Sieg beim Pölventrail – Österreichische Meisterin im Speedtrail

05.10.2014

Da guckst du ...

Da guckst du … Copyright: Sportograf

Vergangenen Sonntag fand in Söll die erste Österreichische Meisterschaft im Speedtrail, ausgetragen im Rahmen des Pölventrails, der dritten Etappe der Tour de Tirol, statt. – An dieser Stelle sei vorab Hannes Wille vom Veranstaltungssponsor Scott aufs Herzlichste gedankt, der mir eine so kurzfristige Teilnahme noch ermöglichte.

Am Vortag reiste ich gemeinsam mit Daniel Ressmann von der Firma Triout an, wir genossen einen feinen Abend organisiert von Scott mit vielen anderen Läufern bei herrlicher Pasta im AufdaMühle und nächtigten im Hotel Alpenschlössl.

Copyright: Winfried Stinn, http://www.laufreport.de (s.u.)

Dass in dieser Nacht ebendort auch eine Hochzeit gefeiert wurde, tat dem Wochenende keinen Abbruch: Ohrstöpsel rein und Stirnband (ohne das man mich eh kaum kennt …) auf und schon schlief ich tief und fest.

Der Startschuss fiel um 9:30 h. Wieder einmal traf ich so viele bekannte Gesichter, dass für vernünftiges Einlaufen keine Zeit blieb. Die Temperaturen waren ideal. Ich konnte vom Start weg die Führung im Damenfeld übernehmen und fand gut ins Rennen. Nach wenigen Metern Asphalt führte uns die 23 km lange Strecke auf Terrain, wie es des Trailrunners Herz höher schlagen lässt. Rund um den Pölven galt es 1250 Hm bergauf und 1250 Hm bergab auf schmalen Pfaden und Wegerl zu laufen. 2 km Asphalt, der Rest ,Natur pur‘! – Den Organisatoren sei ein großes Lob ausgesprochen, die mit einer großartigen neuen Streckenführung heuer ein tolles Trailrennen (bzw. eine tolle dritte Etappe der Tour de Tirol) ins Leben gerufen haben.

Beim Bad Häringer Steinbruch über die Zeitmessung. Copyright: Sportograf

Beim Bad Häringer Steinbruch über die Zeitmessung. Copyright: Sportograf

Eine anspruchsvolle, aber an allen Stellen laufbare Strecke, führte uns auf schmalen Wegerl vorbei am Bad Häringer Wasserfall und dem Steinbruch. Zwar zog sich das Starterfeld rasch in die Länge, einsam war man aber nie und zahlreiche Zuschauer und viele, viele Helfer trugen das ihre dazu bei, dass dieses Rennen zu einem schönen Erlebnis wurde.

Um den Pölven ...

Um den Pölven …

Trailrunningschuhe, deren Profiltiefe am Start kontrolliert wurde, waren nicht ohne Grund Pflicht. Blätter, Wurzeln, steile Downhills … forderten Trittsicherheit und Konzentration.

Dass ich von diesem Lauf auch ein schönes Erinnerungsfoto haben wollte, wurde mir da beinahe zum Verhängnis.

Nicht gerade im Schneckentempo lief ich auf Andreas Auer vom Laufteam Breitenbach zu, der das Rennen in einer schönen Abwärtspassage fotografisch festhielt. Ja, beim Laufen gibt es keine Haltungsnoten und dennoch …  Ich richtete meinen Blick auf ihn, wollte freundlich in die Kamera grinsen (danach fühlte ich mich ja auch) und schon merkte ich, wie sich eine Wurzel mir vor die Füße warf. Ich stürzte nicht, ein Kuss blieb dem Baumstumpf aber nur knapp verwehrt. Ich stieß mich von ebendiesem ab, um rasch weiter zu laufen. Die Fotos sind Zeugnis dieser Rennepisode.

2014 Poelventrail 11 2014 Poelventrail 5 2014 Poelventrail 2
2014 Poelventrail 1
Copyright: Andreas Auer

Immer wieder wiesen einen Zuschauer auf bevorstehende besonders rutschige oder steile Passagen hin bzw. erklärten einem in den Bergaufpassagen, dass es gleich wieder flacher und leichter zu laufen wäre.

