Yeah! 3. Dame MOUNTAIN ATTACK MARATHON und fastest Austrian

15.01.2016 Mountain Attack – Start über die MARATHONDISTANZ

I ❤ MARATHON

Dass mein Herz für Marathon und Berge schlägt, ist längst kein Geheimnis

… und so war nach der in meiner Erinnerung nur positiv besetzten Sellaronda 2015 die Mountain Attack ein schönes Ziel.

 

Präambel oder so
Da ich am ersten Mai in Salzburg die Staatsmeisterschaft Marathon laufen möchte, versuche ich das Lauftraining mit dem Training auf den Skiern zu kombinieren; neben der Arbeit keine leichte Herausforderung, aber mit guter Organisation und viel Willen geht einiges. Danke an dieser Stelle an meinen immer engagierten, flexiblen Trainer Reinhard Kessler!

Mein erster Test auf Schnee in Vals hatte mich positiv gestimmt; dass ich mich dort in der Zugluft auf der Hütte von Viren umtänzeln ließ und es mich über Silvester ins Bett katapultierte, freute mich weniger. Naja, ich bin kein großer Fan von Silvester und Schießerei, mir macht das eher Angst und so war es zumindest aus diesem Blickwinkel keine Tragödie.

Österreichischen Meisterschaft im Vertical, Muttereralm / Innsbruck
Ich erhole mich recht schnell, will ich doch am 9. Jänner bei der Österreichischen Meisterschaft im Vertical auf der Muttereralm, meinem Heimrennen quasi, zeigen, was ich kann. Als vierte Dame über die Ziellinie zu laufen mit 1min 6sec Rückstand auf die mehrfache Welt- und Europameisterin Andrea Mayr und um 17sec am Podest vorbeizuschrammen, ist sicher kein schlechter Auftritt, aber gab Blech.

 

MOUNTAIN ATTACK
Hektische Tage vor dem Rennen
In der Woche vor der Mountain Attack fahre ich etwas mit dem Training herunter.
Ich will ausgeruht am Start stehen, außerdem ist noch eine ganze Reihe an materiellen Fragen zu klären.

  • Ein paar schlaflose Nächte hatte es mich gekostet und einen Berg Euronen, aber ich habe aufgerüstet … und besitze nun auch einen Carbonschuh. Entgegen den im Internet ausgeforschten Angaben zur Sohlenlänge ist mein neuer Schuh nur wenige mm kürzer als der alte, Umbohren unmöglich, Basteln für ein Uphillrennen denkbar (Danke an Peter Ledermaier – PELE Sport – für deine Überlegungen und deine Zeit, die du dir in diesem Zusammenhang für mich genommen hast), für ein Rennen mit rasanten Abfahren wohl riskant.
  • Ich brauche einen neuen Ski und in letzter Sekunde montiert mir Sport Wolf darauf die Bindung von meinem Trainingsski. Danke, Sport Wolf, für euer Engagement!
  • Wilfried kauft zwei Tage vor dem Rennen – als ich schon ein wenig nervös bin – eine neue Brille, um mir diese für das Rennen zu leihen. Emmm, ich habe auch diese im dritten Anstieg verloren … aber alles der Reihe nach!

Raceday
Um 9:30 Uhr treffen wir uns mit Armin Neurauter, der auch heuer wieder bei der Sellaronda mit mir im Mixed Team am Start stehen wird, beim Gefängnis. Keine Angst: Er parkt dort nur sein Auto und wir fahren gemeinsam nach Saalbach. Startnummern werden abgeholt, ein Teller Spaghetti verdrückt …
… und während Armin sich auf seine Weise vorbereitet, stehe ich um 13 Uhr mit den Skiern am Fuße des Schattbergs um mir eine Schattberg-Strategie zu überlegen: Kurze Harscheisen? Lange Harscheisen? Keine Harscheisen? Ski am Buckel? Nach einem Gespräch mit Thomas Koller – Danke für deine offene und hilfsbereite Art! – entscheide ich mich wie er für die Variante ‚Tragen‘. Zwar hätten die langen Harscheisen gut gegriffen, aber was, wenn über mir jemand rutscht, dann segle ich rücklings 400Hm mit ins Tal. „Mit den Skiern am Buckel“, so Thomas, „bist du wendiger und du bist doch Läuferin!“

Start, 16:00 Uhr
Ich hatte mich im Startblock recht weit vorne ganz außen rechts eingefunden.
Pünktlich setzen sich knappe 1000 Ausdauersportler, in vieler Augen verrückte, mit Skiern und Stöcken in der Hand in Bewegung. Es gilt aus dem Ort hinaus zu laufen und nach etwa 500 Laufmetern die Ski auf den Schnee zu werfen, in die Bindung einzusteigen und anzugasen.

