam hier zu sein und gehen gemeinsam auslaufen.

Als wir 30min später zurück sind, sind auch die Ergebnisse da: Wir freuen uns über den Mannschaftsstaatsmeistertitel im Berglauf.

Laufen ist oft ein Einzelsport und doch ist es wunderschön, diese Leidenschaft zu teilen, u.a. eben auch zu einem Team zu gehören, das Zusammengehören zu erleben und sich gemeinsam zu freuen. Danke, Liudmila und Elisabeth und danke Erich für die Topbetreuung!

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Der Staatsmeistertitel geht an die mehrfache Welt- und Europameisterin Andrea Mayr vor Susanne Mair und der Skilangläuferin Teresa Stadlober. Bei den Herrn geht der Titel an den erst 20-jährigen Manuel Innerhofer vom LC-Oberpinzgau vor Christian Hoffmann und Simon Lechleitner. Herzlichen Glückwunsch!

Zur Siegerehrung der Staatsmeisterschaft dürfen die ersten sechs Herren und Damen:

1. Innerhofer Manuel, LC-Oberpinzgau, 43:43,7
2. Hoffmann Christian, ATV Irdning, 44:58,1
3. Lechleitner Simon, LG-Decker Itter, 45:09,2
4. Redl Alois, ASK-McDonalds-Loosdorf, 45:22,4
5. Gärtner Lukas, LTV Bawag PSK Köflach, 46:07,1
6. Kessler Roman, LG-Decker Itter, 46:21,1

1. Mayr Andrea, SVS-Leichtathletik, 45:22,4
2. Mair Susanne, U. Raika Lienz, 50:00,0
3. Stadlober Teresa, ATV Irdning, 52:59,8
4. Freitag Karin, LG-Decker Itter, 54:03,7
5. Zipser Katharina, SK Rueckenwind, 54:53,4
6. Zwerger Michaela, LC Villach, 56:54,0

Die Mannschaftsmeistertitel gehen bei den Damen wie bei den Herrn nach Tirol: an die LG-Decker Itter (mit Simon Lechleitner, Roman Kessler und Matthias Scherl ) und uns drei Damen vom SK Rueckenwind (Zipser Katharina, Uzick Liudmila, Harrie Elisabeth).

Die vollständigen Ergebnisse findet ihr >160605_OEM_Berglauf_Schladming_Ergebnisse<.

Landesmeisterschaft, Kraftalm: 3. Dame – Ein schönes Platzerl, fein war’s

22. Mai 2016

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Zum nun dritten Mal führt mich die Landesmeisterschaft im Berglauf nach Itter (2013 mit Staatsmeisterschaft, 2014 und heuer).

Im Vorfeld freue ich mich auf den Bewerb, denn die Strecke ist wirklich schön und wird dem Anspruch eines Berglaufes und einer Landesmeisterschaft in dieser Disziplin gerecht. Und die LG-Decker Itter, allen voran Sepp Feller, veranstaltet generell tolle Bewerbe. Da stehen wir LäuferInnen gern am Start.

Der Formaufbau passt, wobei mein Trainingsfokus natürlich auf Längerem liegt und mein Training daher insbesondere auf Ausdauer und Langdistanz ausgelegt ist. Zuversichtlich stehe ich jedenfalls am Start. Ich laufe jetzt seit etwas über zwei Monaten wieder (Bis März war aufgrund der Mittelfußverletzung kein Lauftraining möglich) und es läuft wirklich gut! Wo ist das Holz???? Ah, Schreibtisch! – schon geklopft! denn: So soll es bleiben.

Mit Erich Rettenegger und Liudmila Uzick darf ich nach Itter mitfahren. Zwar habe ich jetzt seit ziemlich genau einem Jahr ein Auto, aber gemeinsam ist weniger einsam 🙂 Danke, Erich und Liudmila fürs Mitnehmen! Ich freu mich auf die Staats in 9 Tagen mit euch!

