EM Berglauf up & down – Campionato Europeo di Corsa in Montagna, Arco 2016

 

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TEAM AUSTRIA mit unseren tollen Betreuern

27. Platz (beste Österreicherin) EM Berglauf up and down (8,5 km, 580 Hm up and down):

 

Die letzten Wochen waren sehr arbeitsreich und hektisch und so komme ich erst jetzt dazu, meinen Bericht von Arco, den ich schon vor Wochen getippt habe, online zu stellen. Gerade noch rechtzeitig vor Bulgarien …

Bei der WM in Slowenien Mitte Juni hatte ich mir eine Bänderverletzung zugezogen und so schien ein Start bei der EM in Arco nur zwei Wochen später auf einer anspruchsvollen up and down Strecke erst einmal unmöglich. Jedenfalls setzte ich nach Slowenien alles an eine rasche Genesung. Das bedeutete insbesondere Lymphdrainage, Lymphdrainage und noch einmal Lymphdrainage.

Helmut Schmuck nominiert mich trotz Verletzung und ließ mir einen Start völlig offen. Ich dürfe auch mitfahren, anfeuern, Arco und das EM-Flair genießen. Das fand ich schön, es motivierte mich, aber damit war auch klar: So es ginge, wollte ich am 4. Juni um 10:45 Uhr an der Startlinie stehen.

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mit Karin Freitag im Ziel – ein weiterer toller gemeinsamer internationaler Einsatz

 

8, 5 km – eigentlich so gar nicht meine Distanz. Ich bin einfach nicht schnell, sondern eher ausdauernd. Dennoch wollte ich alles geben und nicht nur in Anbetracht der verletzungsbedingt schlechten Ausgangslage und der vernünftigen angezogenen Handbremse im Downhill war ich sehr happy mit dem Ergebnis: 27. Platz EM Berglauf up and down, beste Österreicherin.

Das Ergebnis zeigte mir jedenfalls, dass ich am richtigen Weg bin.

… und FREUDE HABEN WIR IMMER

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mit Silvia Schwaiger (SVK, Sie wird großartige 5.!!! der Europameisterschaft), meiner SK Rueckenwind Vereinskollegin

Yeah! 3. Dame MOUNTAIN ATTACK MARATHON und fastest Austrian

15.01.2016 Mountain Attack – Start über die MARATHONDISTANZ

I ❤ MARATHON

Dass mein Herz für Marathon und Berge schlägt, ist längst kein Geheimnis

… und so war nach der in meiner Erinnerung nur positiv besetzten Sellaronda 2015 die Mountain Attack ein schönes Ziel.

 

Präambel oder so
Da ich am ersten Mai in Salzburg die Staatsmeisterschaft Marathon laufen möchte, versuche ich das Lauftraining mit dem Training auf den Skiern zu kombinieren; neben der Arbeit keine leichte Herausforderung, aber mit guter Organisation und viel Willen geht einiges. Danke an dieser Stelle an meinen immer engagierten, flexiblen Trainer Reinhard Kessler!

Mein erster Test auf Schnee in Vals hatte mich positiv gestimmt; dass ich mich dort in der Zugluft auf der Hütte von Viren umtänzeln ließ und es mich über Silvester ins Bett katapultierte, freute mich weniger. Naja, ich bin kein großer Fan von Silvester und Schießerei, mir macht das eher Angst und so war es zumindest aus diesem Blickwinkel keine Tragödie.

Österreichischen Meisterschaft im Vertical, Muttereralm / Innsbruck
Ich erhole mich recht schnell, will ich doch am 9. Jänner bei der Österreichischen Meisterschaft im Vertical auf der Muttereralm, meinem Heimrennen quasi, zeigen, was ich kann. Als vierte Dame über die Ziellinie zu laufen mit 1min 6sec Rückstand auf die mehrfache Welt- und Europameisterin Andrea Mayr und um 17sec am Podest vorbeizuschrammen, ist sicher kein schlechter Auftritt, aber gab Blech.

 

MOUNTAIN ATTACK
Hektische Tage vor dem Rennen
In der Woche vor der Mountain Attack fahre ich etwas mit dem Training herunter.
Ich will ausgeruht am Start stehen, außerdem ist noch eine ganze Reihe an materiellen Fragen zu klären.

