2018 – Rückblick Teil 2: WM-Team-Gold, Berglauf Langdistanz Karpacz/Polen

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WM Team Gold 2018

Am 24. Juni stand die Weltmeisterschaft im Berglauf (Langdistanz) am Programm. Darauf freute ich mich sehr.

Ich liebe diese Wettkämpfe in den Bergen: Ich mag es, ohne Plunder die Berge rauf und runter zu laufen und zwar so schnell mich meine Füße tragen! … und eine WM ist etwas ganz Besonderes!

Die Langdistanz Weltmeisterschaften, an denen ich bisher teilnehmen durfte, waren immer ein großartiges Erlebnis! 2015 Zermatt/Schweiz, 2016 Podbrdo/Slowenien, 2017 Premana/Italien:

WM Berglauf Langdistanz 2015 Zermatt/Schweiz

2015 WM Berglauf Langdistanz Zermatt/Schweiz

2016 WM Berglauf Langdistanz Podbrdo/Slowenien

2016 WM Berglauf Langdistanz Podbrdo/Slowenien

2017 WM Berglauf Langdistanz Premana/Italien

2017 WM Berglauf Langdistanz Premana/Italien

… und nun Karpacz/Polen. Mit viel Vorfreude fieberte ich diesem Wettkampf entgegen.

Diesmal sollten wir als starkes Damenteam an den Start gehen: mit dabei Sandra Koblmüller, Karin Freitag und ich. Bei den Herren waren am Start Andreas Rois, Lukas Gärtner und Robert Gruber.

Ich trainierte viel kupiert auf der Nordkette zwischen Hungerburg und Thaur. Dankenswerterweise konnte ich auch uphill auf die Seegrube super trainieren und um meine Muskulatur nicht überzustrapazieren mit der Bahn kostenlos ins Tal fahren.

Nach meinem ersten Berglauf im Rahmen der Tiroler Meisterschaft auf die Kraftalm nutzte ich noch den Mountainrun Seefeld als letzte knackige Einheit. Reinhard und ich entschieden, dass ich über die Jedermann Strecke an den Start gehen würde. Ca. 30 min erschienen uns sieben Tage vor einem so wichtigen Wettkampf Belastung genug. Dass das Hauptrennen verkürzt und im Grunde ebenfalls nur zur Rosshütte führte, in diesem lediglich eine Extraschleife um den Speichersee gelaufen wurde, wusste ich nicht.

17. Juni 2018: Mountainrun Seefeld, Jedermannlauf (Vorbereitungrennen)

Mit entsprechend wenig Konkurrenz lief ich auf der Jedermannstrecke den Sieg in 27:02 ein. Aber darum ging es nicht. Für mich war es ein wichtiger letzter Feinschliff.

 

WM Gold Team - Pokal

WM Gold Team – Pokal in des Betreuers Händen

24. Juni 2018: 15th World Mountain Running Long Distance Championships (Karpacz/Polen, Course: 36,0km; +-2110m)/ WM Berglauf Langdistanz (36 km, 2110 Hm im Auf- und Abstieg)

Meine Reise nach Polen trat ich bereits am Mittwoch Nachmittag an, denn unser gemeinsamer Anreisetreffpunkt war in Sattledt. Von dort aus wollten wir (Andreas Rois, Lukas Gärtner, unser Topbetreuer Helmut Schmuck und ich) Donnerstag zeitig in der Früh Richtung Karpacz/Polen aufbrechen. 

Die Fahrt ist lang, aber nicht weniger unterhaltsam. Hier ein paar Bilder von unseren Pausen und Einkehr:

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Die Fahrt vergeht wie im Flug

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Better fly – Anreise mit AirSchmuck

In Karpacz angekommen treffen wir auf Karin, Robert und die anderen Athleten. Alle sind im Gołębiewski, ein Hotel, so riesig, wie ich es nie zuvor gesehen hatte, untergebracht. Die Zimmer sind 1a, Verpflegung detto. Das Buffet am Abend biegt sich, Sushi und Co landen auf meinem Teller.

