Der Berg ruft *grins* zweimal „Sieg“

 

Für eine gute Vorbereitung auf die Berglaufsaison entschied ich mich, zwei sehr unterschiedliche Rennen ins Programm zu nehmen:

  • zum einen den Moritzberglauf bei Nürnberg (10 km & +365 Hm),
  • zum anderen den Trail de la Lesse bei Daverdisse (Wallonien, also Belgien) (25 km & +/- 1100 Hm).

Der Moritzberglauf fand am 1. Mai statt und zumal ich am Vortag noch an einer Klausurtagung in Achenkirch am Achensee zu tun hatte, bot sich dieses Rennen am Weg nach Belgien als Zwischenstopp an.

 

Moritzberglauf bei Nürnberg

Ehrlich gesagt hatte ich mir nicht allzu viel erwartet. Ein Berglauf bei Nürnberg? Ja gibt’s denn da Berge? und überhaupt … Aber die Homepage schien ordentlich. Das Rennen wurde im DLV-Kalender beworben, also wollte ich mir das anschauen.

Schon seit 1988 wird auf diesen „Berg“ gelaufen. Dass es sich bei diesem Hügel um einen Berg handelt, darauf legen die Veranstalter großen Wert. Nicht zuletzt weist man uns Starter darauf auch über Lautsprecher hin: Der Moritzberg sei über 600 m und damit ganz klar als Berg zu klassifizieren. Nun gut, vom Start konnte ich den „Berg“ nicht sehen. Die Organisation vor dem Start war super, x Personen halfen mit, gaben Startsackerl aus und erklärten meiner Begleitung ausführlich, wie man mit dem Auto in die Nähe des Zielbereiches käme. Startnummer war montiert, ich hatte mich ein klein wenig aufgewärmt und schon konnte es losgehen!

Der Startschuss fiel für mich dann etwas abrupt, sodass ich mich ungewollt an erster Position wiederfand. Gut fürs Foto *grins*

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Copyright: Daniel Decombe, publiziert auf http://www.marktspiegel.de

Der Streckenverlauf war sehr abwechslungsreich und führte uns erst auf einer Forststraße durch den Wald in die ein paar Höhenmeter höher gelegene Ortschaft Schönberg. Dort ging es zwischen den Gartenzäunen einspurig durch, ehe wir auf einer Lichtung den Kampf vom Wind angesagt bekamen. Ich lief zu diesem Zeitpunkt mit einem Mann, der sich für meinen Windschatten entschied. Als es wieder steiler wurde und auf einem Trail in den Wald hinein ging, konnte ich mich absetzen. *lach* Mit 42:45 min geht das Damenrennen mit Streckenrekord an mich.

 

 

Trail de la Lesse bei Daverdisse (Wallonien, Belgien)

„25 km kreuz und quer, auf und ab“, so hätte man das Ganze durchaus auch bezeichnen können und v.a. war und wurde dieses Rennen ein richtiger Spaß.

Hier der Link zum Race: Trail de la lesse | Plus qu’un trail, un défi!

Trail de la Lesse  (9)

Danke an Asics für die Topausstattung – der Rucksack sitzt

„Les trails 40 km et 25 km seront clairement taillés pour les amoureux de DIFFICULTES, grâce à leurs dénivelés exceptionnels, leurs passages à gué et les quelques parties à travers tout.“ – ich hatte mich – wie die meisten Teilnehmer – für die 25 km entschieden und obwohl ich mir Youtube-Videos angesehen hatte, ahnte ich nicht, was mich erwarten würde.

 

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Es war warm. 28 Grad und das war gut so; denn die Lesse wurde nicht einmal gequert. Dreimal war ich bei der Querung bis zum Bauchnabel im Wasser. Es ging mehr offtrail als auf Trail und das war gut so. Freilich litt das Tempo etwas darunter und ich war glücklich, dass ich mich für meine Kompressionssocken entschieden hatte. (Meine ,Haxen‘ trügen sonst wohl die ein oder andere Erinnerungsspur.) Aber es machte sooo viel Spaß.

Die ersten vier Männer rannten mir in der ersten technischen Abwärtspassage davon. Dann war ich lange Zeit allein unterwegs. 100-200 m hinter mir ein Belgier und irgendwann war ich glücklich, als er aufschloss. Es war schon eine Herausforderung den Untergrund im Auge zu behalten und gleichzeitig nach den weiß-roten Bändchen Ausschau zu halten, die uns quer durch den Wald Böschungen und Hügel auf und ab lotsten. Wenn man erst 100 Hm diritissima den Hang hinaufgehetzt wurde, um dann Minuten später 20 m weiter wieder ausgespuckt zu werden, so blieb einem manchmal nichts anderes als tief nach Luft zu ringen. Im Nachhinein freilich denkt man anders.

Trail de la Lesse  (3)

Das Zielareal war das Motocrossareal von Daverdisse und ich war überzeugt, dass wir dort noch über Hindernisse gejagt würden. Vielleicht die einzige Enttäuschung, zumal die letzten km als die schwierigsten beschrieben wurden und ich da noch eine Überraschung erwartete. Aber irgendwie war ich auch froh, im Ziel zu sein.

Auf diesen letzten km jedenfalls – es ging recht viel querfeldein und steil aufwärts – konnte mich von meinem langen Weggefährten absetzen und noch eine halbe Minute herausholen. Wegtrinken konnte ich ihm jedenfalls nichts, denn während es auf der Strecke nur bei km 16 was zu Trinken gab – ich glaube Wasser -, wurde man ihm Ziel mit einigem belohnt.

Ich gewinne die Damenklasse deutlich – mit über einer halben Stunde Vorsprung und werde 5. Mann von 165 gestarteten.

Ein gelungenes Aktion, wie ich meine und wer weiß: Nicht ungern käme ich hierher wieder.