Genau das mache ich: Ich komme am Start sehr gut weg, werfe meine Ski vor dem Bogen auf den Schnee und will los.
Da rufen mir zahlreiche Zuschauer etwas zu, ich höre irgendwas mit „Fell“ blicke auf meine Ski und kann es nicht glauben. Mein Fell hatte sich bereits zur Hälfte gelöst und war voll mit Schnee. Wie das passieren konnte? Ich weiß es wirklich nicht! Ich muss sehen, dass mir nicht die Tränen in die Augen steigen, denn nun muss ich abfellen, Rucksack öffnen, ein anderes Fell herausholen, auffellen und ich weiß, hier sind alle Starter noch knapp beisammen, auch der Großteil der Hobbysportler wird die ersten 600 Meter schnell bewältigt haben und an mir vorbeimarschieren. Ich versuche ruhig zu bleiben, mich zu konzentrieren und begebe mich in die Aufholphase. Ich muss mich damit abfinden, dass es etwas dauern wird, bis ich an die Position vorgelange, an der ich glaube, richtig zu sein. Einen Sprint einzulegen, wäre äußerst unklug. Die Überholmanöver kosten viel Kraft, aber ich fühle mich fit und gehe meinen Schritt.

Schattberg
Den Schattberg bewältige ich gemäß geplanter Strategie. Ich erlebe den Schattberg als steil, aber finde ihn nicht so schlimm, wie mir in zahlreichen Horrorgeschichten (nicht selten mit dem Zusatz: „Der Zwölfer ist noch schlimmer“) erzählt wurde.
Ps.: Ich wähle praktisch immer die steile Variante.

Schlimmer für mich ist, dass ich zwar einen Liter Flüssigkeit am Buckel im Rucksack trage, dass mir der Schlauch aber, obwohl ich mich bemühe, ihn direkt am Körper zu führen, eineist. Ich habe also zu Trinken am Buckel, aber nichts zu trinken.

Dies passiert – wie ich später erfahre – auch anderen. Da ich aber außer zweimal im Tal nichts zu trinken bekomme, ist es im dritten Anstieg hart. Maltodextrin und damit flüssige Energie stünde im Rucksack bereit … stattdessen hebe ich eine Dose vom Boden im Aufstieg auf, in der Hoffnung, darin noch Flüssigkeit zu finden. Ich hätte davongetrunken, „wurscht, wer reingesabbert hat“!!!

Der dritte Anstieg auf den Reiterkogel zieht sich, dann die letzte Abfahrt ohne Brille (denn diese hatte ich am Checkpoint 4 verloren) und schon rausche ich Richtung Ziel, auf den letzten Metern skate ich und überhole noch einen Mann. Reinhard sagt, ich muss Schlusssprint üben 🙂

Im Ziel werde ich von Moderation und ORF empfangen, es folgt das Zielfoto mit den zwei megastarken Italienerinnen: Raffaella Rossi, die Zweitplatzierte aus den Jahren 2013 und 2014 siegt vor Corinna Ghirardi, die 2015 mit Francesca Martinelli die Damenwertung der Sellaronda dominiert hatte. Ich bin überglücklich neben diesen megastarken Damen am Podium stehen zu dürfen und ja, ich freue mich!

3. Dame MOUNTAIN ATTACK MARATHON 2016

Es war steil, aber vorallem megaGEIL! I will be back!!!

… und danach:
… eine lange Heimfahrt bei Schnee nach Innsbruck. Um 3 Uhr im Bett … So sind wir am Samstag gemütlich 650 Hm mit Skiern spaziert, ich habe gut gegessen und gestern konnte ich gesellige 2400 Hm mit Stefan Keim gehen, wobei wir auch Susanne Mair getroffen haben, Mario Herburger und Wolfi Meister … Immer wieder die selben Verdächtigen!
Fein ist es bei uns in Tirol!