Am Freitag ist Streckenbesichtigung und ruhen angesagt. Abends gehen wir zur Eröffnungsfeier. Ein würdiges Spektakel!

24. Juni 2018, Renntag:

Es nieselt in der Früh und ist frisch.

Rennstart 9 Uhr. Die Schuh und Kleiderwahl will gut überlegt sein. Ich entscheide mich aufgrund des v.a. (sehr grob) gepflasterten Untergrundes für einen etwas stabileren Straßentrainingsschuh. Auch habe ich meine Plantarfasziities, die ich mir im Mai zugezogen hatte, im Hinterkopf: Bisher war ich kaum schnell auf hartem Untergrund abwärts gelaufen … Etwas mehr Dämpfung erschien mir kein Fehler.

WM Berglauf Langdistanz 2018 Karpacz/Polen

WM Berglauf Langdistanz 2018 Karpacz/Polen: Start

Zu laufen waren 36,2 km und 2110 Hm auf und ab. Dabei wurde zweimal auf unterschiedlichen Wegen von Karpacz (ca 600 m) hinauf auf die Schneekoppe (1603 m) gelaufen, herunter liefen wir zweimal die gleiche, teilweise sehr steil und grob gepflasterte Strecke.

Der Startschuss fällt. Ich konzentriere mich und gehe das Rennen ruhig an. Der erste Anstieg fühlt sich gut an. Im ersten Downhill laufe ich anfangs noch etwas verbremst, sicherlich nicht langsam, … aber ich weiß, nach dem Downhill geht es ein zweites Mal in den Anstieg: Und da sollten die Schenkel noch locker sein.

 

WM Berglauf Langdistanz Karpacz/Polen

WM Berglauf Langdistanz Karpacz/Polen, Quelle: unbekannt

Im zweiten Anstieg lege ich an Tempo zu. Als ich oben an Helmut vorbeilaufe, schreit er was von einem Platz 3 oder 4 in der Teamwertung. Was?!! – Jetzt gibt es kein Halt mehr, ich gehe mehr Risiko und lasse es rollen. Als 10. in der WM-Einzelwertung überquere ich die Ziellinie. Sandra wird großartige 6. Knapp hinter mir läuft Karin als 12. ein. Wir ziehen uns um, Helmut und Sandras Mama beginnen zu rechnen. Welchen Platz haben wir nun in der Teamwertung erreicht? Wir wissen es noch nicht.

Schließlich fragt Helmut nach: WIR SIND TEAM-WELTMEISTER und können es gar nicht glauben. DIE FREUDE, DIE GEMEINSAME FREUDE IST RIESENGROSS – EIN UNGLAUBLICH SCHÖNES ERLEBNIS. Gleich hüpfen wir probeweise aufs Treppchen und lassen uns von und mit Helmut, dem besten Berglaufreferenten und Betreuer der Welt, ablichten:

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Die Siegerehrung abends, die österreichische Nationalhymne für uns hören zu dürfen … – Ein so unglaublich einprägsames und schönes Erlebnis!

WM Berglauf Langdistanz 2018 Karpacz/Polen: TEAM GOLD

WM Berglauf Langdistanz 2018 Karpacz/Polen: TEAM GOLD

zum OELV-Bericht <hier>

 

Die jeweils 20 schnellsten Frauen und Männer: 

  1. MORGAN Charlotte, GBR, 03:08:24 – WELTMEISTERIN
  2. STELMACH Dominika, POL, 03:08:46
  3. RAMPAZZO Silvia, ITA, 03:10:32
  4. DRAGOMIR Denisa Ionela, ROU, 03:12:11
  5. WILKINSON Victoria, GBR, 03:14:01
  6. KOBLMÜLLER Sandra, AUT, 03:19:23
  7. BRACY Addie, USA, 03:19:44
  8. BRASOVAN Ashley, USA, 03:19:44
  9. KRCHOVÁ Zuzana, CZE, 03:20:58
  10. ZIPSER Katharina, AUT, 03:21:44
  11. PISCU Andreea, ROU, 03:22:32
  12. FREITAG Karin, AUT, 03:22:33
  13. TRATNIK Petra, SLO, 03:22:53
  14. CHOLLET Maya, SUI, 03:23:18
  15. VILLUMSEN Katrine, DEN, 03:23:20
  16. MUTTER Ingrid, ROU, 03:25:17
  17. BANI Barbara, ITA, 03:26:06
  18. SOLIŃSKA Katarzyna, POL, 03:26:11
  19. STRAKOVÁ Anna, CZE, 03:26:53
  20. FLORES Roxana, ARG, 03:28:02