Copyright: Bernie Manhard

Copyright: Bernie Manhard

Eine rundum positive Rennkulisse. Anstiege und Downhills wechselten sich in einem angenehmen Rhythmus ab. 3 km vor dem Ziel ging es über ein Feld und vorbei an dem Hotel, in dem wir genächtigt hatten. „Leider nur noch 3 km“ hieß es dort auf einem Schild. Ich glaubte, von nun an auf der Straße Richtung Ziel laufen zu müssen, auch das wäre ok gewesen und ich vernahm schon die Musik aus dem Zielareal, doch es kam besser: Die Streckenplaner hatten sich wirklich Mühe gegeben und es ging noch einmal vorbei an ein, zwei Höfen, dann auf Asphalt. Ab hier war die Straße dann gesäumt mit Zuschauern, die mich ins Ziel fliegen ließen. Nach 2:06:53,9 h überquerte ich die Ziellinie und das innere Lächeln war gewiss nicht geringer als die Freude, die mir ins Gesicht geschrieben stand. Cola im Ziel, dazu Lebkuchen; und damit steht fest: Weihnachten wird heuer nicht entfallen.

Ergebnisse Pölventrail Herren & Damen

Copyright: Sportgraf

Copyright: Sportgraf

1. Stefan Paternoster, AUT, Team Scott Österreich, 1:42:18,2
2. Robbie Simpson, GBR, Salomon Trail Team GB, 1:47:31,3
3. Gerd Frick, ITA, Team Scott International, 1:47:45,6
1. Katharina Zipser, AUT, SK Rueckenwind, 2:06:53,9
2. Tímea Merényi, HUN, Salomon Hungary, 2:12:38,0
3. Kathrin Götz, SUI, Scott, 2:14:15,5

Stefan Paternoster und ich kürten uns somit zu Österreichs ersten Speedtrail Meistern.

Gratulation allen Finishern, insbesondere den Finishern der 3-tägigen Tour de Tirol, und selbstverständlich den großen Toursiegern
Simpson, Robbie (GBR) vom Salomon Trail Team Great Britain in 5:33:15,3 vor Gerd Frick (ITA, Team Scott International) und Ralf Birchmeier (SUI, LAC TV Unterstrass) sowie
Merényi, Tímea (HUN) von Salomon Hungary in 6:39:18,0 vor Simona Staicu (HUN, Team Scott International) und Tanja Amiet (SUI, TV-Längasse Bern).

Ich bin *Running happy* – und freu mich auf viele weitere tolle Trails (mit und ohne Start- und Ziellinie) und ja, ich komme wieder 🙂

Die vollständigen Ergebnisse findet ihr >hier<

Weitere Berichte findet ihr hier:
Runnersworld.de
Laufreport.de
WilderKaiser.Info
Trailrunning.de

Werbeanzeigen

TAGESSIEG MIT STRECKENREKORD beim Silvrettarun 3000

Silvrettarun 3000 219.07.2014
Gestern fand im Paznaun die dritte Auflage des Silvrettarun 3000 statt.
Ich konnte das dritte Mal in Folge den Tagessieg erlangen und bin nach der großen Enttäuschung letzte Woche (Bericht dazu morgen) wieder guter Dinge und superhappy. … und in Blogschreibstimmung *smile*

Schon Donnerstag Mittag reise ich an und genieße zweieinhalb Tage im wunderschönen Paznaun. Es ist einfach herrlich. Schon im Bus hinauf nach Galtür spüre ich in mir diese Freiheit, eine unglaubliche Zufriedenheit und Vorfreude. Ich war im Hotel Fluchthorn untergebracht – ein wirklich traumhaft schönes Hotel mit Blick auf die Berge.

Freitag spaziere ich ein bisschen durch den Ort, schnuppere über die Wiesen – es duftet – und gehe abends zur Pastaparty.

Silvrettarun 3000. Pastaparty & Streckenbriefing am Vorabend. Am Bild Heinz Hörhager, Martin Mattle & DJ Thomas Dox

Silvrettarun 3000. Pastaparty & Streckenbriefing am Vorabend mit Heinz Hörhager, Martin Mattle und mir. Thomas Bosnjak stellt die ATRA (Austrian Trail Running Association) vor. Auch am Bild DJ Thomas Dox

Dort machen Heinz Hörhager, Martin Mattle und ich das Streckenbriefing; für musikalische Unterhaltung inklusive „Oh Katharina“ ist gesorgt, die Nudeln sind al dente und es ist genug für alle da.

Samstag, 6 Uhr: Der Wecker klingelt, die Sonne lacht und es zieht mich auf den Berg. Es trifft sich gut, dass heute der 19. Juli ist. 3. Auflage des Silvrettarun 3000. Ich tape mein Knie, fühle mich fit. Am Telefon sage ich zu Reinhard, dass ich mir eine Zeit von 4:20 h zutraue. Es werden 4:20:00 – ja, bin ich Hellseher?

Start: Strecke Medium & Hard. Foto: Markus Mattle

Start: Strecke Medium & Hard. Foto: Markus Mattle

Der Shuttle bringt uns pünktlich um 7 Uhr von Galtür zum Start nach Ischgl. Viele liebe Lauffreunde und Bekannte sind da. Ich freu mich, gebe noch ein Interview und quatsche ein bisschen.