Herzlichen Glückwunsch allen Sportlern, Freunden und Kollegen zu ihren tollen Leistungen! Ganz besonders natürlich meinem ‪#‎kohlatirolproteam Kollegen Armin Neurauter zum 2. Gesamtrang auf der Tour!

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SellaRonda Skimarathon – (m)ein Winterhighlight

1. Mixed Team SellaRonda mit Armin Neurauter

1. Mixed Team SellaRonda mit Armin Neurauter, Foto: http://www.sportograf.com

20. März 2015
18 Uhr – Start der SellaRonda: Dieses Rennen, dieser Tag: ein Ziel, ein Traum und im Ziel ein Traum …

4 Pässe, 2800 Hm, 42 km

Um technische Gebrechen möglichst zu vermeiden, bereite ich mich gewissenhaft vor. Ich bin froh, im Vorfeld an vier kleinen Rennen teilgenommen zu haben.

  • In Mutters habe ich gelernt: das Heelcover oder ,Cover of Hell‘ muss vor dem Start kontrolliert werden. Es darf nicht zu locker sein, sonst rastet mein Schuh im Aufstieg ein und ich etwas … emm… aus.
  • und bei meinem ersten Rennen mit Abfahrten an der Zugspitze habe ich gelernt, dass auch 100 Jahre Psychotherapie aus einem untherapierten (i.e. nie gewachselten) Schi mit 60000 Hm am Buckel keine Rennmaschine machen.

    … Nur so am Rande: Kennt ihr das? Das Pinguinprinzip? …
    Auch gesehen habe ich, wie viel Zeit ich beim Wechsel verlieren kann. In Ehrwald bin ich zwar sehr schnell die ersten 300 m mit Schiern in der Hand gerannt, kam dann aber nicht gleich in die Bindung. Das hat mich locker 30 sec gekostet. Auch beim Abfellen und Wieder-Auffellen erkannte ich meinen Lernbedarf, habe diesen ernst genommen und in den zwei Wochen bis zur SellaRonda ernsthaft daran gearbeitet. Nicht zuletzt meinen Schuh wie Jörg Randl mit Permanentmarker angemalt etc.


Armins Bericht ist gestern online gegangen.
(Zum Lesen einfach auf Armins Bericht klicken). Er schreibt, ich wäre seiner Meinung nach etwas nervös gewesen. Das ist wirklich lieb ausgedrückt. Ich war meganervös und dem Zufall wollte ich sowieso nichts überlassen. Am Vortag habe ich mit meiner durchsichtigen Billigbrille noch indoor kurze Intervalle geklopft, um zu testen, ob die Gläser, für die ich extra einen Anti-Fog-Spray gekauft hatte, anlaufen würden. Lacht nur! – Indoor taten die Gläser das nicht, bei der Sella im ersten Anstieg hingegen schon … Egal, ich lief und fuhr ohne Brille. Das war aber auch schon das einzige technische Gebrechen. Auch die Getränkeauswahl, die an der Labe ausgeschenkt würde, brachte ich vorab in Erfahrung, hatte aber auch eine Trinkblase am Rücken.

Kaffeegerl in der Sonne

Kaffeegerl in der Sonne

Ich hoffe, ich habe Peter Wobers, Mario Hörburgers und Armins Nerven mit meiner Nervelei nicht allzu strapaziert. Ich denke, mit meinem Racehandy war ich hart an der Grenze. *lol* Ich fand es großartig, mit euch dreien anzureisen und die Schlussvorbereitungen gemeinsam zu absolvieren. Und das Speisen in der Sonne Wolkensteins war sowieso ein Traum. Danke für die Geduld, die ihr mit mir hattet. Während Armin schreibt, für ihn wollte die letzte Stunde einfach nicht vergehen, begann ich mich um 16:50 Uhr zu fragen, warum die Leute schon mit Helm und Ski am Rucksack durch die Gegend und zum Start rannten. Wir standen mit Markus Testor und Co zusammen und haben gequatscht. Mir tat es gut, zu wissen, dass noch Zeit war, wir aber 100 % startklar waren.

SellaRonda Strecke 2015

SellaRonda Strecke 2015

Um 17:30/40 Uhr begeben wir uns langsam an den Start. Zweiter Startblock, zweite Reihe, rechts. Um 18 Uhr geht es pünktlich los. „Stöcke hoch“, die Devise und 1200 Rennhungrige machen sich auf die Reise.

