Ein gelungenes, fröhliches Berglaufwochenende – Österreichische Staatsmeisterschaft Berglauf 2016

05. Juni 2016

 

Gestern fand in Schladming die Österreichische Staatsmeisterschaft im Berglauf statt und am Abend ging wohl eines der schönsten Wettkampfwochenenden zu Ende, das ich bis jetzt erleben durfte.

Die Atmosphäre war einfach gewaltig. Die Organisation großartig: Von A bis Z top! Ein großes Kompliment an die Veranstalter und den ÖLV! Ich denke, so fühlt sich jede(r) BergläuferIn wohl. Zudem waren so viele Freunde und bekannte Gesichter vor Ort und es ergaben sich viele, nette, wenn auch oft viel zu kurze Ratscher. Nicht zuletzt war ich mit einer tollen Truppe unterwegs: Vom SK Rueckenwind standen drei Damen (Liudmila Uzick, Elisabeth Harrie und ich) sowie ein Herr (Franz Reiter) an der Startlinie. Zudem hatten wir mit Erich Rettenegger einen wunderbaren Betreuer dabei. Herzlichen Dank auch dafür! Fürs Anmelden, Startnummern abholen, Zimmer reservieren, Rucksack schleppen und, und, und …

Wir trafen uns Samstag Mitte bei Rueckenwind – Tirols Erste Laufsportadresse. Reinhard Kessler bot mir noch einen Kaffee an. Und während ich sonst versuche, auf Kaffee weitgehend zu verzichten, trinke ich ihn dort einfach gern. In der Fantasse schmeckt er am besten; und schon ging es zu viert los. Erich fuhr und wir ratschten und ratschten, sodass die Fahrzeit (gut 2,5 h) wie im Flug verging. Die von Erich ausgewählte Unterkunft (JUFA) war tadellos und auch mein Zimmerchen fein. Nach einem kleinen Lauf verschwand ich für ein paar Minütchen in der Infrarotkabine bzw. im Kräuterdampfbad und dann trafen wir uns auch schon zum Abendessen: Forelle mit Kartoffeln – mein Lieblingsgericht. Es müssen nicht immer Nudeln sein. – Die mag ich auch eigentlich nicht. Der LSV 1990 Kitzbühel speiste vollzählig am Nebentisch und so erfuhren wir auch da das Neueste.

Schlafenszeit. Start: Sonntag, 10:30 Uhr. Das fand ich ganz wunderbar. Wir mussten nicht extra früh aufstehen, um noch rechtzeitig zu essen, sondern konnten ganz gemütlich in den Tag starten. Und während wir uns einliefen, hatte Andreas Ringhofer als exzellenter Streckenchef alle Hände voll zu tun. Pünktlich um 10:30 Uhr fiel der Startschuss. Wie es bei uns so zugeht und wie herzhaft die spätere Vizestaatsmeisterin am Start lachen kann, seht ihr oben.

Nach 300-400m flach, klatschten wir regelrecht gegen die Wand. Die steilste Passage gleich zu Beginn. Das ist natürlich krass, aber steil ist einfach geil.

 

Die Strecke war extrem abwechslungsreich und auch anspruchsvoll, technisch aber nicht schwierig. So konnte gut und gerne in Straßenschuhen, in meinem Fall dem ASICS Gel Hyper Tri, gelaufen werden. Die Positionen bei den Frauen vorne waren gleich „aufgeräumt“. Am linken Bild in rot vor mir seht ihr Karin Freitag. Teresa Stadlober am Bild noch hinter uns, aber wie gesagt, wir befinden uns gerade auf den ersten 10 Höhenmetern, 20 sec später überholt sie uns beide und lag von da an an dritter Position. Rechts seht ihr meine liebe Vereinskollegin Elisabeth Harrie und Michaela Zwerger vom LC Villach beim Start in den Anstieg.

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Copyright: Stefan Mayer

Ich fühle mich im Rennen wohl, mir tut nichts weh, alles wunderbar und ich freue mich. Über Forststraßen, aber v.a. wunderschöne Waldwege und Steigerl geht es hinauf auf die Planai.

 

Auf der letzten Kehre lassen mich Erichs Zurufe ein letztes Mal beschleunigen und schon bin ich im Ziel. Einen Becher Cola, den Siegerinnen gratulieren und schon laufe ich zurück zur letzten Kurve, um meine Vereinskolleginnen auf den letzten Metern anzufeuern. Wir freuen uns gemeinsam hier zu sein und gehen gemeinsam auslaufen.