 

  1. RAMBALDINI Alessandro, ITA, 02:39:18 – WELTMEISTER
  2. KRUPIČKA Robert, CZE, 02:40:55
  3. GRAY Joseph, USA, 02:41:02
  4. ČÍPA Jiří, CZE, 02:44:27
  5. WACKER Andy, USA, 02:45:21
  6. SCHMID Jonathan, SUI, 02:45:34
  7. ZINCA Ionut Alin, ROU, 02:46:06
  8. STRAIN Murray, GBR, 02:46:29
  9. FEJFAR Ondřej, CZE, 02:46:50
  10. COSTALES Anthony, USA, 02:47:17
  11. PRZEDWOJEWSKI Bartłomiej, POL, 02:48:16
  12. GYORGY Szabolcs‐Istvan, ROU, 02:48:17
  13. DE COLO Daniele, ITA, 02:48:23
  14. REICHERT Florian, GER, 02:49:54
  15. POLLMANN Tayte, USA, 02:50:09
  16. HALLMANN Sebastian, GER, 02:50:17
  17. EGLI Pascal, SUI, 02:50:50
  18. RZESZÓTKO Marcin, POL, 02:51:05
  19. LENNON Eoin, IRL, 02:51:08
  20. EVANS Thomas, GBR, 02:51:09
  • 37. ROIS Andreas, AUT, 03:01:51
  • 38.  GÄRTNER Lukas, AUT, 03:01:54
  • 48. GRUBER Robert, AUT, 03:06:58

 

Im Teambewerb (14 Nationen kommen in die Wertung, d.h. haben mind. 3 Athletinnen im Ziel) werden wir WELTMEISTERINNEN. Hier die Plätze 1 -6:

  1. AUT  28   6, 10, 12
  2. GBR  30   1,   5, 24,(27, 28)
  3. ROU  31   4, 11, 16, (26)
  4. ITA  42   3, 17, 22,(DNF)
  5. POL  43   2, 18, 23,(DNF, DNF)
  6. USA  44   7,  8, 29,(DNF)

Bei den Herren (15 Nationen in der Teamwertung) geht der Mannschaftstitel 2018 an die Tschechei:

  1. CZE  15   2,  4,  9, (22, 49)
  2. USA  18   3,  5, 10,(15, 30)
  3. ITA  40   1, 13, 26, (34)
  4. ROU  44   7, 12, 25, (32, 39)
  5. SUI  46   6, 17, 23, (45, 51)
  6. GBR  49   8, 20, 21,(28, 35)
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4. Platz Staatsmeisterschaften Cross

10. März 2018

Auf meinem Weg zum Marathon ein weiterer Abstecher ins Gelände: Nach zwei Bewerben des Tiroler Crosslauf Cups und der Landesmeisterschaft, war ich nun auch bei den Staatsmeisterschaften im Crosslauf in Rif/Salzburg am Start.

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Die letzten 100m – Foto: Reinhard Kessler

 

Entschieden hatten wir den Start recht spontan. Weil Reinhard in seiner Funktion als Oelv-Vizepräsident non stadia ohnehin nach Salzburg fahren wollte, das Rennen an einem Samstag stattfand (sodass das Rennen nicht zulasten des langen Laufes ging) und eine Tempoeinheit günstig erschien, ging ich an den Start.