 

 

 

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Regenerationswoche mit Kohla Evolution Race zum Abschluss

13.02.2016

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Strecke: Gries – Sattelberg – Leckner
Starthöhe: 1160 m, Zielhöhe: 2114 m, Höhendifferenz: 954 m

43:54,17 min … Sieg und der Wanderpokal wohnt ein weiteres Jahr bei mir 😉

Nach dem Hecher Speed Up war etwas Müdigkeit über mich hereingebrochen und so planten wir eine Regenerationswoche ein.
Am Plan standen also zwei sportfreie Tage, lockeres Sportprogramm am Dienstag und Mittwoch, zusätzliche eine wohltuende Massage, etwas Sauna, Dampfbad und v.a. Infrarotkabine.

Ein Rennen in einer Regenerationswoche mag verwirrend klingen, aber dass ich beim Kohla Evolution Race starten wollte und würde, stand außer Diskussion. Freitag Abend beim Warm Up für das Rennen fühlte ich mich energiegeladen; hmmm, vielleicht habe ich bei den kurzen Intervallen etwas übertrieben?

Für das Rennen hatte ich mir zum Ziel gesetzt, meine Zeit vom Vorjahr (43:41,91) klar zu unterbieten. Am Start war ich zuversichtlich, dass mir das gelingen würde; denn das Training in den letzten Wochen verlief sehr gut.
Das große Ziel heißt Sellaronda und auf dieses Rennen ist momentan alles ausgerichtet. Ein entsprechendes Zwischenergebnis hätte mich mental gestärkt. Meine diesjährige Zeit von 43:54,17 ist eine gute Zeit und ich will mich darüber freuen. Aber 100% bin ich am Samstag nicht in Fahrt gekommen, v.a. nicht zu Beginn. Im Steilhang fand ich dann ins Rennen, aber da glaubte ich schon nicht mehr daran, dass mir mein Ziel aufgehen könnte, strengte mich an, aber so ganz groß war die Bereitschaft, die allerletzten Kraftreserven locker zu machen, nicht; auch hatte ich keine wirkliche Konkurrentin im Rennen, die mir eingeheizt hätte.

Jedenfalls bin ich happy, dass ich den Wanderpokal wieder ein Jahr beherbergen darf, denn den finde ich cool und wirklich schön. Er macht sich auf meinen Natursteinoptikfliesen gut, wie ich finde … und beschriftet ist er jetzt auch.

 

Bei den Herren ging der Sieg ex aequo in einer beachtlichen Zeit von 35:05,20 an David Thöni und Martin Renzler. Die beiden sind Vereinskollegen und wie mir Martin erzählt, haben sie sich wechselseitig gepusht, sodass sie beide sehr happy mit ihrem Ergebnis sind. Apropos Martin Renzler: Die Tiroler Tageszeitung hatte ihn im Bericht zu seinem Sieg letzte Woche beim Hecher Speed Up ausgebürgert. Tatsächlich ist der schnelle 24-jährige Mann Österreicher, wohnhaft in Gries am Brenner. Rennen läuft er allerdings v.a. in Südtirol.

1. David THÖNI, ASV Gossensass Ski, 35:05,20
1. Martin RENZLER, ASV Gossensass Ski, 35:05,20
3. Ivan PAULMICHL, ASV Martell, 37:22,62

1. Katharina ZIPSER, Kohla Tirol / Asics Frontrunner, 43:54,70
2. Irmi PLATTNER, ASV Gossensass Ski, 58:25,00

Der Sieg in der Hobbyklasse bis zur Sattelbergalm geht in 21:03,01 am den erst 14-jährigen Max Molzer und Katharina Alberti (25:27,10).

Die vollständigen Ergebnisse findet ihr >Ergebnisliste Kohla Evolution Race 2016<.

Herzliche Gratulation an alle Teilnehmer und ein riesengroßes Lob an die Veranstalter, die ein toporganisiertes Rennen auf die Beine gestellt haben. Die Stimmung war 1a. Sogar der Hund (siehe Foto ganz oben) hatte eine Startnummer. Die Siegerehrung erfolgte zügig und seines gleichen sucht das Rennen auch, was die Tombola betrifft. Von Kohla Fellen über Stöcke, Brillen, Essensgutscheine bis hin zu prall gefüllten Fresskörben …

Bis nächstes Jahr! Merci

Morgen heißt es fleißig arbeiten. Dienstag nehme ich mir vielleicht frei. Da würde ich gerne mal wieder ein paar Höhenmeter in Mutters klopfen gehen 😉

Sieg beim Hecher Speed Up

05.02.2016

DSC_1391.JPGHecher Speed Up – Fast ist der Name Programm, denn tatsächlich machen sich Freitag Abend 115 Racer mit rasantem Tempo und teilweise – wenn auch nicht von Beginn an, wohl aber gegen Ende hin – hängender Zunge von Grafenast Richtung Hecher auf.

Während die Starter über die kurze Distanz Kurs halten, scheren die 70 Starter über die lange Distanz nach 300 Hm links aus, fellen ab und stürzen sich in die Abfahrt.

Für mich verläuft das Rennen bis dahin gut und Abfahren ist sowieso cool! Also: Tutto gas! Ich ärgere mich etwas über meinen Helm. Leider ist er mir ein bisschen groß; zwar habe ich mir behelfsmäßig schon vor der Mountain Attack Schaumstoff hineingeklebt, aber wenn ich beim Anziehen nicht wirklich achtgebe, was ich vor diesem Rennen – in Anbetracht der Tatsache, dass die Abfahrt recht kurz ist – nicht getan habe, geht er leider etwas auf oder von meinem Schädel spazieren … Egal. Schon sind wir in der Wechselzone. Ich halte ganz rechts, meine Vacuum Base Felle von Kohla Tirol sind schnell am Ski. Marco Mattlschweiger von bikearea.at feuert uns an.