Wir kommen sehr gut weg. Armin erst neben, dann schräg vor mir. Es ist gar nicht so einfach, hier zu zweit beisammen zu bleiben. Als wir so einigermaßen auf Spur sind und sich der erste Rennstress gelegt hat, nimmt mich Armin an die Leine. Eigentlich war das für etwas später geplant, aber es macht Sinn, hier ein etwas höheres Tempo zu gehen, um uns im Feld zu platzieren. Als Team wollen wir unsere gemeinsame Maximalleistung abrufen. Wir gehen ganz rechts. Gerade zu Beginn ist es gar nicht so einfach, vernünftig voranzukommen. Stöcke und Schi tummeln sich. Ich konzentriere mich. Wir ziehen vielfach den sichereren Weg dem direkten und schnelleren vor.

Wechselzone ... Foto: http://www.sportograf.com

Wechselzone … Foto: http://www.sportograf.com

Der erste Wechsel am Grödner Joch geht zack zack und wir stürzen uns in die erste Abfahrt. Knapp vor Corvara verfahre ich mich etwas. Im Glauben, es ginge links weiter, schieße ich in besagte Richtung, um dann festzustellen, dass wir nach rechts müssen. Wir verlieren etwas an Tempo für das folgende Flachstück, aber kriegen noch die Kurve. Auch das erste Auffellen klappt einwandfrei und so befinden wir uns wieder im Aufstieg. Das Feld hat sich mittlerweile etwas gezogen, dafür ist die Strecke schmäler. Stöcke und Schi zwischen Armin und mir gilt es zu handeln.

Über den Passo Campolongo geht es nach Arabba. Beim Auffellen dort klebt mein Fell nicht mehr. Ich werde etwas unruhig, aber Armin meint bestimmt: „Weg, weg, weg!“ und ich nehme das zweite Fell, das auch für den vierten Anstieg dann noch wunderbar klebt. Über das Pardoi Joch geht es nach Canazei. Die Kommunikation zwischen Armin und mir verläuft 1a. Wir sind ein super Team und ich bin glücklich, mit ihm auf dieser Reise zu sein.

In Canazei erleben wir eine gewaltige Stimmung; viele, viele Zuschauer, die uns weiterpushen. Wir machen uns in den letzten Anstieg, der sich ganz schön zieht. Irgendwann sagt Armin: „Noch 200 Hm“. Ganz schön lange Meter… Wir kämpfen uns hinauf und ich strahle innerlich, auch wenn wir beide keuchen. „Gleich gibt’s Pastaparty“, meint Armin und ich: „Erst Pasta, dann Party“. Ich glaube, wir schmunzeln beide und dann konzentrieren wir uns wieder.

In der Abfahrt vom Sellajoch ein zweiter kleiner Schnitzer – ähnliche Situation wie in der ersten Abfahrt. Faktisch im Tal gilt es noch ein paar Meter zu skaten, bevor wir nach 3:46:11 als erstes Mixed Team und gesamt 46. Team die Ziellinie überqueren. Ein großartiges Gefühl! Wie sehr hatte ich mich auf diesen Tag gefreut! … und ich wusste warum.

Danke, Armin, dass du dich mit mir auf diese Reise begeben hast. Es war mir eine Ehre, sportlich und menschlich!

Danke auch an alle, die mir in letzter Zeit Mut gemacht haben. Danke Jimmy, Jörg und Dieter für die gemeinsamen Trainings. Danke an Markus für die Labe auf der Mutterer Alm, danke Jakob für die Tipps.

Es gewinnen bei den Herren ex-aequo mit neuem Streckenrekord in 3:04.40 Anton Palzer/Demiano Lenzi und Michele Boscacci/Lorenzo Holzknecht sowie bei den Damen in 3:52.05 ebenfalls mit neuem Streckenrekord Francesca Martinelli/Corinne Ghirardi. Die Mixed-Wertung geht an uns, Katharina Zipser/Armin Neurauter in 3:46.11.

Die vollständigen Ergebnisse findet ihr hier:
Ergebnisse Overall
Ergebnisse Herren
Ergebnisse Damen
Ergebnisse Mixed Teams
Ergebnisse Uphill
Ergebnisse Downhill

Und hier noch ein tolles Erinnerungsvideo bzw. diese Version, die mir fast irgendwie besser gefällt