Samstag, 10 Uhr Abfahrt Innsbruck, viel Verkehr. Aber kurz vor 13 Uhr sind wir vor Ort. Wir holen Startunterlagen etc., ein kurzer Blick auf die Strecke, bekannte Gesichter begrüßen, kurz ratschen … Dann raste ich ein wenig in der wirklich tollen Halle des Olympiazentrums.

Um 14:30 Uhr gehe ich locker einlaufen. Um 15:10 Uhr erfolgt der Start.

Ich hatte keine klare Vorstellungen bezüglich Platzierung, wohl aber wie ich das Rennen angehen wollte. 4,625 km – Das ist für mich irrsinnig kurz, nicht nur momentan – gestern habe ich 45 km für den Marathon trainiert -, sondern generell. Ich bin eben keine Mittelstrecklerin … Jedenfalls war klar: Das ist für mich in erster Linie eine Tempoeinheit, taktieren ist nicht und ich renne mein Rennen. Fertig.

Das relative große Startfeld (U20 weiblich, U23 weiblich, Frauen und Männer 50 und älter) setzt sich pünktlich in Bewegung und es geht über ein Feld hinaus auf die Strecke. Ich finde gut ins Rennen und stelle nach etwa 600 m – Ruhe war eingekehrt – fest, dass ich auf Platz 6 laufe. Ich überprüfe, ob ich wohl nicht zu rasant angelaufen war, der Puls passt und subjektiv fühle ich mich gut.

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Auf der ersten Runde – Foto: Thomas Ebner

 

Eine kleine und vier große Runden gilt es zu bewältigen. Pro Runde vier Hindernisse: Hügel, Strohballen, Sumpf, Baumstämme.

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Gegen Ende der ersten großen Runde laufe ich auf Platz 5, fühle mich weiter gut und arbeite mich auf der zweiten Runde auf Position 4 vor. Die dritte Runde wird etwas härter: Ich habe gefühlt einen kleinen Einbruch. Karin Freitag geht gegen Ende der Runde an mir vorbei. Ich bleibe ihr auf den Fersen und erhole mich wieder.

Ende Runde 4: Ich finde Platz 5 ziemlich in Ordnung. – Ich war ohne Erwartungen gekommen, steht für mich doch momentan das Marathontraining an erster Stelle. Ich fühle mich nach wie vor stark und bin zufrieden mit mir. Eigentlich sogar recht happy.

Doch da höre ich: „Jetzt renn amal!“ – die Stimme meines Trainers – ziemlich laut und in recht rauem Ton …

Als folgsame Athletin wird gezündet.

Meine Füße setzen zum Sprint an: 4. Platz Cross Staatsmeisterschaft!

 

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Yeah, that’s cool!!

… und ich sage es nicht ganz so gern, aber das ist auch Österreichische Meisterin W35, wo ich doch – schlimm genug – 34 bin …

 

Die schnellsten sechs Frauen und Männer:

Männer Kurzstrecke (3,5 km):

  1. Innerhofer Hans-Peter, LC Oberpinzgau, 0:10:32
  2. Kosgei Isaac-Toroitich, TGW Zehnkampf Union, 0:10:37
  3. Aigner Jürgen, LAG Genböck Haus RIED, 0:10:38
  4. Bauernfeind Mario, KUS ÖBV Pro Team, 0:10:51
  5. Sander Christoph, DSG Wien, 0:10:54
  6. Franzmair Nikolaus, TGW Zehnkampf Union, 0:10:57

Frauen (4,625 km):

  1. Illes Sandrina, UNION St. Pölten, 0:16:09
  2. Perterer Lisa, HSV Triathlon Kärnten, 0:16:50
  3. Mayer Julia, DSG Wien Frauen, 0:17:06
  4. Zipser Katharina, SK Rueckenwind, 0:17:21
  5. Freitag Karin, LG Decker Itter, 0:17:22
  6. Füsselberger Franziska, ATUS Amstetten Frauen, 0:17:28

Männer Langstrecke (10,25 km):

  1. Herzog Peter, LC Saalfelden, 0:32:33
  2. Innerhofer Manuel, LC Oberpinzgau, 0:32:52
  3. Sinn Luca, UAB Athletics, 0:33:06
  4. Kosgei Isaac-Toroitich, TGW Zehnkampf Union, 0:33:20
  5. Theuer Timon, DSG Wien, 0:33:41
  6. Seid Endris, LCAV Jodl Packaging, 0:33:50

die vollständigen Ergebnisse <hier>

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Tiroler Tageszeitung, 13. März 2018

Rückblick 2017

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Ivona Dadic wir Leichtathletin des Jahres 2017. Ich belege hinter Verena Preiner und Andrea Mayr Platz 4.