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Nuts for the squirrel

In der Wechselzone steht er direkt neben mir und ich vernehme so etwas wie: “ Im Ziel gibt’s Nüsse!“

 

Leute, das war kein Scherz! 540 Hm später weiß ich das. Zwar wird mein Sachpreis, ein Flascherl Schnaps mit Beschriftung, das ich dem für mich besten Trainer der Welt Reinhard Kessler gebracht hätte (Ich selbst trinke ja keinen Alkohol), versehentlich, weil mich die Zeitnehmer nicht ins Ziel laufen gesehen hatten bzw. bei der Erstellung der Einlaufliste ein Fehler unterlaufen war, der Zweitplatzierten ausgehändigt; ein Sackerl peaNUTS gab es jedenfalls ganz speziell für mich. Made me smile! Danke, Marco!

 

Die schnellsten drei Damen und Herren über die lange Distanz (Aufstieg 300 Hm, Abfahrt 300 Hm, Aufstieg 540 Hm)

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Tagessieger Langstrecke, Copyright: http://www.bikearea.at

  1. Katharina ZIPSER, Kohla Tirol / ASICS Frontrunner, AUT, 0:44:12,10*IMG-20160210-WA0001
  2. Stefanie KOCH-KLINGER, SC Anger, GER, 0:46:58,41
  3. Biggi STUFFER, ASV Gossensass Skialp, ITA, 0:48:06,76
  1. Martin RENZLER, ASV Gossensass – Skialp, AUT, 0:36:33,66
  2. Armin NEURAUTER, Haglöfs-Friends / union-sporthuette.at, AUT, 0:37:38,81
  3. Jörg RANDL, Haglöfs-Friends / union-sporthuette.at, AUT, 0:38:22,82

 

Über die kurze Distanz (ein Aufstieg, 540 Hm) waren am schnellsten

  1. Vivien SENN, ASV Gossensass – Skialp, ITA, 0:28:37,62
  2. Tamara AIGNER, AUT, 0:28:42,66
  3. Stefanie DE SIMONE, ITA, 0:28:57,26
  1. Daniel WILDAUER, AUT, 0:23:01,68
  2. Reinhard HURTH, AUT, 0:23:03,32
  3. Manuel ZORN, AUT, 0:23:22,08

* Die Zeit wurde mir so zugewiesen. Tatsächlich hatte ich eine hohe 44er Zeit.

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Ausgehen nach dem Rennen mit die schnellen Mander

Gratulation allen, die dabei waren und danke an die Organisatoren und auch an jene, die uns angefeuert haben 🙂

 

Samstag war dann gemütliches Spazieren mit Ski aufs Axamer Kögele 12644953_1304791102880568_128668121771700625_nangesagt und heute entschied ich mich ob des Sturmes für Indoortraining. 3 h Crossramp. Das ist nicht nur körperliches Training, sondern stellt auch eine psychische Herausforderung an mich dar *lol* Bald ist Sellaronda und Wer keine Ziele hat, hat schon verloren.

Die vollständigen Ergebnisse findet ihr hier: Langdistanz-Ergebnisliste-Hecher-Speed-Up-2015 & Kurzdistanz-Ergebnisliste-Hecher-Speed-Up-2015.

 

 

Yeah! 3. Dame MOUNTAIN ATTACK MARATHON und fastest Austrian

15.01.2016 Mountain Attack – Start über die MARATHONDISTANZ

I ❤ MARATHON

Dass mein Herz für Marathon und Berge schlägt, ist längst kein Geheimnis

… und so war nach der in meiner Erinnerung nur positiv besetzten Sellaronda 2015 die Mountain Attack ein schönes Ziel.

 

Präambel oder so
Da ich am ersten Mai in Salzburg die Staatsmeisterschaft Marathon laufen möchte, versuche ich das Lauftraining mit dem Training auf den Skiern zu kombinieren; neben der Arbeit keine leichte Herausforderung, aber mit guter Organisation und viel Willen geht einiges. Danke an dieser Stelle an meinen immer engagierten, flexiblen Trainer Reinhard Kessler!

Mein erster Test auf Schnee in Vals hatte mich positiv gestimmt; dass ich mich dort in der Zugluft auf der Hütte von Viren umtänzeln ließ und es mich über Silvester ins Bett katapultierte, freute mich weniger. Naja, ich bin kein großer Fan von Silvester und Schießerei, mir macht das eher Angst und so war es zumindest aus diesem Blickwinkel keine Tragödie.

Österreichischen Meisterschaft im Vertical, Muttereralm / Innsbruck
Ich erhole mich recht schnell, will ich doch am 9. Jänner bei der Österreichischen Meisterschaft im Vertical auf der Muttereralm, meinem Heimrennen quasi, zeigen, was ich kann. Als vierte Dame über die Ziellinie zu laufen mit 1min 6sec Rückstand auf die mehrfache Welt- und Europameisterin Andrea Mayr und um 17sec am Podest vorbeizuschrammen, ist sicher kein schlechter Auftritt, aber gab Blech.

 

MOUNTAIN ATTACK
Hektische Tage vor dem Rennen
In der Woche vor der Mountain Attack fahre ich etwas mit dem Training herunter.
Ich will ausgeruht am Start stehen, außerdem ist noch eine ganze Reihe an materiellen Fragen zu klären.

  • Ein paar schlaflose Nächte hatte es mich gekostet und einen Berg Euronen, aber ich habe aufgerüstet … und besitze nun auch einen Carbonschuh. Entgegen den im Internet ausgeforschten Angaben zur Sohlenlänge ist mein neuer Schuh nur wenige mm kürzer als der alte, Umbohren unmöglich, Basteln für ein Uphillrennen denkbar (Danke an Peter Ledermaier – PELE Sport – für deine Überlegungen und deine Zeit, die du dir in diesem Zusammenhang für mich genommen hast), für ein Rennen mit rasanten Abfahren wohl riskant.
  • Ich brauche einen neuen Ski und in letzter Sekunde montiert mir Sport Wolf darauf die Bindung von meinem Trainingsski. Danke, Sport Wolf, für euer Engagement!
  • Wilfried kauft zwei Tage vor dem Rennen – als ich schon ein wenig nervös bin – eine neue Brille, um mir diese für das Rennen zu leihen. Emmm, ich habe auch diese im dritten Anstieg verloren … aber alles der Reihe nach!