8 Uhr: Schon geht es los. Ich laufe vorne mit den ersten Männern weg, höre auf meinen Körper und gehe mein Tempo. Heute läuft es … Ich spüre das und freue mich. Gemeinsam mit den Läufern der Medium-Strecke laufen wir vorbei an der Fimba Mittelstation. (Die Läufer der Small-Strecke starten 2h nach uns.) Die ersten 2 km haben schon einige Hm. Dann geht es über die Bodenalpe und die Gampenbahn Talstation taleinwärts Richtung Heidelberger Hütte. Dort feuern uns viele Zuschauer und viele freiwillige Helfer lautstark an. – Grandiose Stimmung. Heute ist Bilderbuchwetter in einer Bilderbuchgegend!

Silvrettarun 3000 4
Es geht über Wiesen, Bäche, Geröll und ein paar Schneefelder hinauf zum Kronenjoch. Sogar ganz oben am Kronenjoch (2974 m) werden wir noch verpflegt: Wasser, Gatorade, Westberggels, Bananen – Es fehlt an nichts. Das Kronenjoch überquere ich gemeinsam mit dem 6. und 7. Mann. Dann geht es abwärts. Ich versuche auf den Trails und über die Schneefelder abwärts etwas Gas zu geben. Hannes Hittenberger und ich duellieren uns über ein großes Schneefeld > Rutschpartie für uns beide.

Tagessiegerin und Tagessieger Robert Gruber

Tagessiegerin und Tagessieger Robert Gruber

Mein Allerwertester ist jetzt gekühlt. Wir rennen weiter. Bis zur Jamtalhütte gelingt es mir beide abzuschütteln. Ab der Jamtalhütte wird wieder auf Forststraße bzw. Asphalt gelaufen. Meine Uhr piepst: Die Kilometerzeiten – hmm, fast ein bisschen schnell für mich … Ich gehe etwas runter vom Gas, denn ich weiß, dass ab Galtür-Winkl noch 8 anspruchsvolle flache Kilometer mit ein paar kleinen, aber gegen Ende des Rennens doch zähwirkenden Anstiegen warten. Es geht vorbei an der Scheibenalpe und bei Galtür-Winkl auf die andere Talseite. Über die Felder wird bis Wirl gelaufen, dann 180˚ Wende und etwas oberhalb des Talbodens talauswärts bis Galtür-Tschaffein.

Letztes Jahr wurde ich ab hier von einem Bike „1. Dame“ begleiten. Ich wünsche mir ein solches Bike herbei – zur Motivation -, denn langsam wird es zäh.

2 km vor dem Ziel dann ein Motorrad: Der Fahrer lächelt mir zu, verneigt sich und begleitet mich ins Ziel. Ein schönes Gefühl. Ich blicke noch einmal auf die Uhr. Ich liege auf Kurs. Schon werde ich angekündigt: Ich freue mich riesig! 4.20:00 meine Zeit. Damit unterbiete ich meine Siegerzeit von 2013 um 17 min und habe 11:27 min Vorsprung auf den 6. Mann gesamt.

RUNNING HAPPY

RUNNING HAPPY. Foto: Harald Rotter


Dieser Sieg bedeutet mir viel. Dieses wunderschöne Rennen zu gewinnen, ist genial. Ich strahle und laufe über die Ziellinie.
Tolle Stimmung im Ziel, tolles Publikum, tolle Sportler! Ich bin überglücklich. Trinke Pepsi *lol*, hol mir was zu futtern, ratsche mit Freunden und Bekannte und genieße den Nachmittag im Kreise Gleichgesinnter im sonnigen Galtür. Ein Traumtag!

Gratulation an Robert Gruber zum Tagessieg, herzliche Gratulation an Kathrin Schichtl und Martin Mattle zum Sieg auf der Medium-Strecke sowie Eva Noval und Johannes Lechner zum Sieg auf der Small-Strecke.

Danke an den Tourismusverband Paznaun-Ischgl für ein großartiges Event, danke an Seppi Kurz, Peter Reiner und die vielen, vielen Helfer am Start, im Ziel, an der Strecke …, die dieses tolle Event ermöglicht haben. Nächstes Jahr komm ich wieder!

Hier die vollständigen Ergebnisse

Und hier findet ihr auch ein Video zur 3. Auflage des Silvrettarun 3000.

UND: Pro Teilnehmer gingen € 5,- der Nenngebühr (32 € für Lauf, Streckenverpflegung, Pastaparty, Zielverpflegung, Finishershirt …) an Wings for Life, der Stiftung für Rückenmarksforschung