Am Start ist es schon recht warm. Ich laufe mich nur kurz ein und stelle mich tendenziell in den Schatten. Die Strecke ist mir bekannt, obwohl sie mir heute recht lang vorkommt: insbesondere das Zwischenstück auf Asphalt mit einer Steigung, die mir nicht besonders liegt … Susanne (S. Mair) läuft von Anfang an vorne weg, Karin (K. Freitag), die mit Eddy heute gemeinsam läuft, ist knapp vor mir. Im Wald und am Steig kann ich fast ihr Tempo gehen – was mich freut -, aber auf dieser ansteigenden Straße, da kann ich nicht mithalten … Mit meiner Leistung bin ich jedenfalls sehr zufrieden und besonders schön finde ich es, dass uns die StarterInnen der Kinder- und Jugendklassen in Trauben im finalen Steilstück anfeuern.

Zum Auslaufen geht es heute mit Susanne auf die Hohe Salve. Anschließend sitzen wir alle zusammen in der Sonne und genießen. Ein gelungener Tag, würde ich sagen.

 

Tiroler Meister werden: Susanne Mair und Roman Kessler. Herzliche Gratulation!

Die ersten drei Herren und Damen:
1. Roman Kessler, LG-Decker Itter, 0:39:02
2. Matthias Scherl, LG-Decker Itter, 0:39:22
3. Christoph Aschaber, LSV 1990 Kitzbühel, 0:40:01

1. Susanne Mair, U. Raika Lienz, 0:42:02
2. Karin Freitag, LG-Decker Itter, 0:44:05
3. Katharina Zipser, SK Rueckenwind, 0:44:38

 

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Die ersten drei Damen der Landesmeisterschaft Berglauf 2016. Links die verdiente Siegerin Susanne Mair und rechts von mir die zweitplatzierte Karin Freitag.

 

 

Mit einer starken Leistung von Liudmila auf Rang 4 der Damen in 0:51:43 und Sophia (0:55:03) geht der Mannschaftsmeistertitel im Berglauf 2016 an uns, den SK Rueckenwind (Katharina Zipser, Liudmila Uzick, Sophia Moosbrugger). *freu*

Bei den Herren gewinnen in der Mannschaft die LG-Decker Itter mit Roman Kessler, Matthias Scherl und Stefan Fuchs.

Die vollständigen Ergebnisse findet ihr >TM Berglauf 2016 Ergebnisse<.

Next stopp: Staatsmeisterschaft Berglauf Schladming

 

Der Berg ruft *grins* zweimal „Sieg“

 

Für eine gute Vorbereitung auf die Berglaufsaison entschied ich mich, zwei sehr unterschiedliche Rennen ins Programm zu nehmen:

  • zum einen den Moritzberglauf bei Nürnberg (10 km & +365 Hm),
  • zum anderen den Trail de la Lesse bei Daverdisse (Wallonien, also Belgien) (25 km & +/- 1100 Hm).

Der Moritzberglauf fand am 1. Mai statt und zumal ich am Vortag noch an einer Klausurtagung in Achenkirch am Achensee zu tun hatte, bot sich dieses Rennen am Weg nach Belgien als Zwischenstopp an.

 

Moritzberglauf bei Nürnberg

Ehrlich gesagt hatte ich mir nicht allzu viel erwartet. Ein Berglauf bei Nürnberg? Ja gibt’s denn da Berge? und überhaupt … Aber die Homepage schien ordentlich. Das Rennen wurde im DLV-Kalender beworben, also wollte ich mir das anschauen.

Schon seit 1988 wird auf diesen „Berg“ gelaufen. Dass es sich bei diesem Hügel um einen Berg handelt, darauf legen die Veranstalter großen Wert. Nicht zuletzt weist man uns Starter darauf auch über Lautsprecher hin: Der Moritzberg sei über 600 m und damit ganz klar als Berg zu klassifizieren. Nun gut, vom Start konnte ich den „Berg“ nicht sehen. Die Organisation vor dem Start war super, x Personen halfen mit, gaben Startsackerl aus und erklärten meiner Begleitung ausführlich, wie man mit dem Auto in die Nähe des Zielbereiches käme. Startnummer war montiert, ich hatte mich ein klein wenig aufgewärmt und schon konnte es losgehen!