Raceday
Um 9:30 Uhr treffen wir uns mit Armin Neurauter, der auch heuer wieder bei der Sellaronda mit mir im Mixed Team am Start stehen wird, beim Gefängnis. Keine Angst: Er parkt dort nur sein Auto und wir fahren gemeinsam nach Saalbach. Startnummern werden abgeholt, ein Teller Spaghetti verdrückt …
… und während Armin sich auf seine Weise vorbereitet, stehe ich um 13 Uhr mit den Skiern am Fuße des Schattbergs um mir eine Schattberg-Strategie zu überlegen: Kurze Harscheisen? Lange Harscheisen? Keine Harscheisen? Ski am Buckel? Nach einem Gespräch mit Thomas Koller – Danke für deine offene und hilfsbereite Art! – entscheide ich mich wie er für die Variante ‚Tragen‘. Zwar hätten die langen Harscheisen gut gegriffen, aber was, wenn über mir jemand rutscht, dann segle ich rücklings 400Hm mit ins Tal. „Mit den Skiern am Buckel“, so Thomas, „bist du wendiger und du bist doch Läuferin!“

Start, 16:00 Uhr
Ich hatte mich im Startblock recht weit vorne ganz außen rechts eingefunden.
Pünktlich setzen sich knappe 1000 Ausdauersportler, in vieler Augen verrückte, mit Skiern und Stöcken in der Hand in Bewegung. Es gilt aus dem Ort hinaus zu laufen und nach etwa 500 Laufmetern die Ski auf den Schnee zu werfen, in die Bindung einzusteigen und anzugasen.

Genau das mache ich: Ich komme am Start sehr gut weg, werfe meine Ski vor dem Bogen auf den Schnee und will los.
Da rufen mir zahlreiche Zuschauer etwas zu, ich höre irgendwas mit „Fell“ blicke auf meine Ski und kann es nicht glauben. Mein Fell hatte sich bereits zur Hälfte gelöst und war voll mit Schnee. Wie das passieren konnte? Ich weiß es wirklich nicht! Ich muss sehen, dass mir nicht die Tränen in die Augen steigen, denn nun muss ich abfellen, Rucksack öffnen, ein anderes Fell herausholen, auffellen und ich weiß, hier sind alle Starter noch knapp beisammen, auch der Großteil der Hobbysportler wird die ersten 600 Meter schnell bewältigt haben und an mir vorbeimarschieren. Ich versuche ruhig zu bleiben, mich zu konzentrieren und begebe mich in die Aufholphase. Ich muss mich damit abfinden, dass es etwas dauern wird, bis ich an die Position vorgelange, an der ich glaube, richtig zu sein. Einen Sprint einzulegen, wäre äußerst unklug. Die Überholmanöver kosten viel Kraft, aber ich fühle mich fit und gehe meinen Schritt.

Schattberg
Den Schattberg bewältige ich gemäß geplanter Strategie. Ich erlebe den Schattberg als steil, aber finde ihn nicht so schlimm, wie mir in zahlreichen Horrorgeschichten (nicht selten mit dem Zusatz: „Der Zwölfer ist noch schlimmer“) erzählt wurde.
Ps.: Ich wähle praktisch immer die steile Variante.

Schlimmer für mich ist, dass ich zwar einen Liter Flüssigkeit am Buckel im Rucksack trage, dass mir der Schlauch aber, obwohl ich mich bemühe, ihn direkt am Körper zu führen, eineist. Ich habe also zu Trinken am Buckel, aber nichts zu trinken.

Dies passiert – wie ich später erfahre – auch anderen. Da ich aber außer zweimal im Tal nichts zu trinken bekomme, ist es im dritten Anstieg hart. Maltodextrin und damit flüssige Energie stünde im Rucksack bereit … stattdessen hebe ich eine Dose vom Boden im Aufstieg auf, in der Hoffnung, darin noch Flüssigkeit zu finden. Ich hätte davongetrunken, „wurscht, wer reingesabbert hat“!!!

Der dritte Anstieg auf den Reiterkogel zieht sich, dann die letzte Abfahrt ohne Brille (denn diese hatte ich am Checkpoint 4 verloren) und schon rausche ich Richtung Ziel, auf den letzten Metern skate ich und überhole noch einen Mann. Reinhard sagt, ich muss Schlusssprint üben 🙂

Im Ziel werde ich von Moderation und ORF empfangen, es folgt das Zielfoto mit den zwei megastarken Italienerinnen: Raffaella Rossi, die Zweitplatzierte aus den Jahren 2013 und 2014 siegt vor Corinna Ghirardi, die 2015 mit Francesca Martinelli die Damenwertung der Sellaronda dominiert hatte. Ich bin überglücklich neben diesen megastarken Damen am Podium stehen zu dürfen und ja, ich freue mich!

3. Dame MOUNTAIN ATTACK MARATHON 2016

Es war steil, aber vorallem megaGEIL! I will be back!!!

… und danach:
… eine lange Heimfahrt bei Schnee nach Innsbruck. Um 3 Uhr im Bett … So sind wir am Samstag gemütlich 650 Hm mit Skiern spaziert, ich habe gut gegessen und gestern konnte ich gesellige 2400 Hm mit Stefan Keim gehen, wobei wir auch Susanne Mair getroffen haben, Mario Herburger und Wolfi Meister … Immer wieder die selben Verdächtigen!
Fein ist es bei uns in Tirol!