Als wir 30min später zurück sind, sind auch die Ergebnisse da: Wir freuen uns über den Mannschaftsstaatsmeistertitel im Berglauf.

Laufen ist oft ein Einzelsport und doch ist es wunderschön, diese Leidenschaft zu teilen, u.a. eben auch zu einem Team zu gehören, das Zusammengehören zu erleben und sich gemeinsam zu freuen. Danke, Liudmila und Elisabeth und danke Erich für die Topbetreuung!

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Der Staatsmeistertitel geht an die mehrfache Welt- und Europameisterin Andrea Mayr vor Susanne Mair und der Skilangläuferin Teresa Stadlober. Bei den Herrn geht der Titel an den erst 20-jährigen Manuel Innerhofer vom LC-Oberpinzgau vor Christian Hoffmann und Simon Lechleitner. Herzlichen Glückwunsch!

Zur Siegerehrung der Staatsmeisterschaft dürfen die ersten sechs Herren und Damen:

1. Innerhofer Manuel, LC-Oberpinzgau, 43:43,7
2. Hoffmann Christian, ATV Irdning, 44:58,1
3. Lechleitner Simon, LG-Decker Itter, 45:09,2
4. Redl Alois, ASK-McDonalds-Loosdorf, 45:22,4
5. Gärtner Lukas, LTV Bawag PSK Köflach, 46:07,1
6. Kessler Roman, LG-Decker Itter, 46:21,1

1. Mayr Andrea, SVS-Leichtathletik, 45:22,4
2. Mair Susanne, U. Raika Lienz, 50:00,0
3. Stadlober Teresa, ATV Irdning, 52:59,8
4. Freitag Karin, LG-Decker Itter, 54:03,7
5. Zipser Katharina, SK Rueckenwind, 54:53,4
6. Zwerger Michaela, LC Villach, 56:54,0

Die Mannschaftsmeistertitel gehen bei den Damen wie bei den Herrn nach Tirol: an die LG-Decker Itter (mit Simon Lechleitner, Roman Kessler und Matthias Scherl ) und uns drei Damen vom SK Rueckenwind (Zipser Katharina, Uzick Liudmila, Harrie Elisabeth).

Die vollständigen Ergebnisse findet ihr >160605_OEM_Berglauf_Schladming_Ergebnisse<.

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Back on track

2015 Ötscher 2Geduld ist eine Tugend … nicht aber meine Stärke.
Ich habe – und das glaube ich schon sagen zu können – einen starken Willen.
… und: ich trage wieder Laufschuhe.

Aber langsam: Anfang November 2014 bei einem Trainingslauf mit meinem Vereinskollegen Günter Schneider plötzlich starke stechende Schmerzen im Schienbein … 4 km waren noch zu laufen und ich ließ mir nichts anmerken. Als Günter ins Studio abbog, stellte ich auf Humpeln um und machte mich auf Richtung Heimat. Die darauffolgenden Tage verzichtete ich völlig auf das Laufen; doch von Tag zu Tag wurde es schlimmer, nicht besser. Ich konnte kaum noch gehen und humpelte mit meiner am Ende korrekten Selbstdiagnose zum Arzt. Schienbeinfraktur.

2015 Ötscher 2Statt den Kopf hängen zu lassen, begann mit diesem Tag mein Alternativprogramm: 2 h nach dem Arztbesuch stand ich am Fuße des Stubaier Gletschers. Skibergsteigen aufwärts, Bahnfahren abwärts. Über Wochen. … und ich suchte mir ein neues Ziel: Das Ziel hieß SellaRonda Skimarathon. Der Sieg am 20. März mit Armin Neurauter bei ebendiesem großartigen Rennen bedeutete mir eine Welt und stärkte mich in einer nicht einfachen Phase.
April und Mai riefen mich auf das Rennrad. Radln macht die Wadln stark – dachte ich, ist sicher so. Aber die laufspezifische Muskulatur wird doch nur beim Laufen trainiert.
Und gelaufen bin ich wenig; bis Mai gar nicht.

Mit einer Handvoll Laufkilometern, aber einigen Höhenmetern Alternativtraining in den Beinen, stellte ich mich bei der Tiroler Landesmeisterschaft im Berglauf in Kramsach an den Start. Ein dritter Platz (34:07) mit nur 20 min Rückstand auf Karin Freitag waren ein für mich tolles, erfreuliches Ergebnis.