 

Das Jahr 2017 endet für mich äußerst erfreulich mit einem 4. Platz bei der Wahl des OELV zur Leichtathletin des Jahres 2017 hinter den beiden Mehrkämpferinnen Ivona Dadic und Verena Preiner sowie auf Platz 3 der u.a. 6-fachen Berglauf-Weltmeisterin Andrea Mayr. Ich bedanke mich herzlich für eure Stimmen!

Zur Wahl nominiert war ich aufgrund meiner Leistung bei der WM Berglauf Langdistanz in Premana/Italien. –

Anlass genug, um über dieses Rennen doch noch ein paar Zeilen zu schreiben.

 

Neben dem Vienna City Marathon und dem Florenz Marathon (Für die jeweilige Berichte einfach auf den Link klicken.) war dieses Rennen eines der drei Highlights meines Sportjahres. (Detail am Rande: Wetterbedingungen 3mal ausbaufähig *gg*)

 

WM Berglauf Langdistanz, Premana/Italien 2017

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WM Berglauf Langdistanz – 25. Ausgabe des Giir di Mont

4:17:00 war ich am 6. August 2017 unterwegs, drei Berge galt es zu überwinden, gesamt 32 km und 2900 Hm standen bergauf und bergab am Programm. Der 12. WM-Platz war für mich ein schöner Erfolg.

Strecke WM Berglauf Langdistanz 2017

Strecke – WM Berglauf Langdistanz Premana/Italien

 

Auf der Grafik sieht die Strecke ganz lieblich aus, alles grün, besonders hoch geht es nicht hinauf. Wir bewegen uns zwischen 900 und 2100 m ü.M. Doch der Schein trügt …

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… und ich bin froh, dass ich mit Helmut Schmuck die Woche zwischen WM Berglauf Up&Down und WM Langdistanz vorort verbringen darf und so die Strecke abschnittsweise besichtigen kann. Nicht umsonst wird der Giir di Mont, in dessen Rahmen die WM Berglauf Langdistanz stattfindet, auch als Sky Race ausgetragen.

 

 

Strecke WM Berglauf Langdistanz 2017

Start ist in Premana – Das ist das kleine Bergdorf links im Bild. Von dort führt die Strecke gegen den Uhrzeigersinn erst steil abwärts in eine Senke und dann wie ersichtlich über drei Bergrücken auf einem Rundkurs wieder nach Premana.

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Unser erkämpftes Essen in der Vorbereitungswoche

 

Die technisch äußerst anspruchsvollen Steigerl und extremen Anstiege lassen die die WM-Strecke spätestens, als kurz nach dem Start (bei warmen Temperaturen) Regen einsetzt – wir befinden uns gerade im ersten Anstieg – zu einer echten Herausforderung werden.

 

 

 

 

 

 

Hier Gas zu geben, d.h. im Downhill über nasse Felsen zu springen, erweist sich als echte Mutprobe. Chiarino, Bocchetta Larec und Deleguaggio sind die drei „Bergankünfte“.

Zwischenzeiten WM Berglauf Langdistanz Premana

Rennverlauf (links Abschnitte mit Platzierung, rechts Position an der jeweiligen Zwischenzeit)

Mit viel Distanz betrachtet, bin ich das Rennen geschickt verhalten angegangen:

davPosition 18 nach der ersten kurzen Abwärtspassage – dort verständlicherweise ein wildes Gerangel im WM-Feld (Männer und Frauen starten gemeinsam), aus dem ich mich möglichst raushalten möchte – und dem ersten Anstieg nach Chiarino. Im ersten Downhill wechseln sich noch die Positionen: Ich werde überholt und überhole. Im Downhill bin ich noch recht zurückhaltend, doch ich stelle fest, dass ich mich, wenn ich nicht, was ich mir aufwärts mühsam erkämpfe, abwärts verlieren möchte, mehr Risiko gehen muss. 19. Zwischenzeit in diesem Sektor. – Das muss besser werden.