  • Ein paar schlaflose Nächte hatte es mich gekostet und einen Berg Euronen, aber ich habe aufgerüstet … und besitze nun auch einen Carbonschuh. Entgegen den im Internet ausgeforschten Angaben zur Sohlenlänge ist mein neuer Schuh nur wenige mm kürzer als der alte, Umbohren unmöglich, Basteln für ein Uphillrennen denkbar (Danke an Peter Ledermaier – PELE Sport – für deine Überlegungen und deine Zeit, die du dir in diesem Zusammenhang für mich genommen hast), für ein Rennen mit rasanten Abfahren wohl riskant.
  • Ich brauche einen neuen Ski und in letzter Sekunde montiert mir Sport Wolf darauf die Bindung von meinem Trainingsski. Danke, Sport Wolf, für euer Engagement!
  • Wilfried kauft zwei Tage vor dem Rennen – als ich schon ein wenig nervös bin – eine neue Brille, um mir diese für das Rennen zu leihen. Emmm, ich habe auch diese im dritten Anstieg verloren … aber alles der Reihe nach!

Raceday
Um 9:30 Uhr treffen wir uns mit Armin Neurauter, der auch heuer wieder bei der Sellaronda mit mir im Mixed Team am Start stehen wird, beim Gefängnis. Keine Angst: Er parkt dort nur sein Auto und wir fahren gemeinsam nach Saalbach. Startnummern werden abgeholt, ein Teller Spaghetti verdrückt …
… und während Armin sich auf seine Weise vorbereitet, stehe ich um 13 Uhr mit den Skiern am Fuße des Schattbergs um mir eine Schattberg-Strategie zu überlegen: Kurze Harscheisen? Lange Harscheisen? Keine Harscheisen? Ski am Buckel? Nach einem Gespräch mit Thomas Koller – Danke für deine offene und hilfsbereite Art! – entscheide ich mich wie er für die Variante ‚Tragen‘. Zwar hätten die langen Harscheisen gut gegriffen, aber was, wenn über mir jemand rutscht, dann segle ich rücklings 400Hm mit ins Tal. „Mit den Skiern am Buckel“, so Thomas, „bist du wendiger und du bist doch Läuferin!“

Start, 16:00 Uhr
Ich hatte mich im Startblock recht weit vorne ganz außen rechts eingefunden.
Pünktlich setzen sich knappe 1000 Ausdauersportler, in vieler Augen verrückte, mit Skiern und Stöcken in der Hand in Bewegung. Es gilt aus dem Ort hinaus zu laufen und nach etwa 500 Laufmetern die Ski auf den Schnee zu werfen, in die Bindung einzusteigen und anzugasen.

Genau das mache ich: Ich komme am Start sehr gut weg, werfe meine Ski vor dem Bogen auf den Schnee und will los.
Da rufen mir zahlreiche Zuschauer etwas zu, ich höre irgendwas mit „Fell“ blicke auf meine Ski und kann es nicht glauben. Mein Fell hatte sich bereits zur Hälfte gelöst und war voll mit Schnee. Wie das passieren konnte? Ich weiß es wirklich nicht! Ich muss sehen, dass mir nicht die Tränen in die Augen steigen, denn nun muss ich abfellen, Rucksack öffnen, ein anderes Fell herausholen, auffellen und ich weiß, hier sind alle Starter noch knapp beisammen, auch der Großteil der Hobbysportler wird die ersten 600 Meter schnell bewältigt haben und an mir vorbeimarschieren. Ich versuche ruhig zu bleiben, mich zu konzentrieren und begebe mich in die Aufholphase. Ich muss mich damit abfinden, dass es etwas dauern wird, bis ich an die Position vorgelange, an der ich glaube, richtig zu sein. Einen Sprint einzulegen, wäre äußerst unklug. Die Überholmanöver kosten viel Kraft, aber ich fühle mich fit und gehe meinen Schritt.

Schattberg
Den Schattberg bewältige ich gemäß geplanter Strategie. Ich erlebe den Schattberg als steil, aber finde ihn nicht so schlimm, wie mir in zahlreichen Horrorgeschichten (nicht selten mit dem Zusatz: „Der Zwölfer ist noch schlimmer“) erzählt wurde.
Ps.: Ich wähle praktisch immer die steile Variante.