Leider hatten wir in Kramsach keine Damenmannschaft am Start. Das sollte bei der Österreichischen Staatsmeisterschaft im Berglauf in Rauris anders sein und so startete ich auch dort. Eine Hitzeschlacht sondergleichen: Nach 3 km sah ich Sternchen, musste leiser treten und schaffte es noch als 7. Österreicherin (1:21:26) ins Ziel. In der Mannschaftswertung konnten Liudmila Uzick (1:32:51), Angelika Winkler (1:37:02) und ich den Vizestaatsmeistertitel erringen. Ein schönes Mannschaftsergebnis.

Bergmarathon Ötscher 1Für die Österreichische Bergmarathonmeisterschaft in Lackenhof, die uns um den Ötscher führen sollte, hatte ich mir freilich anderes vorgenommen. Laufkilometer hatte ich immer noch spärlich gesammelt. Vor dem Wettkampf wollte ich nichts riskieren und so führte mich mein absolut längster Lauf 23 km um den Achensee. 50 km im Wettkampf waren da eine andere Nummer und für mich eine ungewohnte Situation. Seit November war ich gesamt etwas über 200 km gelaufen. Das lauf ich sonst in nicht einmal 2 Wochen. Dennoch glaubte ich an mich und lag bis Kilometer 39 in Führung. Nach 4:49 lief ich als Vize-Österreichische Meisterin über die Ziellinie. Ich bin stolz darauf, mit so wenigen Laufkilometern eine doch nicht unsportliche läuferische Leistung erbracht zu haben (Es war wohl niemand mit weniger Kilometern in der Vorbereitung am Start …), wenngleich ich natürlich erkennen musste, dass ich nicht in der läuferischen Form bin, in der ich gern wäre. Mannschaftlich konnten wir einen tollen gemeinsamen Erfolg erlaufen. Das Team SK Rueckenwind mit Angelika Winkler (5:44:27), Kathrin Soyer (7:08:01) und mir holte den Österreichischen Meistertitel.

Am 3. Juli darf ich in Zermatt für Österreich bei der Berglauf Langdistanz Weltmeisterschaft starten. Drückt mir die Daumen!

Sieg beim Pölventrail – Österreichische Meisterin im Speedtrail

05.10.2014

Da guckst du ...

Da guckst du … Copyright: Sportograf

Vergangenen Sonntag fand in Söll die erste Österreichische Meisterschaft im Speedtrail, ausgetragen im Rahmen des Pölventrails, der dritten Etappe der Tour de Tirol, statt. – An dieser Stelle sei vorab Hannes Wille vom Veranstaltungssponsor Scott aufs Herzlichste gedankt, der mir eine so kurzfristige Teilnahme noch ermöglichte.

Am Vortag reiste ich gemeinsam mit Daniel Ressmann von der Firma Triout an, wir genossen einen feinen Abend organisiert von Scott mit vielen anderen Läufern bei herrlicher Pasta im AufdaMühle und nächtigten im Hotel Alpenschlössl.

Copyright: Winfried Stinn, http://www.laufreport.de (s.u.)

Dass in dieser Nacht ebendort auch eine Hochzeit gefeiert wurde, tat dem Wochenende keinen Abbruch: Ohrstöpsel rein und Stirnband (ohne das man mich eh kaum kennt …) auf und schon schlief ich tief und fest.

Der Startschuss fiel um 9:30 h. Wieder einmal traf ich so viele bekannte Gesichter, dass für vernünftiges Einlaufen keine Zeit blieb. Die Temperaturen waren ideal. Ich konnte vom Start weg die Führung im Damenfeld übernehmen und fand gut ins Rennen. Nach wenigen Metern Asphalt führte uns die 23 km lange Strecke auf Terrain, wie es des Trailrunners Herz höher schlagen lässt. Rund um den Pölven galt es 1250 Hm bergauf und 1250 Hm bergab auf schmalen Pfaden und Wegerl zu laufen. 2 km Asphalt, der Rest ,Natur pur‘! – Den Organisatoren sei ein großes Lob ausgesprochen, die mit einer großartigen neuen Streckenführung heuer ein tolles Trailrennen (bzw. eine tolle dritte Etappe der Tour de Tirol) ins Leben gerufen haben.