Helmut Schmuck steht in der ersten Senke und ruft mir die Position zu. Ich ärgere mich über meine Downhill-Performance, doch andererseits muss ich einfach erkennen: Das ist WM, da rennen manche abwärts als gäbe es kein Morgen. Andere sind eben besser, viel besser. Villumsen zum Beispiel: Sie fällt mir besonders auf, als sie an mir abwärts im ersten Downhill regelrecht vorbeifliegt … (So ganz am höchsten Punkt dürften die Matten nicht gelegen haben, denn ich bin mir sehr sicher, einen dänischen Pfitschipfeil mit offenem Mund wahrgenommen zu haben …)

Im direkten Vergleich – siehe Grafik – wird deutlich, dass sie abwärts einfach top performt, hinauf vergleichsweise mehr Mühe hat.Zwischenzeiten WM Berglauf Langdistanz Premana Villumsen

Im zweiten Anstieg mache ich Plätze gut. 11. Aufstiegszeit. Am höchsten Punkt des Rennens liege ich auf Position 14. 18. Downhillzeit am zweiten Abstieg und ich schwöre, ich hab die Handbremse längst nicht mehr angezogen!!! Position 17. im Tal, aber ich spüre da geht jetzt noch was.

 

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Helmut Schmuck erwartet mich vor dem dritten Anstieg und beobachtet die unmittelbare Konkurrenz, die ich kurz darauf überholen werde

Ich fühle mich voller Energie! Jetzt heißt es Krokodil spielen. Tatsächlich gelingt mir am langen letzten Anstieg die 10. schnellste Aufstiegszeit, auf den letzten Metern muss ich mich nicht quälen, sondern grinse: Ich hab mir das Rennen für meine Verhältnisse richtig gut eingeteilt. Es macht Spaß! Natürlich motiviert es, wenn man gegen Ende des Rennens sich deutlich nach vorne kämpfen kann. Ich weiß, ich liege bei der Bergankunft auf Position 12 und verdammt noch mal – Ich schenk jetzt nichts mehr her!

 

Hinunter über Felsen und steinige Wege gehe ich ein ziemliches Risiko. Da ich aber körperlich nicht allzu erschöpft bin – unter anderen Umständen wäre das koordinativ und von der Konzentration her für mich vermutlich nicht machbar gewesen -, ist das in Ordnung.

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km-Markierungen

Ich halte meine Position im Damenrennen, kann sogar noch ein paar Männer einholen. Verschont bleibt mein Körper aber auf diesem Downhill nicht. Irgendwann als ich gerade einen Mann überholt habe, komme ich frontal zum Sturz und schlage mir Knie und Knöchel ein wenig auf. (Gut, dass ich 1a Kompressionsstrümpfe trage. Die erfahren hier ein alternatives Einsatzgebiet.) Bei diesem Rennen und dazu den rutschigen Bedingungen steht ein kleiner Sturz in praktisch jedermanns Rennprotokol.

Nach 4:17 im Ziel bin ich überglücklich. Team Österreich mit Lukas Gärtner (Platz 28, 3:43:28) und Daniel Jochum (Platz 55, 4:14:00) hat allen Grund zum Feiern! Und überhaupt sind After-Race Partys und das abendliche Zusammensitzen der Nationen wohl so ziemlich das schönste an diesem tollen Sport!

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Von den USA bekomme ich ein Singlet, von GB ein altes Longsleeve und eine Jacke. Die schönsten Souveniers der Welt! So cool!