Schlimmer für mich ist, dass ich zwar einen Liter Flüssigkeit am Buckel im Rucksack trage, dass mir der Schlauch aber, obwohl ich mich bemühe, ihn direkt am Körper zu führen, eineist. Ich habe also zu Trinken am Buckel, aber nichts zu trinken.

Dies passiert – wie ich später erfahre – auch anderen. Da ich aber außer zweimal im Tal nichts zu trinken bekomme, ist es im dritten Anstieg hart. Maltodextrin und damit flüssige Energie stünde im Rucksack bereit … stattdessen hebe ich eine Dose vom Boden im Aufstieg auf, in der Hoffnung, darin noch Flüssigkeit zu finden. Ich hätte davongetrunken, „wurscht, wer reingesabbert hat“!!!

Der dritte Anstieg auf den Reiterkogel zieht sich, dann die letzte Abfahrt ohne Brille (denn diese hatte ich am Checkpoint 4 verloren) und schon rausche ich Richtung Ziel, auf den letzten Metern skate ich und überhole noch einen Mann. Reinhard sagt, ich muss Schlusssprint üben 🙂

Im Ziel werde ich von Moderation und ORF empfangen, es folgt das Zielfoto mit den zwei megastarken Italienerinnen: Raffaella Rossi, die Zweitplatzierte aus den Jahren 2013 und 2014 siegt vor Corinna Ghirardi, die 2015 mit Francesca Martinelli die Damenwertung der Sellaronda dominiert hatte. Ich bin überglücklich neben diesen megastarken Damen am Podium stehen zu dürfen und ja, ich freue mich!

3. Dame MOUNTAIN ATTACK MARATHON 2016

Es war steil, aber vorallem megaGEIL! I will be back!!!

… und danach:
… eine lange Heimfahrt bei Schnee nach Innsbruck. Um 3 Uhr im Bett … So sind wir am Samstag gemütlich 650 Hm mit Skiern spaziert, ich habe gut gegessen und gestern konnte ich gesellige 2400 Hm mit Stefan Keim gehen, wobei wir auch Susanne Mair getroffen haben, Mario Herburger und Wolfi Meister … Immer wieder die selben Verdächtigen!
Fein ist es bei uns in Tirol!

Herzlichen Glückwunsch allen Sportlern, Freunden und Kollegen zu ihren tollen Leistungen! Ganz besonders natürlich meinem ‪#‎kohlatirolproteam Kollegen Armin Neurauter zum 2. Gesamtrang auf der Tour!

Weltmeisterschaft Berglauf Langstrecke – Ein unbeschreibliches Erlebnis *happy*

DSC_01424. Juli 2015 – Zermatt – Schweiz
Weltmeisterschaft Berglauf Langstrecke – WMRA Long Distance Mountain Running Championships (mainly uphill) – (42,195 km – 1944 Hm up kumuliert – 444 Hm down)

WM, 20. Platz, 3:55:51h

DSC_0054 Die Weltmeisterschaft 2015 in Zermatt war ein wunderschönes Erlebnis.

Zermatt an sich eine Reise wert:
• die Gegend, die Berge und die Landschaft – unbeschreiblich schön;
• aufzuwachen und direkt auf das Matterhorn blicken zu dürfen,
• die Stimmung vor Ort, das ganze Drumherum – einfach genial;
• für Österreich in Rot-Weiß an der Startlinie stehen zu dürfen
• … und nicht zuletzt ein Rennen mit Freude im Herzen zu laufen

Nur drei Wochen nach der Österreichischen Meisterschaft im Bergmarathon stand die WM am Programm.

Ich wusste, drei Wochen zwischen zwei Rennen über die Marathondistanz sind eine kurze Zeit.

DSC_0018Ich musste regenerieren – der Marathon mit verletzungsbedingt extrem wenigen Kilometern in der Vorbereitung hatte weh getan – und ich wusste, ich konnte trainingsmäßig bis zur WM nichts zerreißen. Es war wichtig, vom Kopf her positiv gestimmt zu sein.

Ein ausführliches Gespräch mit meinem Trainer Reinhard Kessler über die Vorbereitung tat gut und wir setzten alles daran, dass ich v.a. ausgeruht am Start stand.