Herzlichen Glückwunsch allen Sportlern, Freunden und Kollegen zu ihren tollen Leistungen! Ganz besonders natürlich meinem ‪#‎kohlatirolproteam Kollegen Armin Neurauter zum 2. Gesamtrang auf der Tour!

Back on track

2015 Ötscher 2Geduld ist eine Tugend … nicht aber meine Stärke.
Ich habe – und das glaube ich schon sagen zu können – einen starken Willen.
… und: ich trage wieder Laufschuhe.

Aber langsam: Anfang November 2014 bei einem Trainingslauf mit meinem Vereinskollegen Günter Schneider plötzlich starke stechende Schmerzen im Schienbein … 4 km waren noch zu laufen und ich ließ mir nichts anmerken. Als Günter ins Studio abbog, stellte ich auf Humpeln um und machte mich auf Richtung Heimat. Die darauffolgenden Tage verzichtete ich völlig auf das Laufen; doch von Tag zu Tag wurde es schlimmer, nicht besser. Ich konnte kaum noch gehen und humpelte mit meiner am Ende korrekten Selbstdiagnose zum Arzt. Schienbeinfraktur.

2015 Ötscher 2Statt den Kopf hängen zu lassen, begann mit diesem Tag mein Alternativprogramm: 2 h nach dem Arztbesuch stand ich am Fuße des Stubaier Gletschers. Skibergsteigen aufwärts, Bahnfahren abwärts. Über Wochen. … und ich suchte mir ein neues Ziel: Das Ziel hieß SellaRonda Skimarathon. Der Sieg am 20. März mit Armin Neurauter bei ebendiesem großartigen Rennen bedeutete mir eine Welt und stärkte mich in einer nicht einfachen Phase.
April und Mai riefen mich auf das Rennrad. Radln macht die Wadln stark – dachte ich, ist sicher so. Aber die laufspezifische Muskulatur wird doch nur beim Laufen trainiert.
Und gelaufen bin ich wenig; bis Mai gar nicht.

Mit einer Handvoll Laufkilometern, aber einigen Höhenmetern Alternativtraining in den Beinen, stellte ich mich bei der Tiroler Landesmeisterschaft im Berglauf in Kramsach an den Start. Ein dritter Platz (34:07) mit nur 20 min Rückstand auf Karin Freitag waren ein für mich tolles, erfreuliches Ergebnis.

Leider hatten wir in Kramsach keine Damenmannschaft am Start. Das sollte bei der Österreichischen Staatsmeisterschaft im Berglauf in Rauris anders sein und so startete ich auch dort. Eine Hitzeschlacht sondergleichen: Nach 3 km sah ich Sternchen, musste leiser treten und schaffte es noch als 7. Österreicherin (1:21:26) ins Ziel. In der Mannschaftswertung konnten Liudmila Uzick (1:32:51), Angelika Winkler (1:37:02) und ich den Vizestaatsmeistertitel erringen. Ein schönes Mannschaftsergebnis.

Bergmarathon Ötscher 1Für die Österreichische Bergmarathonmeisterschaft in Lackenhof, die uns um den Ötscher führen sollte, hatte ich mir freilich anderes vorgenommen. Laufkilometer hatte ich immer noch spärlich gesammelt. Vor dem Wettkampf wollte ich nichts riskieren und so führte mich mein absolut längster Lauf 23 km um den Achensee. 50 km im Wettkampf waren da eine andere Nummer und für mich eine ungewohnte Situation. Seit November war ich gesamt etwas über 200 km gelaufen. Das lauf ich sonst in nicht einmal 2 Wochen. Dennoch glaubte ich an mich und lag bis Kilometer 39 in Führung. Nach 4:49 lief ich als Vize-Österreichische Meisterin über die Ziellinie. Ich bin stolz darauf, mit so wenigen Laufkilometern eine doch nicht unsportliche läuferische Leistung erbracht zu haben (Es war wohl niemand mit weniger Kilometern in der Vorbereitung am Start …), wenngleich ich natürlich erkennen musste, dass ich nicht in der läuferischen Form bin, in der ich gern wäre. Mannschaftlich konnten wir einen tollen gemeinsamen Erfolg erlaufen. Das Team SK Rueckenwind mit Angelika Winkler (5:44:27), Kathrin Soyer (7:08:01) und mir holte den Österreichischen Meistertitel.

Am 3. Juli darf ich in Zermatt für Österreich bei der Berglauf Langdistanz Weltmeisterschaft starten. Drückt mir die Daumen!

Ohne Wurst und ohne Speck hat das Leben auch ’nen Zweck – Harschbichl-Rennen, 6. Auflage

Foto: Markus Adelsberger

Foto: Markus Adelsberger

06.03.2015
Das Speckjagern am Donnerstag am Innsbrucker Hausberg, dem Patscherkofel, hätte seinen Reiz gehabt. Der Veranstaltungsname übte – sicher nicht nur auf mich – einen gewissen Reiz aus; ließ mich an
„Ohne Blumen, ohne Träume, ohne schöne Purzelbäume,
ohne Wurst und ohne Speck, hat das Leben keinen Zweck“ (Verfasser unbekannt)
denken.

Laktat-raus-spazieren *lol*, Foto: Marian Staller

Nächtliches Laktat-raus-spazieren *lol*, Foto: Marian Staller

Schlussendlich aber erschien es mir Donnerstag Abend nach der Arbeit inkl. Vorlesung am Nachmittag zu stressig. Mir zumindest war das zu viel Hektik und zudem wurde ich auf das Harschbichl-Rennen (950 Hm, 4,15 km) in St. Johann am Freitag aufmerksam. – Eine schöne Alternative.