Der Startschuss fiel für mich dann etwas abrupt, sodass ich mich ungewollt an erster Position wiederfand. Gut fürs Foto *grins*

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Copyright: Daniel Decombe, publiziert auf http://www.marktspiegel.de

Der Streckenverlauf war sehr abwechslungsreich und führte uns erst auf einer Forststraße durch den Wald in die ein paar Höhenmeter höher gelegene Ortschaft Schönberg. Dort ging es zwischen den Gartenzäunen einspurig durch, ehe wir auf einer Lichtung den Kampf vom Wind angesagt bekamen. Ich lief zu diesem Zeitpunkt mit einem Mann, der sich für meinen Windschatten entschied. Als es wieder steiler wurde und auf einem Trail in den Wald hinein ging, konnte ich mich absetzen. *lach* Mit 42:45 min geht das Damenrennen mit Streckenrekord an mich.

 

 

Trail de la Lesse bei Daverdisse (Wallonien, Belgien)

„25 km kreuz und quer, auf und ab“, so hätte man das Ganze durchaus auch bezeichnen können und v.a. war und wurde dieses Rennen ein richtiger Spaß.

Hier der Link zum Race: Trail de la lesse | Plus qu’un trail, un défi!

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Danke an Asics für die Topausstattung – der Rucksack sitzt

„Les trails 40 km et 25 km seront clairement taillés pour les amoureux de DIFFICULTES, grâce à leurs dénivelés exceptionnels, leurs passages à gué et les quelques parties à travers tout.“ – ich hatte mich – wie die meisten Teilnehmer – für die 25 km entschieden und obwohl ich mir Youtube-Videos angesehen hatte, ahnte ich nicht, was mich erwarten würde.

 

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Es war warm. 28 Grad und das war gut so; denn die Lesse wurde nicht einmal gequert. Dreimal war ich bei der Querung bis zum Bauchnabel im Wasser. Es ging mehr offtrail als auf Trail und das war gut so. Freilich litt das Tempo etwas darunter und ich war glücklich, dass ich mich für meine Kompressionssocken entschieden hatte. (Meine ,Haxen‘ trügen sonst wohl die ein oder andere Erinnerungsspur.) Aber es machte sooo viel Spaß.

Die ersten vier Männer rannten mir in der ersten technischen Abwärtspassage davon. Dann war ich lange Zeit allein unterwegs. 100-200 m hinter mir ein Belgier und irgendwann war ich glücklich, als er aufschloss. Es war schon eine Herausforderung den Untergrund im Auge zu behalten und gleichzeitig nach den weiß-roten Bändchen Ausschau zu halten, die uns quer durch den Wald Böschungen und Hügel auf und ab lotsten. Wenn man erst 100 Hm diritissima den Hang hinaufgehetzt wurde, um dann Minuten später 20 m weiter wieder ausgespuckt zu werden, so blieb einem manchmal nichts anderes als tief nach Luft zu ringen. Im Nachhinein freilich denkt man anders.

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Das Zielareal war das Motocrossareal von Daverdisse und ich war überzeugt, dass wir dort noch über Hindernisse gejagt würden. Vielleicht die einzige Enttäuschung, zumal die letzten km als die schwierigsten beschrieben wurden und ich da noch eine Überraschung erwartete. Aber irgendwie war ich auch froh, im Ziel zu sein.

Auf diesen letzten km jedenfalls – es ging recht viel querfeldein und steil aufwärts – konnte mich von meinem langen Weggefährten absetzen und noch eine halbe Minute herausholen. Wegtrinken konnte ich ihm jedenfalls nichts, denn während es auf der Strecke nur bei km 16 was zu Trinken gab – ich glaube Wasser -, wurde man ihm Ziel mit einigem belohnt.