 

 

 

 

 

 

Der WM-Bericht des OELV, verfasst von Helmut Schmuck:

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Trail World Championships 2017, 9-10th June (Badia Prataglia, Italy)

Trail World Championships 2017, 9-10th June (Badia Prataglia, Italy)

Noch vier Mal schlafen: Dann heißt es: „3, 2, 1 Goooooo!“

Es erwarten uns der Trail Sacred Forests mit 48,7 km inklusive 2990 Metern im Auf- und Abstieg. Gelaufen wird durch den Nationalpark Foreste Casentinesi, beschrieben wie folgt:

Boschi a perdita d’occhio, praterie, limpidi ruscelli, cascate e montagne, è il Parco Nazionale delle Foreste Casentinesi, Monte Falterona e Campigna, a cavallo del crinale appenninico che separa la Toscana dalla Romagna. In questo ambiente, una delle ultime aree incontaminate d’Europa, vive e prospera una flora e una fauna d’eccezione, ricca di specie altrove ormai rare o scomparse.“ (http://trailsacredforests.com/node/3)

Ein paar weitere Infos findet ihr hier (Homepage des Veranstalters) und hier. Auf der Startliste stehen wir auch.

I RUN FAR hat auch ein paar Infos zum Rennen und nennt Karin Freitag und mich unter „Top Individual Women to watch“, was Vorschusslorbeeren sind, aber mich schon ein bisschen stolz macht. – Die muss man sich ja auch wo verdienen.

Für Österreich starten in alphabetischer Reihenfolge:

DISSLBACHER Josef
FALKENSTEINER Sebastian
GEISLER Michael
GÖSWEINER Klaus
GRUBER Robert
JOCHUM Daniel
KABICHER Michael
SCHIEMER Gerhard

FREITAG Karin
KOBLMÜLLER Sandra
SCHILD Sibylle
TRIMMEL Martina
ZIPSER Katharina

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TVB Paznaun/Ischgl

 

 

Hier ein kleiner Appetizer (Video) 🙂

Weltmeisterschaft Berglauf Langstrecke – Ein unbeschreibliches Erlebnis *happy*

DSC_01424. Juli 2015 – Zermatt – Schweiz
Weltmeisterschaft Berglauf Langstrecke – WMRA Long Distance Mountain Running Championships (mainly uphill) – (42,195 km – 1944 Hm up kumuliert – 444 Hm down)

WM, 20. Platz, 3:55:51h

DSC_0054 Die Weltmeisterschaft 2015 in Zermatt war ein wunderschönes Erlebnis.

Zermatt an sich eine Reise wert:
• die Gegend, die Berge und die Landschaft – unbeschreiblich schön;
• aufzuwachen und direkt auf das Matterhorn blicken zu dürfen,
• die Stimmung vor Ort, das ganze Drumherum – einfach genial;
• für Österreich in Rot-Weiß an der Startlinie stehen zu dürfen
• … und nicht zuletzt ein Rennen mit Freude im Herzen zu laufen

Nur drei Wochen nach der Österreichischen Meisterschaft im Bergmarathon stand die WM am Programm.

Ich wusste, drei Wochen zwischen zwei Rennen über die Marathondistanz sind eine kurze Zeit.

DSC_0018Ich musste regenerieren – der Marathon mit verletzungsbedingt extrem wenigen Kilometern in der Vorbereitung hatte weh getan – und ich wusste, ich konnte trainingsmäßig bis zur WM nichts zerreißen. Es war wichtig, vom Kopf her positiv gestimmt zu sein.

Ein ausführliches Gespräch mit meinem Trainer Reinhard Kessler über die Vorbereitung tat gut und wir setzten alles daran, dass ich v.a. ausgeruht am Start stand.

Training mit Lema; Copright Gerhard Assmann

Training mit Lema; Copright Gerhard Assmann

Das Wochenende vom 26. bis zum 28. Juni verbringe ich im Kühtai. Dort kann ich Energie tanken, mit Lemawork Ketema trainieren, Einblick in den Trainingsalltag des zweifachen Wings for Life Siegers bekommen und einfach mal von meinem Alltag abschalten. … Wir laufen ein bisschen, essen, quatschen, Armin Neurauter stoßt für den Samstagnachmittagslauf zu uns (By the way: Wir werden 2016 wieder gemeinsam beim SellaRonda Skimarathon starten), wir essen und haben es fein. Das Wochenende tut gut.