Beim Bad Häringer Steinbruch über die Zeitmessung. Copyright: Sportograf

Beim Bad Häringer Steinbruch über die Zeitmessung. Copyright: Sportograf

Eine anspruchsvolle, aber an allen Stellen laufbare Strecke, führte uns auf schmalen Wegerl vorbei am Bad Häringer Wasserfall und dem Steinbruch. Zwar zog sich das Starterfeld rasch in die Länge, einsam war man aber nie und zahlreiche Zuschauer und viele, viele Helfer trugen das ihre dazu bei, dass dieses Rennen zu einem schönen Erlebnis wurde.

Um den Pölven ...

Um den Pölven …

Trailrunningschuhe, deren Profiltiefe am Start kontrolliert wurde, waren nicht ohne Grund Pflicht. Blätter, Wurzeln, steile Downhills … forderten Trittsicherheit und Konzentration.

Dass ich von diesem Lauf auch ein schönes Erinnerungsfoto haben wollte, wurde mir da beinahe zum Verhängnis.

Nicht gerade im Schneckentempo lief ich auf Andreas Auer vom Laufteam Breitenbach zu, der das Rennen in einer schönen Abwärtspassage fotografisch festhielt. Ja, beim Laufen gibt es keine Haltungsnoten und dennoch …  Ich richtete meinen Blick auf ihn, wollte freundlich in die Kamera grinsen (danach fühlte ich mich ja auch) und schon merkte ich, wie sich eine Wurzel mir vor die Füße warf. Ich stürzte nicht, ein Kuss blieb dem Baumstumpf aber nur knapp verwehrt. Ich stieß mich von ebendiesem ab, um rasch weiter zu laufen. Die Fotos sind Zeugnis dieser Rennepisode.

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Copyright: Andreas Auer

Immer wieder wiesen einen Zuschauer auf bevorstehende besonders rutschige oder steile Passagen hin bzw. erklärten einem in den Bergaufpassagen, dass es gleich wieder flacher und leichter zu laufen wäre.

Copyright: Bernie Manhard

Copyright: Bernie Manhard

Eine rundum positive Rennkulisse. Anstiege und Downhills wechselten sich in einem angenehmen Rhythmus ab. 3 km vor dem Ziel ging es über ein Feld und vorbei an dem Hotel, in dem wir genächtigt hatten. „Leider nur noch 3 km“ hieß es dort auf einem Schild. Ich glaubte, von nun an auf der Straße Richtung Ziel laufen zu müssen, auch das wäre ok gewesen und ich vernahm schon die Musik aus dem Zielareal, doch es kam besser: Die Streckenplaner hatten sich wirklich Mühe gegeben und es ging noch einmal vorbei an ein, zwei Höfen, dann auf Asphalt. Ab hier war die Straße dann gesäumt mit Zuschauern, die mich ins Ziel fliegen ließen. Nach 2:06:53,9 h überquerte ich die Ziellinie und das innere Lächeln war gewiss nicht geringer als die Freude, die mir ins Gesicht geschrieben stand. Cola im Ziel, dazu Lebkuchen; und damit steht fest: Weihnachten wird heuer nicht entfallen.

Ergebnisse Pölventrail Herren & Damen

Copyright: Sportgraf

Copyright: Sportgraf

1. Stefan Paternoster, AUT, Team Scott Österreich, 1:42:18,2
2. Robbie Simpson, GBR, Salomon Trail Team GB, 1:47:31,3
3. Gerd Frick, ITA, Team Scott International, 1:47:45,6
1. Katharina Zipser, AUT, SK Rueckenwind, 2:06:53,9
2. Tímea Merényi, HUN, Salomon Hungary, 2:12:38,0
3. Kathrin Götz, SUI, Scott, 2:14:15,5

Stefan Paternoster und ich kürten uns somit zu Österreichs ersten Speedtrail Meistern.

Gratulation allen Finishern, insbesondere den Finishern der 3-tägigen Tour de Tirol, und selbstverständlich den großen Toursiegern
Simpson, Robbie (GBR) vom Salomon Trail Team Great Britain in 5:33:15,3 vor Gerd Frick (ITA, Team Scott International) und Ralf Birchmeier (SUI, LAC TV Unterstrass) sowie
Merényi, Tímea (HUN) von Salomon Hungary in 6:39:18,0 vor Simona Staicu (HUN, Team Scott International) und Tanja Amiet (SUI, TV-Längasse Bern).