Und auch wenn wir (Marian, Klaus und ich) uns nach der Siegerehrung und Tombola talwärts massiv verfahren haben, so habe ich doch einen großen Teil meiner Kindheit, insbesondere der Ferien, in St. Johann verbracht und bin wohl unzählige Male dort schifahren gewesen; zuletzt zu meiner Verteidigung aber wohl vor mind. 15 Jahren *lol*

Fabio, Maci und Sebastian, Foto: Kurt Rapira (musste ich klauen...)

Maci, Fabio und Sebastian, Foto: Kurt Rapira (musste ich klauen…)

Jedenfalls hat das Rennen und das ganze Drumherum sehr viel Spass gemacht. Auch meine Mum ist zum Start gekommen.
Danke an Marian fürs Mitnehmen nach St. Johann. Mit Marian und Klaus war die Fahrt per se schon quasi ein Sideevent. Gratulation zu euren Leistungen!

Ganz großes Kino war die Teilnahme der fünf Nachwuchs-Racer. Maci und Fabio Rapira, Sebastian und Andreas Mayer sowie Adrian Eckhart haben in ihren Racesuits nicht nur super ausgesehen, sondern sind auch gewaltig schnell den Harschbichl rauf gerannt (Maci 1:03:14,3, Fabio 1:03:59,4, Sebastian 1:09:48,3). Gratulation, Jungs!

Die Rennklasse gewinnen:
1. Georg Egger, Mountainshop Hörhager, 38:25,8
2. Stefan Fuchs, Itter, 39:23,6
3. Marian Staller, Rock’n Roll Mountain, 40:51,7

1. Katharina Zipser, SK Rueckenwind, 45:49,6
2. Verena Lechner, Bäckerei Hirzinger, 48:43,8
3. Bernadette Deisenberger, Cerro Torre, 54:24,6

Foto: Marian Staller

Foto: Marian Staller

Pastaparty, Siegerehrung, Tombola auf der Harschbichlhütte. – Eine Veranstaltung mit Herz – Danke

Die vollständigen Ergebnisse findet ihr hier: Ergebnisse Harschbichl-Rennen 2015

Tagessieg beim 2. Ehrwalder Zugspitzlauf *i gfrei mi*

28.02.2015 
Mein erstes Rennen mit Abfahrt

Hier der Streckenplan

Hier der Streckenplan

Zur Auswahl stehen drei Rennvarianten: Rennklasse mit 2 Abfahrten (Gesamtaufstieg ca. 950 Hm, Gesamtabfahrt ca. 670 Hm), Tourenklasse mit einer Abfahrt (Gesamtaufstieg ca. 520 Hm, Abfahrt ca. 240 Hm) und Hobbyklasse (Gesamtaufstieg ca. 340 Höhenmeter, Abfahrt ca. 60 Höhenmeter).

Harald lässt sich zu seinem ersten Schitourenrennen überreden, er holt mich ab und wir fahren gemeinsam hin. Wobei: War es ,überreden‘? Ich denke, er war überzeugt; v.a. im Nachhinein … Es wird nicht sein letztes Rennen sein und es hat Spaß gemacht.

Ich starte in der Rennklasse. – Schließlich möchte ich das Auf- und Abfellprozedere im Rennen erleben und Erfahrungen sammeln. Das tue ich und ich nehme einiges mit für weitere derartige Rennen:

Der Start erfolgt in Ehrwald auf 1000 m. Mit den Schiern in den Händen laufen wir ca. 250 m bis zum Sunracer (Talstation Sessellift). Als vierte des Gesamtfeldes werfe ich meine Schi in den Schnee. Ich habe große Schwierigkeiten beim Einsteigen in die Bindung und verliere Zeit … bleibe aber ruhig. Als so ziemlich Letzte laufe ich endlich los. Ein Zuschauer spricht mir Mut zu „Jetzt aber! Hop!“ Ich laufe los und mache einige Plätze rasch wieder gut. Erst flach und nur im mittleren Teil etwas steiler geht es hinauf zur Bergstation der Wettersteinbahn auf ca. 1500 m.

Final Skating

Final Skating *lol*

Ich reiße die Felle herunter und bin mit meiner Abfahrt zufrieden – bis es flach wird (Ziiiiiiiehweg): Kann mir jemand meine Schi wachseln??? *oooooooooo* Ein Mitstreiter überholt mich, hat schon fast Mitleid mit mir … und mit meinem Gewicht bringe ich es auch schwerlich auf ein hohes Tempo im Flachen. Endlich geht es wieder vernünftig abwärts – zur Wetterstein Talstation auf ca. 1070 m.

2. Ehrwalder Zugspitz Tourenlauf - Ziel Die Felle hätte ich auch etwas ordentlicher zusammenlegen können … Ich entwirre sie mühsam – die Uhr tickt – , dann felle ich wieder auf und weiß, jetzt muss ich nur noch Gas geben. Ich bin fast etwas erleichtert. *lol* Höchster Punkt ist neuerlich die Bergstation der Wettersteinbahn (auf ca. 1500 m). Abfellen, Felle in die Felltaschen und ab die Post. Für das Flachstück bemühe ich mich, ordentlich Schwung mitzunehmen. Diesmal geht es nach dem Ziehweg nicht mehr links weg ins Tal, sondern rüber zur Gamsalm. Die letzten 20 Hm zur Alm lege ich im Skatemodus zurück. Ziel!

Siegerehrung - 2. Ehrwalder Zugspitz Tourenlauf

Siegerehrung – 2. Ehrwalder Zugspitz Tourenlauf


Der Tagessieg geht an Markus Huber in 50:26,2 und mich in 54:01,3 min. Ich freu mich! Tolles Rennen, toporganisiert! – kann ich nur weiterempfehlen!

Zwei Tassen Tee und eine Suppe in der Hütte. Die Männer sind belustigt. Ja, das Biertrinken ist nicht meines. Ich steh dazu. Prost!