Ich gewinne die Damenklasse deutlich – mit über einer halben Stunde Vorsprung und werde 5. Mann von 165 gestarteten.

Ein gelungenes Aktion, wie ich meine und wer weiß: Nicht ungern käme ich hierher wieder.

 

 

 

Neues Stirnband, neues Leben!

Danke von Herzen an die liebe Kati von laeuferherzenbzw. katiscaps.wordpress.com, von der ich aufmunternde Post erhalten habe: zwei wunderschöne neue Stirnbänder.

Fotos in Use folgen. Dankeschööön! Ich würde mich sehr freuen, dich bald mal wieder zu sehen.

verivalbio goes Achselkopfhütte

Lange hat es gedauert, wirklich lange, bis ich mich dazu durchgerungen habe, hier auf meinem Blog wieder einmal zu berichten, zu reflektieren und das Folgende zu schreiben.

Die Saison 2015 war alles andere als einfach für mich. Aufgrund meiner Verletzung am rechten Schienbein vom Herbst 2014 konnte ich erst sehr spät in das Laufgeschehen 2015 einsteigen.
Freilich hatte ich auch in der lauffreien Zeit trainiert, mich bewegt, mein Bestes gegeben …

Und natürlich macht mir Skibergsteigen (das mache ich mittlerweile ja auch wettkampfmäßig 😉 ), Rennradfahren, usw. Spaß; aber im Herzen bin ich a) Läuferin (und zwar möchte ich im Freien laufen, am Berg, auf der Straße, … nicht im Hallenbad und b) ist kein Ersatztraining der Welt die ideale Vorbereitung für Laufbewerbe.

Wadln kühlen

Wadln kühlen

Im Mai warf mich Reinhard dann bei der Landesmeisterschaft Berglauf mit Laufschuhen ins kalte Wasser, mit 200 Jahreslaufkilometern lief ich im Juni die Österreichische Meisterschaft im Bergmarathon, hantelte mich von dort zur WM Berglauf Langdistanz und zum Silvrettarun 3000.

Dann endlich sollte ich mich erholen und ein Training absolvieren: ein Marathontraining. Vier Wochen klappte das eigentlich ganz gut.
Um mein Schienbein nicht mit den für ein Marathontraining nötigen vielen Laufkilometern überzustrapazieren, trainierte ich viel auf einer 3,4 km Forststraßenrunde in Hatting. In der vierten Trainingswoche mit gesamt 144 km startete ich bei der Landesmeisterschaft über 10000 m auf der Bahn und alles schien „on track“.
Ich war happy, aber 72 Stunden später sah die Welt anders aus und 96 Stunden später hatte sie sich um 180 Grad gedreht.
Donnerstag (27. August): 10000 m Bewerb
Sonntag (30. August): Bänderverletzung am rechten Sprunggelenk
> Der Berlinmarathon hatte sich damit erledigt: Am Montag disponierten Reinhard und ich sofort auf Frankfurt-Marathon um. Eis auflegen, eincremen, Physio, … ich hatte noch immer ein Ziel und es hieß Marathon.

Österr. Berglaufnationalteam in Wales

Österr. Berglaufnationalteam in Wales

Montagabend (31. August) Einberufung ins Nationalteam für die Weltmeisterschat Berglauf Up & Down am 19. September. Wir überlegten, … waren aber zuversichtlich, dass getapet ein Antreten drei Wochen nach der Verletzung möglich und fünf Wochen vor dem Marathon in Frankfurt auch ins Konzept passen würde.
Dienstag (1. September) dann 39 Grad Fieber etc. > bakterielle Angina > Antbiotika … Jetzt lag ich erst einmal eine Woche im Bett. Die Laune war im Keller, aber ich mühte mich, für die WM fit zu werden.

WM Berglauf Up and Down, Eröffnungsfeier

WM Berglauf Up and Down, Eröffnungsfeier

Am 17. September ging der Flug, am Samstag sollte das Rennen sein. Natürlich war ich gerade von einer Angina kuriert und eine Bänderverletzung verheilt auch nicht von heute auf Morgen, aber ich war happy, freute mich, für Österreich als eine der drei Seniorinnen mit Sabine Reiner und Karin Freitag an den Start gehen zu dürfen und ich wollte einfach mein Bestes geben.