Ich bin *Running happy* – und freu mich auf viele weitere tolle Trails (mit und ohne Start- und Ziellinie) und ja, ich komme wieder 🙂

Die vollständigen Ergebnisse findet ihr >hier<

Weitere Berichte findet ihr hier:
Runnersworld.de
Laufreport.de
WilderKaiser.Info
Trailrunning.de

Österreichische Vizemeisterin im Bergmarathon – Mit einem Lächeln über die Ziellinie

1min to go - Foto: Andreas Wiesinger

1min to go – Foto: Andreas Wiesinger

Gestern, 10.08.2014, fanden in Kainach, in der Steiermark, die Österreichischen Meisterschaften im Bergmarathon (44 km & 1800 Hm) statt.

Zu dritt reisen wir SK Rueckenwind-ler (Andreas Wiesinger, Christian Bair und ich) am Samstag von Tirol an: 6:45 h Fahrzeit – Kainach ist nicht gerade ums Eck. Aber wir haben es fein. – Wir sind eben ein cooler Verein. Danke, Andreas, fürs Mitnehmen: „Voi nett!“.
Wir nächtigen in einem etwas schrägen Hotel 20 min vom Start entfernt: Niemand an der Rezeption; die Schlüssel für die Zimmer liegen auf. Hier hat man noch Gottvertrauen. Am Vorabend das übliche Carboloading: Andreas verdrückt zwei Teller Spätzle, Christian und ich bleiben der Pasta treu; dazu einen Salat mit Kürbiskernöl. So kommt auch das Eichhörnchen in mir auf seine Rechnung.

ca- km 30. Foto: Josef Feller

ca- km 30, kurzer Gegenanstieg. Foto: Josef Feller

Start um 9 Uhr. Das ist human und fein: So können wir bis fast 7 Uhr schlafen.
Im Startareal treffen wir auf viele bekannte Gesichter. Ich fühle mich wohl und fiebere dem Start entgegen.

Der Startschuss fällt etwas abrupt. Karin und ich sind irritiert, waren wir doch gerade noch beim Ratschen. Das Feld setzt sich in Bewegung. Es geht los. Ich laufe bewusst ruhig an: 44 km und 1800 Hm, zwar keine ungewohnte Distanz für mich – bin ich doch in den letzten 30 Tagen viermal eine derartige Distanz im Renntempo gelaufen – der Respekt aber bleibt; auf 44 km kann viel passieren …

Heute ist es für meinen Geschmack ziemlich heiß, das Tape an meinem linken Knie löst sich bereits nach ca. 3 km. Ich bin zugegebenermaßen für einen Moment besorgt, sollte dieses doch mein Knie etwas entlasten. Es muss auch so gehen. – Das ist Kopfsache und es geht auch so.
Bis km 6 laufen wir auf Asphalt, dann wechseln sich Wald- und Wiesenwege mit einigen steilen Zwischenanstiegen ab. Bei km 14 laufen wir durch die erste Zeitnehmung; für die Staffelläufer erfolgt hier der erste Wechsel.
Wäre ich nicht Tirolerin würde ich sagen, es folgte ein steiler ,Steig‘ bis zur Roßbachalpe. – Naja, jedenfalls gelingt es mir hier in der Steigung ein paar Männer stehen zu lassen und mich von ,meiner Gruppe‘ zu lösen. Das hat Vor- und Nachteile, denn nun muss ich vermehrt nach der Wegmarkierung Ausschau halten. Bei km 17 erreichen wir bereits den höchsten Punkt (1790 m).

Zieleinlauf - RUNNING HAPPY; Foto: Josef Feller

Zieleinlauf – RUNNING HAPPY; Foto: Josef Feller

Nun ein kurzer, steiler Abstieg, wie ich es mag. Konzentrieren ist angesagt; kaum wird es technisch wieder einfach, verfalle ich in einen Tagtraum. Das Ergebnis: Ich stolpere über einen Stein, eine Wurzel oder was weiß ich was, und liege da – wie ein Käfer. Der rechte Oberschenkel ist ramponiert. Ich wische die Erde ab – Der Boden ist feucht, hatte es doch am Vortag, wenn auch nur kurz, aber doch stark geregnet – und laufe weiter.