Training mit Lema; Copright Gerhard Assmann

Training mit Lema; Copright Gerhard Assmann

Das Wochenende vom 26. bis zum 28. Juni verbringe ich im Kühtai. Dort kann ich Energie tanken, mit Lemawork Ketema trainieren, Einblick in den Trainingsalltag des zweifachen Wings for Life Siegers bekommen und einfach mal von meinem Alltag abschalten. … Wir laufen ein bisschen, essen, quatschen, Armin Neurauter stoßt für den Samstagnachmittagslauf zu uns (By the way: Wir werden 2016 wieder gemeinsam beim SellaRonda Skimarathon starten), wir essen und haben es fein. Das Wochenende tut gut.

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Samstag, 8:30 Uhr: Start zur Weltmeisterschaft Berglauf Langstrecke – WMRA Long Distance Mountain Running. Die Sonne lacht und würde uns in den nächsten Stunden gehörig einheizen.
Ich fühle mich bereit. 5 Gels habe ich bei mir, Wasser gibt es an der Labe. Pünktlich fällt der Startschuss.
Die Strecke führt uns über Forststraßen, Feldwege und zwischendurch kleine Wegerl von St. Niklaus Tal einwärts weitgehend am linken Vispaufer über Herbriggen, Randa und Täsch nach Zermatt, wo wir die Halbmarathonmarke passieren. Der Weg ist gesäumt von Zuschauern, die uns anfeuern. Labestelle lasse ich bei diesen Temperaturen keine aus: Einen Becher zum Trinken und einen zweiten oder einen Schwamm gönne ich mir zum Kühlen des Nackens und Körpers. Ich laufe sehr konzentriert mein eigenes Rennen.

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Im Rennen mit Maria Dalzot (USA), Copyright: Tad Davis

Die Stimmung in Zermatt ist super. Wir laufen eine Schleife, ehe es über eine Forststraße in Serpentinen hinauf nach Sunnegga (km 32) geht. Ich bin allein am Weg. Trainer, Betreuer, Familie oder Freunde sind nicht an der Strecke. Aber immer wieder höre ich die Stimme meines Trainers und die motivierenden Worte, die er mir am Telefon am Vorabend noch mitgegeben hatte. Dann wieder Worte und Zuspruch von Menschen, die mir wichtig sind … Und zwischendurch spreche ich mit mir selbst.

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Ausgehen nach dem Rennen

Es folgen sehr schöne 7 km, teilweise über einen Trail mal ein bisschen auf, mal ein bisschen ab, vorbei am Grünsee und schließlich geht es über die Bahngleise hinüber zur Riffelalp auf 2.222 m ü.M. Diesen Teil der Strecke war ich am Vortag in Ruhe abgelaufen. Ich weiß, es wird noch einmal steil. Auf den letzten 3 km sind noch fast 400 Höhenmeter zu überwinden und das in der prallen Hitze.

Nach 3:55:51 laufe ich über die WM-Ziellinie auf dem Riffelberg (2.585m ü.M.).

Ich belege damit den 20. Platz bei meiner ersten Weltmeisterschaft und freue mich!

Mit einer gehörigen Menge Cola und Wasser stille ich meinen Durst und genieße … Ein tolles Rennen.

Team Österreich

Team Österreich: Verena Zorn, Katharina Zipser, Veronika Limberger

Veronika Limberger belegt in 4:19.55,8 den 30. Platz bei der WM. Verena Zorn wird in 4:35.11,4 36. In der Nationenwertung der WM belegen wir drei damit den 6. Rang.

Dieses Rennen und dieses Event werde ich nicht so schnell vergessen. Danke, ÖLV, insbesondere Helmut Schmuck für das entgegengebrachte Vertrauen, danke Reinhard für deine unermüdliche Unterstützung, nicht nur dafür, dass du mich trainierst, sondern auch für die vielen Gespräche, wenn es mal nicht so rund läuft und deine unermüdliche Geduld.

DSC_0124Der Titel „Weltmeisterin“ geht an die sympathische Schweizerin Martina Strähl (3:21.28,1) vor Aline Camboulives (3:29.45,8 – FRA) und Catherine Bertone (3:33.56,6 – ITA).

DSC_0117Weltmeister wird Tommaso Vaccino (3:01.51,5 – ITA) vor Andy Wacker (3:03.51,2 – USA) und Francesco Puppi (3:04.14,8 – ITA).
Meine herzliche Gratulation!