Schöne Siegerehrung, tolle Tombolapreise und Abfahrt ins Tal auf Irrwegen. Wir verfahren uns. – Oder drücken wir es anders aus: Wir beenden die Tour im wahrsten Sinne des Wortes als Rundtour. Über Felder und Zäune – hat Spaß gemacht!

I gfrai mi, dass i da war - DANKE

I gfrai mi, dass i da war – DANKE

Run Happy! Sweet dreams

Die Vollständigen Ergebnisse findet ihr hier: Ergebnisse 2. Ehrwalder Zugspitz Tourenlauf

„Sie lebt noch“ – Sieg in 44:34 (850 Hm) aufs Pfriemesköpfl (7. Schitourenaufstiegsrennen Mutterer Alm / Pfriemes Köpfl, Polizeisportverein Tirol)

30.01.2015
Zum dritten Mal starte ich gestern beim Rennen aufs Pfriemes Köpfl ausgetragen vom Polizeisportverein Tirol. Mein drittes Skitourenrennen – eigentlich schon witzig … Rueckenwind – Tirols erste Laufsportadresse sponsert für das Rennen alljährlich einen Preis und so hat mich Reinhard, der mich ja trainiert, vor zwei Jahren zum ersten Mal hingeschickt.
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Wirklich eine sehr schöne Veranstaltung: Das Rennen mit Start um 16:30 Uhr, das „Zsammsitzen“ und das leckere Essen bei Markus auf der Mutterer Alm, Gummibärchen und Co als Tombolapreise und eine zügige Siegerehrung, sodass wir anschließend um 20 Uhr schon im Dampfbadl weilen …

Schade nur, dass es heuer so einige Parallelveranstaltungen gibt und die Gästeklasse überschaubar ist …
Eine Zeit von 43 min hatte ich mir in den Kopf gesetzt. Da Laufen in meinem Leben momentan sagen wir in karolingischen Minuskeln geschrieben wird, habe ich unvergleichlich mehr Hm gemacht. Keine 100000 wie so manch anderer, aber doch einige, sodass ich mir sicher bin, dass 43 min eine realistische Zielzeit für mich ist. Mein einziges Bedenken vorab ist der harte und damit rutschige Schlusshang zum Pfriemes …
Dass sich eine 43er Zeit aber schon 150 m nach dem Start von mir verabschieden würde, damit hätte ich als allerletztes gerechnet.

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Start um 16:30, pünktlich: Die Rennklasse mit Ziel am Pfriemes Köpfl (850 Hm) gefolgt von der gut besetzten Hobbyklasse, die bis zur Muttereralm (650 Hm) läuft, setzt sich in Bewegung. Es geht um die erste Kurve. Danach wird es kurz flach und *patsch*, komisch … was war los?

Mein linker Schuh hatte in der Bindung eingerastet. Ich lasse einen lauten Schrei los, schimpfe wie ein Rohrspatz. Spätestens jetzt war allen Polizisten um mich herum klar: Sie lebt noch. – Aber gefragt war eigentlich mein Reaktionsvermögen … Ich bücke mich, erkenne das Problem, da läuft mir links einer (… den ich ganz klar unwissentlich behindert hatte) über den Stock. Diesbezüglich hatte ich Glück: Stockbruch wäre ja auch noch eine super Sache gewesen.

Ich muss also den Schi ausziehen, das Klapperl hinten runterlegen, Schi wieder anziehen und Meter machen. Raimund wundert sich schon über meinen Verbleib. Es dauert bis ich aufschließen kann. – Die 35 sec, die ich über meiner angestrebten 43er-Zeit am Konto stehen habe, wohl schon. Aber wie heißt es so schön: Start ist hier, Ziel ist dort. Wari, hatti, tati ist nicht.

Ich versuche mich zu konzentrieren und laufe immer rechts der Piste entlang bis zur Mutterer Alm. Unter der Mutterer Alm geht es rechts vorbei und dann in den abschließenden Steilhang. Wir haben ca. die Mitte des Hanges erreicht, da kommt uns Jörg Randl (36:37), der Tagesschnellste, schon entgegen. Auf geht’s: Die letzten Meter: 44:34. Mein Ziel – und da bin ich eben so – verfehlt, aber 1 min schneller als 2014 und gewonnen habe ich auch wieder. 🙂

Die ersten drei der Rennklasse:
1. Katharina Zipser, 44:34,5
2. Theresa Farbmacher, 52:35,2
3. Tamara Unterberger, 57:36,4

1. Jörg Randl, 36:37,4
2. Stefan Klotz, 38:41,1
3. Franz Waibl, 40:00,3

Ich werde mich jetzt ein bisschen um meine Technik kümmern und weiterhin Höhenmeter sammeln. Morgen geht’s von der Karlskirche auf den Glungezer.

Am 20. März ist SellaRonda. I gfrai mi!

Sieg beim Pölventrail – Österreichische Meisterin im Speedtrail

05.10.2014

Da guckst du ...

Da guckst du … Copyright: Sportograf

Vergangenen Sonntag fand in Söll die erste Österreichische Meisterschaft im Speedtrail, ausgetragen im Rahmen des Pölventrails, der dritten Etappe der Tour de Tirol, statt. – An dieser Stelle sei vorab Hannes Wille vom Veranstaltungssponsor Scott aufs Herzlichste gedankt, der mir eine so kurzfristige Teilnahme noch ermöglichte.

Am Vortag reiste ich gemeinsam mit Daniel Ressmann von der Firma Triout an, wir genossen einen feinen Abend organisiert von Scott mit vielen anderen Läufern bei herrlicher Pasta im AufdaMühle und nächtigten im Hotel Alpenschlössl.

Copyright: Winfried Stinn, http://www.laufreport.de (s.u.)