Zweite Staffelübergabe bei km 27, 5 – Zuschauer und wartende Staffelläufer feuern mich an. Das motiviert. Es geht auf unterschiedlichem Untergrund abwärts: auf Forststraßen, kurzen, teils rutschigen Steigerl, über (teilweise steil abfallende) Wiesen und zwischendurch erwarten uns herzhafte Gegenanstiege.
Etwa bei km 30 stehen Helmut Schmuck und Josef Feller. Danke vielmals an dieser Stelle für die tollen Fotos und dafür, dass wir mit dir und dem erfolgreichen LG Decker Itter Team am Abend heimfahren durften. Das war super, kurzweilig und fein!

Zwar bin ich insgesamt mit meinem Rennen zufrieden, auf den letzten Kilometern hätte ich aber etwas mehr Gas geben können. Hier habe ich leider etwas Zeit liegen gelassen. Die finalen 2 km tragen zu Recht den Kosenamen ,Sadistenschleife‘. Hießen sie nicht bereits so, ich hätte sie nicht anders bezeichnet.

Österreichische Meisterin und Österreichische Vizemeisterin. Foto: Josef Feller

Österreichische Meisterin und Österreichische Vizemeisterin. Foto: Josef Feller

In der letzten Kurve erwartet mich eine Schar fröhlicher Kinder, setzt sich in Bewegung und begleitet mich mit der Österreichischen Fahne ins Ziel.

44 km, 1800 Hm: 4:16:24 meine Zeit, damit werde ich Österreichische Vizemeisterin. Ich bin RUNNING HAPPY, gratuliere von Herzen Karin Freitag zu ihrem verdienten Sieg und ihrer grandiosen Zeit und gönne mir eine Cola. Veronika Limberger wird Dritte und wir bekommen einen wunderschönen Strauß Blumen.

Herzliche Gratulation zum Österreichischen Meistertitel an Karin Freitag (LG Decker Itter) und Thomas Unger (Team Vegan.at).

Zur Siegerehrung der Österreichischen Meisterschaft im Bergmarathon 2014 dürfen damit:
1. Karin Freitag, LG Decker Itter, 4:00:48.46
2. Katharina Zipser, SK Rueckenwind, 4:16:24.60
3. Veronika Limberger, LC Waldviertel, 4:25:11.34
4. Maria Frei, X-Trim ASKÖ Zeltweg, 4:39:22.10
5. Michaela Schwarzenbach, Aufi und Owi Sport Wieland, 4:43:23.26
6. Karin Augustin, MSC Rogner Bad Blumau, 4:49:27.95

1. Thomas Unger, Team Vegan.at, 3:42:14.76
2. Robert Gruber, Kolland Topsports Gaal, 3:44:09.43
3. Martin Pogelschek, Kelag Energy, 3:49:42.05
4. Jesse Muray, LG Wien, 3:51:20.15
5. Stefan Schriebl, LTV BAWAG PSK Köflach, 3:53:13.86
6. Hubert Pfeifenberger, Kolland Topsports Gaal, 3:53:26.65

Siegerehrung. Foto: Josef Feller

Siegerehrung. Foto: Josef Feller

Ganz herzliche Gratulation an die Tiroler Mädels der LG Decker Itter (Karin Freitag, Andrea Knapp & Stephanie Schatz) zum Österreichischen Mannschaftsmeistertitel!
Gratulation auch an meine Vereinskollegen Andreas Wiesinger (4:31:57.56) und Christian Bair (5:13:47.37) – Es war mir eine Ehre und Freude, mit euch unterwegs sein zu dürfen – und allen Lauffreunden und Finishern zu ihren tollen Leistungen!

Die ersten drei Plätze der im Rahmen der Österreichischen ebenfalls ausgetragen Tiroler Meisterschaft gehen an:
1. Karin Freitag, LG Decker Itter, 4:00:48.46
2. Katharina Zipser, SK Rueckenwind, 4:16:24.60
3. Andrea Knapp, LG Decker Itter, 5:39:41.63
bzw.
1. Eddy Raul de Leon Solano, LG Decker Itter, 4:15:05.53
2. Andreas Wiesinger,SK Rueckenwind, 4:31:57.56
3. Christian Bair, SK Rueckenwind, 5:13:47.37

Ich freu mich schon auf die Österreichischen Meisterschaften im Bergmarathon 2015!
RUNNING HAPPY

Die vollständigen Ergebnisse findet ihr hier.