Zur Sicherheit hatte ich im Flieger und Transferbus ein Halstuch um und ein Stirnband auf, desinfizierte regelmäßig meine Hände und nahm Cetebe für mein Immunsystem. Alles war soweit ok; ich dankbar.
2015 WM Berglauf Up and Down 3Es war toll, als Teil einer österreichischen Abordnung in Wales zu sein, aber wie bitte, wie – statistisch unmöglich, dass es mich treffen würde – konnte ich mir kein 24 h vor dem Rennen eine Lebensmittelvergiftung zuziehen? Ab 15 Uhr nachmittags lag ich im Bett bzw. befand mich am Weg zwischen Bett und WC.

Nicht das ständige Erbrechen war schlimm, es tat mir einfach im Herzen weh, die Psyche war nun endgültig angeknackst … Kein Tee blieb im Magen, an Essen war nicht zu denken, aber das Rennen, das wollte ich mir nicht wegdenken.

In der Früh konnte ich ein Paar Löffel Joghurt mit Müsli zu mir nehmen, v.a. aber trank ich Wasser mit Maltodextrin. Ich fühlte mich schwach, aber ging an den Start. Für das Team, aber v.a. für mich wollte ich es probieren. Wozu war ich denn hier, wenn nicht um diese verflixten 8,9 km und knapp 500 Hm zu laufen?!! Dass das nicht lustig war und schon gar nicht nachdem ich mich während dem Rennen abermals übergeben hatte, muss ich nicht erläutern, aber ich lief ins Ziel. Unzufrieden, traurig, enttäuscht.

Aus heutiger Sicht aber, war das das einzig Richtige. Denn in Rot-Weiß starten zu dürfen, war wirklich eine Ehre. Und wenn ich etwas bewiesen habe: Dann Durchhaltevermögen, Ehrgeiz, Teamgeist (ohne mein Finishen wären wir drei nicht 7. Damenteam geworden) und Disziplin.

2015 schöner SpruchAls ich zuhause war, war ich wirklich fertig, ich fühlte mich physisch und psychisch schwach.

Meine Blutwerte waren schlecht. Wir sprachen noch einmal über den Marathon in Frankfurt, aber nach all diesen gesundheitlichen Hürden, war nun einfach genug. Körperlich würde es schwer, die Vorbereitungen noch so hinzubekommen, dass ich eine für mich zufriedenstellende Marathonleistung erzielen könnte. 2:44:59 hatte ich mir irgendwann für 2015 vorgenommen. Schon im Frühling sah ich Marathon nur im Fernsehen, dass es nun auch im Herbst nicht klappen würde, tat weh.

Ich hatte auch einfach nicht mehr die Kraft, ein aufwendiges Training zu absolvieren, dass mir dann nicht so gedankt würde, wie ich es mir vorstellte. Wir beschlossen, an dieser Stelle die Saison zu beenden.

Verivalbioooooo

Verivalbioooooo

Liebe Leute, v.a. liebe Freunde, ich möchte mich bedanken für den Zuspruch, den ich erfahren habe. 2016 wird ein neues Jahr mit neuem Glück.

Nach der WM habe ich für drei Wochen praktisch keinen Sport gemacht, meinem Körper Zeit gegeben, sich zu erholen.

Vor knapp zwei Wochen habe ich mit dem Trainingsaufbau begonnen: Gymnastik, Laufen und meinen neuen Fischerski waren auch schon unterwegs.

Danke an dieser Stelle an meine Sponsoren und Unterstützer, insbesondere verivalbio, die mir geben, wenn ich zu knabbern habe und an Fischer für mein neues paar Ski. Ich freu mich auf Spaß im Schnee, aufs Skibergsteigen mit ein paar geplanten Wettkämpfen, auf Marathon, Laufen und Berge.