Dass in dieser Nacht ebendort auch eine Hochzeit gefeiert wurde, tat dem Wochenende keinen Abbruch: Ohrstöpsel rein und Stirnband (ohne das man mich eh kaum kennt …) auf und schon schlief ich tief und fest.

Der Startschuss fiel um 9:30 h. Wieder einmal traf ich so viele bekannte Gesichter, dass für vernünftiges Einlaufen keine Zeit blieb. Die Temperaturen waren ideal. Ich konnte vom Start weg die Führung im Damenfeld übernehmen und fand gut ins Rennen. Nach wenigen Metern Asphalt führte uns die 23 km lange Strecke auf Terrain, wie es des Trailrunners Herz höher schlagen lässt. Rund um den Pölven galt es 1250 Hm bergauf und 1250 Hm bergab auf schmalen Pfaden und Wegerl zu laufen. 2 km Asphalt, der Rest ,Natur pur‘! – Den Organisatoren sei ein großes Lob ausgesprochen, die mit einer großartigen neuen Streckenführung heuer ein tolles Trailrennen (bzw. eine tolle dritte Etappe der Tour de Tirol) ins Leben gerufen haben.

Beim Bad Häringer Steinbruch über die Zeitmessung. Copyright: Sportograf

Beim Bad Häringer Steinbruch über die Zeitmessung. Copyright: Sportograf

Eine anspruchsvolle, aber an allen Stellen laufbare Strecke, führte uns auf schmalen Wegerl vorbei am Bad Häringer Wasserfall und dem Steinbruch. Zwar zog sich das Starterfeld rasch in die Länge, einsam war man aber nie und zahlreiche Zuschauer und viele, viele Helfer trugen das ihre dazu bei, dass dieses Rennen zu einem schönen Erlebnis wurde.

Um den Pölven ...

Um den Pölven …

Trailrunningschuhe, deren Profiltiefe am Start kontrolliert wurde, waren nicht ohne Grund Pflicht. Blätter, Wurzeln, steile Downhills … forderten Trittsicherheit und Konzentration.

Dass ich von diesem Lauf auch ein schönes Erinnerungsfoto haben wollte, wurde mir da beinahe zum Verhängnis.

Nicht gerade im Schneckentempo lief ich auf Andreas Auer vom Laufteam Breitenbach zu, der das Rennen in einer schönen Abwärtspassage fotografisch festhielt. Ja, beim Laufen gibt es keine Haltungsnoten und dennoch …  Ich richtete meinen Blick auf ihn, wollte freundlich in die Kamera grinsen (danach fühlte ich mich ja auch) und schon merkte ich, wie sich eine Wurzel mir vor die Füße warf. Ich stürzte nicht, ein Kuss blieb dem Baumstumpf aber nur knapp verwehrt. Ich stieß mich von ebendiesem ab, um rasch weiter zu laufen. Die Fotos sind Zeugnis dieser Rennepisode.

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2014 Poelventrail 1
Copyright: Andreas Auer

Immer wieder wiesen einen Zuschauer auf bevorstehende besonders rutschige oder steile Passagen hin bzw. erklärten einem in den Bergaufpassagen, dass es gleich wieder flacher und leichter zu laufen wäre.

Copyright: Bernie Manhard

Copyright: Bernie Manhard

Eine rundum positive Rennkulisse. Anstiege und Downhills wechselten sich in einem angenehmen Rhythmus ab. 3 km vor dem Ziel ging es über ein Feld und vorbei an dem Hotel, in dem wir genächtigt hatten. „Leider nur noch 3 km“ hieß es dort auf einem Schild. Ich glaubte, von nun an auf der Straße Richtung Ziel laufen zu müssen, auch das wäre ok gewesen und ich vernahm schon die Musik aus dem Zielareal, doch es kam besser: Die Streckenplaner hatten sich wirklich Mühe gegeben und es ging noch einmal vorbei an ein, zwei Höfen, dann auf Asphalt. Ab hier war die Straße dann gesäumt mit Zuschauern, die mich ins Ziel fliegen ließen. Nach 2:06:53,9 h überquerte ich die Ziellinie und das innere Lächeln war gewiss nicht geringer als die Freude, die mir ins Gesicht geschrieben stand. Cola im Ziel, dazu Lebkuchen; und damit steht fest: Weihnachten wird heuer nicht entfallen.

Ergebnisse Pölventrail Herren & Damen

Copyright: Sportgraf

Copyright: Sportgraf

1. Stefan Paternoster, AUT, Team Scott Österreich, 1:42:18,2
2. Robbie Simpson, GBR, Salomon Trail Team GB, 1:47:31,3
3. Gerd Frick, ITA, Team Scott International, 1:47:45,6
1. Katharina Zipser, AUT, SK Rueckenwind, 2:06:53,9
2. Tímea Merényi, HUN, Salomon Hungary, 2:12:38,0
3. Kathrin Götz, SUI, Scott, 2:14:15,5

Stefan Paternoster und ich kürten uns somit zu Österreichs ersten Speedtrail Meistern.

Gratulation allen Finishern, insbesondere den Finishern der 3-tägigen Tour de Tirol, und selbstverständlich den großen Toursiegern
Simpson, Robbie (GBR) vom Salomon Trail Team Great Britain in 5:33:15,3 vor Gerd Frick (ITA, Team Scott International) und Ralf Birchmeier (SUI, LAC TV Unterstrass) sowie
Merényi, Tímea (HUN) von Salomon Hungary in 6:39:18,0 vor Simona Staicu (HUN, Team Scott International) und Tanja Amiet (SUI, TV-Längasse Bern).

Ich bin *Running happy* – und freu mich auf viele weitere tolle Trails (mit und ohne Start- und Ziellinie) und ja, ich komme wieder 🙂

Die vollständigen Ergebnisse findet ihr >hier<

Weitere Berichte findet ihr hier:
Runnersworld.de
Laufreport.de
WilderKaiser.Info
Trailrunning.de