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Samstag, 8:30 Uhr: Start zur Weltmeisterschaft Berglauf Langstrecke – WMRA Long Distance Mountain Running. Die Sonne lacht und würde uns in den nächsten Stunden gehörig einheizen.
Ich fühle mich bereit. 5 Gels habe ich bei mir, Wasser gibt es an der Labe. Pünktlich fällt der Startschuss.
Die Strecke führt uns über Forststraßen, Feldwege und zwischendurch kleine Wegerl von St. Niklaus Tal einwärts weitgehend am linken Vispaufer über Herbriggen, Randa und Täsch nach Zermatt, wo wir die Halbmarathonmarke passieren. Der Weg ist gesäumt von Zuschauern, die uns anfeuern. Labestelle lasse ich bei diesen Temperaturen keine aus: Einen Becher zum Trinken und einen zweiten oder einen Schwamm gönne ich mir zum Kühlen des Nackens und Körpers. Ich laufe sehr konzentriert mein eigenes Rennen.

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Im Rennen mit Maria Dalzot (USA), Copyright: Tad Davis

Die Stimmung in Zermatt ist super. Wir laufen eine Schleife, ehe es über eine Forststraße in Serpentinen hinauf nach Sunnegga (km 32) geht. Ich bin allein am Weg. Trainer, Betreuer, Familie oder Freunde sind nicht an der Strecke. Aber immer wieder höre ich die Stimme meines Trainers und die motivierenden Worte, die er mir am Telefon am Vorabend noch mitgegeben hatte. Dann wieder Worte und Zuspruch von Menschen, die mir wichtig sind … Und zwischendurch spreche ich mit mir selbst.

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Ausgehen nach dem Rennen

Es folgen sehr schöne 7 km, teilweise über einen Trail mal ein bisschen auf, mal ein bisschen ab, vorbei am Grünsee und schließlich geht es über die Bahngleise hinüber zur Riffelalp auf 2.222 m ü.M. Diesen Teil der Strecke war ich am Vortag in Ruhe abgelaufen. Ich weiß, es wird noch einmal steil. Auf den letzten 3 km sind noch fast 400 Höhenmeter zu überwinden und das in der prallen Hitze.

Nach 3:55:51 laufe ich über die WM-Ziellinie auf dem Riffelberg (2.585m ü.M.).

Ich belege damit den 20. Platz bei meiner ersten Weltmeisterschaft und freue mich!

Mit einer gehörigen Menge Cola und Wasser stille ich meinen Durst und genieße … Ein tolles Rennen.

Team Österreich

Team Österreich: Verena Zorn, Katharina Zipser, Veronika Limberger

Veronika Limberger belegt in 4:19.55,8 den 30. Platz bei der WM. Verena Zorn wird in 4:35.11,4 36. In der Nationenwertung der WM belegen wir drei damit den 6. Rang.

Dieses Rennen und dieses Event werde ich nicht so schnell vergessen. Danke, ÖLV, insbesondere Helmut Schmuck für das entgegengebrachte Vertrauen, danke Reinhard für deine unermüdliche Unterstützung, nicht nur dafür, dass du mich trainierst, sondern auch für die vielen Gespräche, wenn es mal nicht so rund läuft und deine unermüdliche Geduld.

DSC_0124Der Titel „Weltmeisterin“ geht an die sympathische Schweizerin Martina Strähl (3:21.28,1) vor Aline Camboulives (3:29.45,8 – FRA) und Catherine Bertone (3:33.56,6 – ITA).

DSC_0117Weltmeister wird Tommaso Vaccino (3:01.51,5 – ITA) vor Andy Wacker (3:03.51,2 – USA) und Francesco Puppi (3:04.14,8 – ITA).
Meine herzliche Gratulation!